Joachim Rücker Deutscher Diplomat wird Chef des Uno-Menschenrechtsrats

Er war Oberbürgermeister von Sindelfingen und Botschafter in Schweden. Ab 1. Januar hat Joachim Rücker eine neue Aufgabe: Der Diplomat wird Chef des Uno-Menschenrechtsrats - und hat sich hohe Ziele gesetzt.

Uno-Diplomat Rücker: "Eine große Ehre für mich und Deutschland"
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Uno-Diplomat Rücker: "Eine große Ehre für mich und Deutschland"


Genf - Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen wird im kommenden Jahr vom deutschen Uno-Botschafter Joachim Rücker geleitet. Der Diplomat wurde in Genf an die Spitze des Gremiums gewählt, in dem 47 Mitgliedstaaten vertreten sind. Rücker löst am 1. Januar 2015 Baudelaire Ndong Ella aus Gabun ab. Er wird das Amt ein Jahr lang innehaben.

"Dies ist ein einzigartiges Privileg und eine große Ehre für mich und mein Heimatland Deutschland", sagte der 63 Jahre alte Diplomat. An der Spitze des Uno-Menschenrechtsrats handelt Rücker aber nicht im Auftrag der Bundesregierung, sondern als überparteilicher Präsident.

Rücker kündigte an, dass er den Uno-Menschenrechtsrat effektiver machen wolle. Im Falle des Vormarsches der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) habe der Menschenrechtsrat sich im Sommer womöglich zu viel Zeit genommen, bevor eine Sondersitzung angesetzt worden sei, sagte der Deutsche.

"Menschenrechtsarbeit ist unterfinanziert"

Rücker will versuchen, die Bedeutung der Menschenrechte innerhalb der Uno zu stärken. Er werde sich für eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Menschenrechtsarbeit bei den Vereinten Nationen engagieren, sagte er. "Die Menschenrechtsarbeit als eines der drei Standbeine der Uno ist eindeutig unterfinanziert."

Der promovierte Volkswirt und ehemalige Oberbürgermeister von Sindelfingen hatte vor seinem Wechsel nach Genf als Chefinspekteur des Außenministeriums gearbeitet. Er war auch als Botschafter in Schweden im Einsatz. Für die Vereinten Nationen hatte Rücker die Kosovo-Mission geleitet.

syd/dpa



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