Ansar al-Scharia Uno setzt libysche Islamistenmiliz auf Terrorliste

Der Uno-Sicherheitsrat hat zwei Ableger der libyschen Islamistenmiliz auf seine Terrorliste gesetzt. Einreisesperren wurden verhängt, Konten gesperrt.

Ansar-al-Scharia-Miliz in Libyen: Propaganda mit Panzer
AFP

Ansar-al-Scharia-Miliz in Libyen: Propaganda mit Panzer


New York - Die Vereinten Nationen haben libysche Ableger der Islamistenmiliz Ansar al-Scharia auf ihre Terrorliste gesetzt. Das geht aus einer vom zuständigen Komitee des Sicherheitsrates veröffentlichten Übersicht hervor. Betroffen seien zwei Gruppen in den heftig umkämpften östlichen Städten Bengasi und Derma. Einreise- und Kontensperren seien verhängt worden.

Der Sicherheitsrat setzte die Islamisten auf Bestreben Frankreichs, Großbritanniens und der USA auf die schwarze Liste. Ansar al-Scharia wird von den USA bereits als Terrororganisation gelistet.

Ansar al-Scharia ist lose mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbunden. Die Gruppierungen führen die schwarz-weiße Fahne mit der Aufschrift "Es gibt keinen Gott außer Gott" mit sich, wie es auch der IS tut. Der tunesische Ansar-al-Scharia-Ableger stand bereits auf der Terror-Liste.

Der britische Außenminister Philp Hammond begrüßte den Schritt. Er sende die deutliche Botschaft, dass die Uno zum Handeln gegen Extremistengruppen in Libyen bereit seien. Beide Gruppen seien für Terrorakte in dem Land verantwortlich. "Inklusive Bomben-Anschlägen, Kidnapping und Mord", sagte der Minister.

Ansar Al-Scharia soll hinter dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi im Jahr 2012 stecken. Dabei kamen der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten ums Leben. Erst Tage später stufte die US-Regierung den Zwischenfall als Terrorattacke ein.

Seit Monaten kämpft die libysche Armee in Bengasi gegen Islamistenmilizen um die Vorherrschaft in der zweitgrößten Stadt des Landes.

som/dpa/AP/Reuters



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