New York/Bamako - Mit ihrer jüngsten Offensive weiten die islamistischen Rebellen in Mali ihr Einflussgebiet in dem westafrikanischen Land erheblich aus - zur Besorgnis der Weltgemeinschaft: Der Uno-Sicherheitsrat hat sich dafür ausgesprochen, zügig eine internationale Truppe zu entsenden. Nach einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung forderte der Sicherheitsrat erneut dazu auf, die Sicherheitskräfte Malis zu unterstützen, um die von terroristischen Gruppen ausgehende Gefahr zu reduzieren. Bereits im Dezember hatte das Gremium die afrikanisch geführte Internationale Unterstützungsmission in Mali (Afisma) genehmigt.
Vor der Dringlichkeitssitzung hatte Malis Präsident Dioncounda Traoré in einem Brief an den französischen Präsidenten François Hollande und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon um Hilfe für sein Land gebeten. Frankreich werde Mali beistehen, versicherte der Uno-Botschafter des Landes, Gérard Araud, im Anschluss an die Sitzung.
Gegen die Gruppen, die am Donnerstag die strategisch wichtige Stadt Konna eroberten und eine weitere Stadt belagerten, müsse dringend vorgegangen werden, sagte Araud. "Dieser terroristische Angriff schwächt die Stabilität Malis und damit auch die seiner Nachbarn noch mehr. Jetzt steht der Bestand der malischen Regierung und die Sicherheit der Zivilbevölkerung auf dem Spiel." Wie genau Frankreich helfen werde, müssten die Behörden noch entscheiden. Eine Antwort auf den Brief Traorés werde am Freitag in Paris verkündet.
Islamisten melden Einnahme der Stadt Konna
Die Uno-Botschafterin der USA, Susan Rice, sagte, auf Einzelheiten und Details der benötigten Hilfe sei der Brief aus Mali nicht eingegangen. "Grundsätzlich stand darin: Frankreich, hilf!", sagte Rice. Die USA werde sich finanziell an der Mission beteiligen.
Die islamistischen Rebellen in Mali sind offenbar weiter auf dem Vormarsch nach Süden. Anwohner der Stadt Konna berichteten am Donnerstag SPIEGEL ONLINE und der Nachrichtenagentur dpa von heftigen Kämpfen vor Ort. "Pick-Ups fahren durch die Straßen, als erstes haben die islamistischen Kämpfer vor einer Kirche gestoppt und mehrere Raketen darauf abgefeuert", sagte eine Bewohnerin. Die Regierungssoldaten würden aus der Region fliehen.
Die Islamisten erklärten, sie hätten die im Zentrum des Krisenlandes liegende Stadt eingenommen. "Dschihadisten lügen nie. Wir kontrollieren Konna", sagte Oumar Hamaha, ein Sprecher der "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MUJWA), der dpa am Telefon. Die malische Armee dementierte diese Aussage.
Konna liegt nur wenige Kilometer nördlich der strategisch wichtigen Stadt Mopti und galt als letzter noch von den Regierungstruppen beherrschte Kontrollpunkt. Die Islamisten beherrschen bereits seit Monaten Nord-Mali und kontrollieren zwei Drittel der Landesfläche. Sie hatten das Gebiet nach einem Militärputsch im März erobert und dort eine strenge Auslegung der Scharia eingeführt.
fdi/dpa/dapd/AFP
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