Uno-Menschenrechtsrat Chinesischer Diplomat versucht, Dissident zum Schweigen zu bringen

"Millionen Menschen sind gestorben": Im Uno-Menschenrechtsrat hat ein chinesischer Aktivist Menschenrechtsverstöße von Peking angesprochen - und wurde von einem Vertreter der Regierung angegangen.

Yang Jianli (Archivbild)
AFP

Yang Jianli (Archivbild)


Yang Jianli war bei den Studentenprotesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking 1989 dabei und saß anschließend fünf Jahre im Gefängnis. Vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat er nun Menschenrechtsverletzungen des Regimes in China angesprochen. Ein Vertreter der chinesischen Regierung reagierte darauf gereizt - und versuchte mehrmals, den Vortrag zu stoppen.

Yang, der inzwischen im Exil in den USA lebt, wurde schon nach wenigen Sekunden unterbrochen, nachdem er in Frage gestellt hatte, ob die Vertreter der Kommunistischen Partei überhaupt ein Anrecht haben, im Menschenrechtsrat vertreten zu sein. Er selbst war von der Organisation Uno Watch eingeladen worden. Mit seinen Anmerkungen würde er die "Reputation des Rates" angreifen, hieß es von chinesischer Seite.

Yang durfte dennoch fortfahren, er sprach weitere sensible Themen an: die Kulturrevolution im China von Mao Zedong, die Unterdrückung der inzwischen verbotenen Bewegung Falun Gong und der demokratischen Bewegungen. "Millionen Menschen sind gestorben", sagte Yang.

Nach einer erneuten Unterbrechung fuhr Yang fort. Die gerade beschlossene Verfassungsänderung, wonach Chinas Präsident ohne zeitliche Beschränkung im Amt bleiben dürfe, führe zurück in eine Diktatur. Der chinesische Vertreter warf ihm darauf vor, er argumentiere am Thema der Sitzung vorbei.

Diese war angelehnt an eine Menschenrechts-Deklaration, wonach Nichtregierungsorganisationen "frei sein müssen, um sich ohne Einschränkungen oder Eingriffe für Menschenrechte einzusetzen".

vks/AP



insgesamt 19 Beiträge
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hardeenetwork 21.03.2018
1. Yang Jianli
Meinen höchsten Respekt vor diesem Mann. Er hat den Mut die chineischen "Verhältnisse" vor dem UNO-Menschenrechtsrat anzusprechen und setzt sich dabei gegen einen Vertreter der chinesischen Regierung durch. Einfach Grossartig!
thomas0815-1 21.03.2018
2. So lächerlich
Ein erschreckendes Beispiel für das "Politiktheater" und diese lächerliche "Nummer" Namens UNO die nichts, aber auch gar nichts mehr "zu melden" hat. Es wird nicht mehr lange dauern, und die 'Volksrepublik' China (ein Witz an sich) wird daran gar nicht mehr teilnehmen. Und wir lassen uns das gefallen.
janne2109 21.03.2018
3. niemand
niemand hat sich aufgergt, ist auf die Straße gegangen als beschlossen wurde eine Regierungszeit auf Lebenslang gesetzlich zu verankern, mir ein Rätsel
Schlaflöwe 21.03.2018
4. Die Demokratie ist nicht nur in China, sondern weltweit
auf dem Rückzug. Schlimm.
white_rd 21.03.2018
5. cwoller der troller
Na, zumindest lockt er Forentrolle wie Sie aus der rechten Schmuddelecke vor.
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