Uno-Sitzung: Chavez beschimpft Bush als Teufel

Wüste Attacke von Venezuelas Präsident Hugo Chavez: Vor der Uno-Vollversammlung beschimpfte er den US-Präsidenten als "Teufel höchstpersönlich". Die USA seien "die größte Gefahr für unseren Planeten", fügte er hinzu.

New York - "Gestern war der Teufel hier, genau hier", sagte Chavez heute und deutete auf den Pult, von dem Bush zum Auftakt der Generaldebatte 24 Stunden zuvor seine Rede gehalten hatte. "Und es riecht hier noch immer nach Schwefel", fügte er hinzu und bekreuzigte sich dabei.

Hugo Chavez vor der Uno: "Es riecht hier immer noch nach Schwefel".
REUTERS

Hugo Chavez vor der Uno: "Es riecht hier immer noch nach Schwefel".

Vom gleichen Podium wie jetzt er habe der US-Präsident, "der Herr, den ich den Teufel nenne, ganz genau so gesprochen, als gehöre ihm die Welt. Ich denke, wir sollten einen Psychiater bestellen, um die Rede (von Bush) analysieren zu lassen", sagte Chavez.

Der Präsident Venezuelas empfahl den Staats- und Regierungschefs im Plenum der Vereinten Nationen, die Ausführungen des amerikanischen Schriftstellers Noam Chomsky über die imperialistischen Strategien der USA zu lesen. Dann würden auch sie erkennen, dass die USA "die größte Gefahr für unseren Planeten sind" und das Überleben der Spezies Mensch bedroht.

Zudem habe die US-Dominanz im Weltsicherheitsrat das Gremium wertlos gemacht. Das nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene System der Vereinten Nationen sei zusammengebrochen und ohne jeden Wert.

Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton lehnte eine Stellungnahme zu der Attacke auf Bush ab. "Wir gehen nicht auf diese Art von Mätzchen ein, mit der Chávez an internationale Angelegenheiten herangeht. Worum es hier wirklich geht ist, dass er weiß, dass er auf diesem Podium sein Recht auf Redefreiheit ausüben kann. Wie wäre es damit, dem Volk von Venezuela dieselbe Freiheit einzuräumen?", sagte Bolton.

Unter Bezug auf die vielen Opfer des Irakkrieges forderte Chávez später auf einer Pressekonferenz, US-Präsident Bush vor einem internationalen Gericht wegen Völkermord anzuklagen. Tausende Soldaten und Zivilisten hätten durch den Krieg ihr Leben oder auch nur Beine, Arme oder ihr Augenlicht verloren. Dabei gehe es der US- Regierung nur ums Öl und nicht, wie behauptet, um die Demokratisierung des Nahen Ostens. Chavez ist ein enger Verbündeter scharfer US-Gegner wie der Regierungen Kubas und Irans.

als/dpa/Reuters

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