Uno-Report 43 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht

Sie fliehen vor Gewalt und Krieg, ihre Situation ist oft hoffnungslos: Weltweit gibt es nach dem neuen Uno-Jahresbericht mehr als 43 Millionen Flüchtlinge - so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Immer weniger von ihnen wollen in ihre Heimat zurückkehren.

Flüchtlinge in Afghanistan: Millionen sind seit Jahren auf der Flucht
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Flüchtlinge in Afghanistan: Millionen sind seit Jahren auf der Flucht


Berlin - Die Bilder ähneln sich: In Somalia wartet eine verzweifelte Frau auf die Aufnahme in ein Flüchtlingslager, Kinder mit traurigen Augen in Afghanistan und im Kongo stehen in zerschlissenen Kleidern zwischen Baracken. Mehr als 43 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr weltweit auf der Flucht vor Kriegen und Konflikten. Dies geht aus dem neuesten Jahresbericht des Uno-Flüchtlingskommissariats hervor. Nach Uno-Angaben ist das die höchste Zahl seit Mitte der neunziger Jahre. Gleichzeitig fiel die Zahl der Flüchtlinge, die freiwillig nach Hause zurückkehrten, auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.

Große Hoffnung auf baldige Besserung haben die Vereinten Nationen nicht. Uno-Flüchtlingskommissar António Guterres sagte zu Beginn eines Deutschland-Besuchs: "Die großen Konflikte in Afghanistan, Somalia oder der Demokratischen Republik Kongo sind weit davon entfernt, gelöst zu werden." Mehr als fünf Millionen Menschen sind sogar seit mehr als fünf Jahren auf der Flucht.

Nach Uno-Angaben hat sich die Zahl der Flüchtlinge, die außerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes leben, mit 15,2 Millionen im Vergleich zum Vorjahr kaum geändert. Zwei Drittel dieser Menschen fallen unter das Mandat des UNHCR, während ein Drittel im Verantwortungsbereich des Uno-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) lebt.

Lediglich 251.000 Flüchtlinge konnten im vergangenen Jahr wieder in ihre Heimat zurückkehren. Im langjährigen Durchschnitt waren dies bislang eine Million Menschen pro Jahr.

anr/dpa/apn



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diablog 15.06.2010
1. Wo eine Waffe ist, gibt,s einen Mensch auf den sie gerichtet wird
Ein Teletext-Seite der Sf1 von heute schreibt: "Jeder 7 Mensch ist bewaffnet. Weltweit gibt es zurzeit schätzungsweise 875 Mio.Schusswaffen. Diese geht aus dem Kleinwaffen-Report 2010 hervor. Der Bericht wurde am UNO Hauptsitz in New York vorgestellt.(...) Erstmals wurde auch der Munitionshandel vertieft untersucht. Der Waffenhandel sei "viel grösser als bisher angenommen" so der Bericht. Der Wert der Klein-und Leichtwaffen beläuft sich auf jährlich 4,3 Milliard Dollar." Die Teletextseite wird heute Abend gelöscht, es kommen weitere dramatische Berichten aus aller Welt, oder aus der Nachbarschaft. Sysop hat sein KOmmentar Vormittag verfasst, und bisher hat noch keiner reagiert, keiner hat sich aufgeregt, oder die Dramatik des Bericht erkannt. Sind wir so abgestumpft, oder wollen wir zuerst unsere Grenzen, dann unsere Türe, schliesslich unsere Augen absperren oder verschliessen? Wollen wir, oder tun wir schon längst? Oder müssen wir hinter all diesen Kriegen mit ihren grausamen auswirkungen und Folgen, die Profiteure sehen?(natürlich müssen wir) Jene die die 875 Mio Waffen herstellen, verkaufen und davon profitieren? Gibt es hinter dem Elend, Todesangst und Hilflosigkeit der Flüchtlingen dieser Welt ein irrsinnig zynisches System? Quo vadis Mensch?
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