Atomtest Uno-Sicherheitsrat droht Nordkorea mit weiteren Maßnahmen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den unterirdischen Atomwaffenversuch in Nordkorea scharf verurteilt. Das höchste Uno-Gremium kündigte nach einer Dringlichkeitssitzung weitere Maßnahmen gegen Pjöngjang an.

Südkoreaner schauen TV-Bericht über Atomtest des Nordens: Uno rügt Nordkorea scharf
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Südkoreaner schauen TV-Bericht über Atomtest des Nordens: Uno rügt Nordkorea scharf


New York - Der Uno-Sicherheitsrat hat den nordkoreanischen Atomtest entschieden verurteilt. Der Test stelle eine "eindeutige Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit dar", erklärte das Gremium am Dienstag in New York nach einer Dringlichkeitssitzung hinter verschlossenen Türen.

Der Rat kündigte an, weitere Maßnahmen durchzusetzen. Nach Angaben von Diplomaten könnte es sich dabei um eine weitere Resolution oder neue Sanktionen handeln. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, sagte, die USA und ihre Verbündeten strebten an, die Sanktionen gegen Nordkorea weiter zu verschärfen.

Das höchste Uno-Gremium war in New York zu einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung zusammengetroffen. Der derzeitige Präsident des 15-Mitglieder-Gremiums, der südkoreanische Uno-Botschafter Kim Sook, hatte zuvor um das Treffen gebeten.

Trotz aller Warnungen hatte Nordkorea am Dienstagmorgen genau zwei Monate nach dem weltweit verurteilten Raketenstart einen dritten Atomtest durchgeführt. Der unterirdische Atomversuch sei am Dienstag erfolgreich verlaufen, berichteten die nordkoreanischen Staatsmedien. Bei dem Test sei ein "miniaturisierter" Sprengsatz mit höherer Explosionskraft als bei den früheren Tests gezündet worden.

Nordkorea legt mit Drohungen nach

Nordkorea legte am Abend mit weiteren Drohungen nach. Der Test sei nur eine "erste Gegenmaßnahme" gewesen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Sollten die USA durch ihr "feindseliges Vorgehen gegen die Volksrepublik" die Angelegenheit kompliziert machen, werde das Land keine andere Wahl haben, "zweite und dritte, stärkere Schritte in Folge zu unternehmen".

Nordkorea hatte den Test aus Protest gegen die Ausweitung von UN-Sanktionen gegen das Land wegen seines umstrittenen Raketenstarts im Dezember angekündigt. Die USA, Südkorea und andere Staaten sehen diesen als verschleierten Waffentest im Rahmen des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms.

Schon vor der Kritik des Uno-Sicherheitsrats hatte es von den Vetomächten scharfe Vorwürfe an Pjöngjang gegeben. US-Präsident Barack Obama sprach in einer vom Weißen Haus verbreiteten Stellungnahme von einer höchst provokativen Aktion. Der Test erfolgte nur wenige Stunden vor der Rede Obamas zur Lage an die Nation. Moskau forderte die Führung in Pjöngjang unter Androhung weiterer Sanktionen zum Verzicht auf ihr Raketenprogramm auf.

China forderte Nordkorea "dringend auf, sich an seine Verpflichtung zur Denuklearisierung zu halten und keine weiteren Aktivitäten durchzuführen, die die Situation verschlimmern könnten". In Peking wurde Nordkoreas Botschafter in das Außenministerium zitiert, wo ihm Minister Yang Jiechi einen geharnischten Protest und die "starke Unzufriedenheit" Chinas mit der "Missachtung der Haltung der internationalen Gemeinschaft" übermittelte.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte weitere internationale Sanktionen gegen Nordkorea. Japan kündigte eine Verschärfung seiner Sanktionen gegen das Nachbarland an. Südkorea berief wie Japan den nationalen Sicherheitsrat ein. Die Streitkräfte Südkoreas wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

fab/AFP/AP

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insgesamt 11 Beiträge
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reever_de 12.02.2013
1. Oh weh!
Kim und Genossen werden vor Angst diese Nacht wohl nicht in den Schlaf kommen ...
seans 12.02.2013
2. Zu lange weggesehen!
Die internationale Staatengemeinschaft hat zu lange nicht agiert und hätte den Druck auf Nordkorea deutlich früher erhöhen müssen. Wie man sieht, helfen Sanktionen bei Staaten wie dem Iran und Nordkorea nicht. Sie treffen eigentlich nur das ohnehin schon geknechtete Volk, während die Machthaber weiter an der Quelle des Reichtums sitzen. Wehret den Anfängen kann man hier nur sagen. Wenn man bedenkt, dass weite Teile der Bevölkerung Nordkoreas in bitterer Armut leben, mutet es zynisch und höhnisch an, dass eben dieser junge, nichtsnutzige Diktator das Gros seines Haushaltes in den Militärapparat steckt. Die gleichzeitigen Drohgebärden sind nicht zu übersehen. Obama hat mit seiner Politik der Sanktionen eine wesentliche Chance verspielt, diese Diktatur, in der Abertausende in unmenschlichen Straflagern leben, entschiedener zu treffen. Man kann nur hoffen, dass die weitere Vorgehensweise gegenüber Nordkorea nun eine sehr robuste sein wird.
audumbla 12.02.2013
3.
Kim Sun (oder wie auch immer) wird sich vor lauter Angst wegen der UNO in die Hose machen. Bei denen hilft nur die brutale Gewalt. Sowie er auch sein Volk unterdrueckt, so muss er auch bekaempft werden.
viceman 12.02.2013
4. welche "internationale staatengemeinschaft" ist denn
Zitat von seansDie internationale Staatengemeinschaft hat zu lange nicht agiert und hätte den Druck auf Nordkorea deutlich früher erhöhen müssen. Wie man sieht, helfen Sanktionen bei Staaten wie dem Iran und Nordkorea nicht. Sie treffen eigentlich nur das ohnehin schon geknechtete Volk, während die Machthaber weiter an der Quelle des Reichtums sitzen. Wehret den Anfängen kann man hier nur sagen. Wenn man bedenkt, dass weite Teile der Bevölkerung Nordkoreas in bitterer Armut leben, mutet es zynisch und höhnisch an, dass eben dieser junge, nichtsnutzige Diktator das Gros seines Haushaltes in den Militärapparat steckt. Die gleichzeitigen Drohgebärden sind nicht zu übersehen. Obama hat mit seiner Politik der Sanktionen eine wesentliche Chance verspielt, diese Diktatur, in der Abertausende in unmenschlichen Straflagern leben, entschiedener zu treffen. Man kann nur hoffen, dass die weitere Vorgehensweise gegenüber Nordkorea nun eine sehr robuste sein wird.
angesprochen? diejenigen die selbst atomwaffen besitzen , sie gar schon eingesetzt haben? die gerade krieg in afghanistan, mali,pakistan und diverse stellvertreterkriege führen? die aber-und abermilliarden in rüstung,krieg und den profit der rüstungsindustrie stecken? das land, welches meint ein "rechtsstaat" zu sein und ohne verhandlung und urteil leute in der ganzen welt nach eigenem gutdünken umbringt? also , schlimmer und menschenverachtender ist die nordkoreanische führung (noch) nicht? und was lehrt uns das, lieber mal vorab denken und......
tomtor 12.02.2013
5. gutes zureden hilft nichts
das müsste die welt doch spätestens nach dem zusammenbruch des ostblocks gemerkt haben, nur starker druck ohne gnade, das ist die einzige sprache die solche diktaturen verstehen und das ist auch die sprache mit der sie sich gebärden, was anderes begreifen sie nicht die nicht, so wars schon immer und daran wird sich auch nichts ändern (iran, syrien, nordkorea, weissrussland.....) immer die selbe geschichte
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