Uno-Sanktionen China stoppt Einfuhr von Gütern aus Nordkorea

China beginnt mit der Umsetzung der Uno-Sanktionen gegen Nordkorea. Das teilte das Handelsministerium in Peking mit. Der Importstopp gilt demnach für Stahl und Meeresfrüchte.


Die chinesische Regierung hat angekündigt, bestimmte Produkte aus Nordkorea ab sofort nicht mehr importieren zu wollen. Der Einfuhrstopp gilt unter anderem für Stahl und Meeresfrüchte. Damit setzt Peking zügig die Anfang August beschlossenen Uno-Sanktionen um.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte nach den wiederholten Raketentests Konsequenzen gezogen und Zwangsmaßnahmen gegen das Land verhängt. Das Gremium verabschiedete einstimmig eine Resolution, die dem isolierten Land unter anderem den Export von Kohle, Eisen und Blei untersagt. Verboten sind zudem neue Joint Ventures mit Nordkorea und Investitionen in bereits bestehende Projekte. Die Einnahmen aus dem internationalen Handel sollen um ein Drittel beschnitten werden.

Im vergangenen Jahr lagen Nordkoreas Einkünfte aus Exportgeschäften bei insgesamt drei Milliarden US-Dollar (etwa 2,55 Milliarden Euro). Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels läuft über China, das im Frühjahr schon von sich aus Importe von Kohle aus Nordkorea gestoppt hatte. Die Volksrepublik ist der letzte wichtige Verbündete Nordkoreas.

Die US-Regierung wirft Peking seit Monaten vor, nicht genug Druck auf Pjöngjang auszuüben. Hintergrund der neuesten Sanktionen sind die jüngsten Tests von Interkontinentalraketen durch die Regierung in Pjöngjang. Die Ende Juli abgeschossene Rakete hätte nach Ansicht von Experten Städte wie Los Angeles erreichen können. Die Sanktionen der internationalen Gemeinschaft müssen innerhalb von 30 Tagen umgesetzt werden.

mho/vks/AFP/Reuters



insgesamt 17 Beiträge
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tomxxx 14.08.2017
1. Diese Nachricht ist etwas problematisch...
wie die ganze China-Berichterstattung. Fakt ist (und das glaube ich gern), dass die Aussagen der chinesischen Behörden genau so gefallen sind! Die offene Frage ist: hat das an der Grenze von China und Nordkorea irgendeine reale Bedeutung oder läuft da alles weiter wie bisher...?
wrkffm 14.08.2017
2. Möchtegern Weltmacht
Dem Größenwahnsinnigen werden die Sanktionen, die ihn letztendlich ja besänftigen sollen, ein noch rigoroserer Drang zur Eskalation bereiten.
bigroyaleddi 14.08.2017
3. Die Worte höre ich wohl -
allein mir fehlt noch so irgendwie der Glaube. Aber es ist schon sehr bezeichnend, dass China sich irgendwie aufgerafft hat, seinem Dauerverbündeten auch mal die rote Karte zu zeigen. So ganz kann ich das aber immer noch nicht glauben. Aber vielleicht geht den Chinesen dieses nordkoreanische Rumpelstilzchen jetzt doch langsam auf den Wecker.
morax 14.08.2017
4. "offiziell"
Das heisst, dass China "offiziell" die Einfuhr stoppt um Trump zu besänftigen. Sprich ihn an der Nase herumzuführen (der auch nichts anderes verdient in diesem lächerlichen Ego-Theater zwischen Kim und Trump). Ich fasse mir regelmässig an die Stirn wie einfältig dieses Thema gehandhabt wird. Entweder geht es da im Verborgenen um etwas ganz Anderes, oder dann ist der Schwachsinn fähig geworden unerkannt auf dem Parkett der Weltöffentlichkeit zu tanzen! Kim hat doch nichts anderes im Visier als sein Ego - er will Aufmerkamkeit, wahrgenommen Werden, dazu ab und zu einen Knaller in den Keller werfen (obwohl er weiss dass Andere viel mehr und grössere davon haben - deshalb wird er sich garantiert wie ein halbwegs schlauer Rotzbengel verhalten, und sich hüten einen in Nachbars Garten zu werfen). Da es aber noch diesen durtchschnittlich Begabten Sheriff in der Strasse gibt, der ebenfalls täglich sein krankhaftes Ego polieren muss - tritt dieser natürlich, keine Gelegenheit auslassend - tief eingeatmet und mit geschwollener Brust - partout jedesmal in Szene! Eigentlich geht sowas auf keine Kuhhaut, das man sich mit dem Thema überhaupt beschäftigt. Wenn nicht Japan und Südkorea dauernd am rum wimmern wären wie böse und gefährlich doch dieser feiste böse Kim da in der Nachbarschaft doch ist! Ein paar halbwegs effiziente Raketenabwehrsysteme in Südkorea und Japan - oder auf Schiffen in der Nähe - würden den Job erledigen, seine gepimpten Silvesterraketen abzufangen! Aber beinahe jeden Tag, und zumindest jede Woche liest man wieder von dieser lächerlichen Seifenoper in Fernost.. Klar sind die Chinesen wohl mehr amüsiert als tatsächlich besorgt über das treiben der USA (sonst können sie ja gerne mal über die grotesken Schulden reden, welche die USA noch bei den Chinesen haben) und machen halt mal so wässrige Zugeständnisse wie "wir stoppen die Einfuhr von Gütern aus Nordkorea" - läuft das halt einfach über andere Kanäle und fake-Firmen.. "who cares" - ein Witz der zur ganzen Geschichte passt!
Norbert1981 14.08.2017
5. ...
Zitat von bigroyaleddiallein mir fehlt noch so irgendwie der Glaube. Aber es ist schon sehr bezeichnend, dass China sich irgendwie aufgerafft hat, seinem Dauerverbündeten auch mal die rote Karte zu zeigen. So ganz kann ich das aber immer noch nicht glauben. Aber vielleicht geht den Chinesen dieses nordkoreanische Rumpelstilzchen jetzt doch langsam auf den Wecker.
Das ist wirklich nicht das Erstmal, was die Chinesen großes Embargo (z.B. in 2006 Embargo für Kohlen) gegen Nordkorea verhängt haben. Nur wurden solche Embargos damals sehr wenig bis gar nix von westlichen Medien berichtet. In 1992 hat China mit Südkorea diplomatische Beziehung aufgenommen. Seitdem hat die Beziehung zwischen China und Nordkorea in der Tat sich immer verschlechtert, weil damals in den 50er Jahren nach Beendigung von Korea-Krieg China und Nordkorea sich gegenseitig vereinbart hatten, dass China niemals Südkorea und zugleich Nordkorea niemals Taiwan dipolmatisch annerkennen wurde.
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