Uno-Sanktionen China lässt alle nordkoreanischen Firmen schließen

China galt als engster Verbündeter des Regimes in Pjöngjang. Doch jetzt ordnete Peking als Folge der Uno-Sanktionen die Schließung aller nordkoreanischen Firmen in der Volksrepublik an.

Lastwagen auf der "Freundschaftsbrücke" zwischen Nordkorea und China
AFP

Lastwagen auf der "Freundschaftsbrücke" zwischen Nordkorea und China


China setzt die gegen Nordkorea verhängten scharfen Uno-Sanktionen offenbar konsequent um. Bis Januar müssten alle nordkoreanischen Unternehmen, auch Joint Ventures mit chinesischen Firmen, geschlossen werden, teilte das Handelsministerium in Peking mit.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte am 12. September einstimmig seine wegen des Raketen- und Atomprogramms gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang verhängten Sanktionen verschärft. Textilexporte aus Nordkorea wurden verboten, die Lieferung von Treibstoff eingeschränkt. Ausgelöst wurde die Resolution durch den sechsten und bislang größten Atomwaffentest.

China galt bislang als der wichtigste Verbündete Nordkoreas. Schon im August hatte Peking angekündigt, bestimmte Produkte aus Nordkorea ab sofort nicht mehr importieren zu wollen. Das Gremium verabschiedete einstimmig eine Resolution, die dem isolierten Land unter anderem den Export von Kohle, Eisen und Blei untersagt.

Südkorea rechnet mit neuen Provokationen

Die US-Regierung wirft Peking seit Monaten vor, nicht genug Druck auf Pjöngjang auszuüben.

Südkorea erwartet derweil Mitte Oktober weitere Provokationen Nordkoreas. Es stünden der Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Nordkoreas und der Kongress der Kommunistischen Partei in China bevor, sagte der Nationale Sicherheitsberater Südkoreas, Chung Eui Yong, am Donnerstag bei einem Treffen mit Präsident Moon Jae In.

Er erwarte, dass Nordkorea um den 10. und den 18. Oktober etwas unternehme, sagte Chung, ohne das weiter auszuführen. Chung habe auch die Befürchtung geäußert, dass ein militärischer Konflikt durch einen Unfall oder ein Versehen ausgelöst werden könnte, sagte der Abgeordnete Park Wan Ju.

als/Reuters/AFP



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