Uno-Resolution: Assad will bei Zerstörung von Chemiewaffen kooperieren

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Syrischer Präsident Assad: "Es ist unser Wille"

Als hätte er es schon immer gewollt: In einem Fernsehinterview erklärt Syriens Präsident Assad, bei der Zerstörung seiner Chemiewaffen mitzuwirken. Auch für eine Friedenskonferenz zeigt er sich offen - allerdings nicht ohne Europa zu beleidigen.

Istanbul - Nach der Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Vernichtung der Chemiewaffen Syriens hat Präsident Baschar al-Assad in einem Fernsehinterview seine Bereitschaft zur Kooperation versichert. Dem italienischen Sender Rai News 24 sagte er in dem am Sonntag veröffentlichten Gespräch: "Wir machen das nicht wegen der Uno-Resolution, sondern weil es unser Wille ist."

An diesen Montag reisen etwa 20 Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen nach Damaskus. Ihr wichtigstes Ziel ist es, zuerst Einrichtungen für die Produktion sowie das Mischen und Füllen von C-Waffen und Munition zu zerstören. Ende Oktober müssen die Inspekteure alle Anlagen erstmals besichtigt haben. Bis zum 15. November legt der OVCW-Exekutivrat dann die Etappen für die Zerstörung der Chemiewaffen fest.

Europäer wären auf Friedenskonferenz nur "Accessoires"

Assad verwies in dem Zusammenhang auf "technische Probleme", vor denen die Inspekteure bald stehen könnten: Es könne für das Team schwierig werden, die Einrichtungen zu erreichen, wenn "Terroristen" ihnen Hindernisse in den Weg legten.

Assad sagte zugleich, die syrische Regierung sei grundsätzlich zu einer Teilnahme an internationalen Friedensgesprächen im November in Genf bereit. Die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana zitierte ebenfalls aus dem Interview.

Demnach sagte Assad mit Blick auf "Genf 2" über Verhandlungen mit den Golfstaaten Saudi-Arabien und Katar: "Wenn die USA teilnehmen, sind sie der Hauptgesprächspartner - alle anderen sind Accessoires." Auch die meisten europäischen Staaten hätten nicht die Fähigkeit, eine effiziente Rolle zu spielen, fügte er hinzu.

ade/dpa/AFP

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1.
wynkendewild 29.09.2013
Zitat von sysopAls hätte er es schon immer gewollt: In einem Fernsehinterview erklärt Syriens Präsident Assad, bei der Zerstörung seiner Chemiewaffen mitzuwirken. Auch für eine Friedenskonferenz zeigt er sich offen - allerdings nicht ohne Europa zu beleidigen. Uno-Resolution: Assad will Chemiewaffen mit zerstören - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-resolution-assad-will-chemiewaffen-mit-zerstoeren-a-925200.html)
Hat er denn so Unrecht mit seiner Aussage?
2. In einem Punkt hat er ja Recht
mattijoon 29.09.2013
Ich stimme ungern einem Diktator zu, aber wo er Recht hat, hat er Recht. Europa verfügt über keine Außenpolitik. Seit Jahren streiten sich Merkel und Cameron um die Rolle des Lieblingspudels der Amerikaner. Überall auf der Welt weiß man das, nur Europa selbst macht sich (und seinen Bürgern) noch was vor. Einst so ein großartiger Kontinent, und so tief gesunken.
3.
mesopotamien00 29.09.2013
Keine europäische Armee ist trotz rückendeckung der amerikaner Inder Lage so ein Aufstand (100.000 aufständische ,"Rebellen" ,Terroristen unter Waffen ) über so lange zeit (knapp 3 Jahre) Erfolgreich entgegenzutreten im eigene Lande. Syriens Armee sollte unter den top5 dr stärksten Armeen der Welt die Europäer sind nur konsum Opfer der großen Konzerne dafür sind sie gut für größeres ganz bisschen.
4.
wynkendewild 29.09.2013
Zitat von mattijoonIch stimme ungern einem Diktator zu, aber wo er Recht hat, hat er Recht. Europa verfügt über keine Außenpolitik. Seit Jahren streiten sich Merkel und Cameron um die Rolle des Lieblingspudels der Amerikaner. Überall auf der Welt weiß man das, nur Europa selbst macht sich (und seinen Bürgern) noch was vor. Einst so ein großartiger Kontinent, und so tief gesunken.
Einer der "Lieblingspudel" der USA war immer noch Herr Schröder,schließlich war er es, der von uneingeschränkter Solidarität sprach und deutsche Soldaten im Namen Washingtons ins Mittelmeer, nach Afghanistan und in das Kosovo entsandt hat. Frau Merkel hat uns vor neuen Abenteuern (Libyen) bewahrt. Unter einer CDU-geführten Regierung hätte sich die Bundesrepublik an keinem einzigen Krieg beteiligt. Europa hat bedingt durch die beiden Weltkriege und den kalten Krieg so gut wie jeglich Entscheidungskraft eingebüßt. Das sollte an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben. Den Bürger trifft hier jedoch zu gleichen Teilen die Schuld. Schließlich sehnt er sich nach weltpolitischer Isolation und radikaler Besitzstandswahrung auf kosten zukünftiger Generationen.
5.
wynkendewild 29.09.2013
Zitat von mesopotamien00Keine europäische Armee ist trotz rückendeckung der amerikaner Inder Lage so ein Aufstand (100.000 aufständische ,"Rebellen" ,Terroristen unter Waffen ) über so lange zeit (knapp 3 Jahre) Erfolgreich entgegenzutreten im eigene Lande. Syriens Armee sollte unter den top5 dr stärksten Armeen der Welt die Europäer sind nur konsum Opfer der großen Konzerne dafür sind sie gut für größeres ganz bisschen.
Hier irren Sie sich gewaltig. Europäische Armeen sind Instrumente ihrer Zivilgesellschaften, die Gewalt ablehnen. Deren Streitkräfte wären jedoch in der Lage solche einen Aufstand niederzuschlagen, man müsste ihnen nur das richtige Mandat dazu erteilen und ein klares, und sinnvolles Ziel geben. Die syrische Armee kämpft um ihr Land unsere Armeen werden hingegen in Konflikte geschickt deren Sinnhaftigkeit zu 100% in Frage gestellt werden darf und sollte.
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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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