Uno warnt Uganda mit Zahl der Flüchtlinge aus dem Südsudan überfordert

Das Flüchtlingshilfswerk schlägt Alarm: Der Bürgerkrieg im Südsudan habe mehr als eine Million Menschen nach Uganda getrieben. Doch das Land ist überfordert.

Flüchtlinge aus dem Südsudan
AP

Flüchtlinge aus dem Südsudan


Essensrationen wurden gekürzt, es fehlt an medizinischer Versorgung und Personal: Der Konflikt im Südsudan hat inzwischen mehr als eine Million Flüchtlinge nach Uganda getrieben. Das Nachbarland brauche dringend mehr Unterstützung, um den Geflüchteten beizustehen, mahnt das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UHNCR) in Genf.

Eine weitere Million Menschen sei aus dem Südsudan in den Sudan, nach Äthiopien, Kenia, Kongo und in die Zentralafrikanische Republik geflohen. Besonders prekär sei die Lage in Uganda, wo mehr als 85 Prozent Frauen mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ankämen, teilte das Flüchtlingshilfswerk mit.

Uganda gilt als Musterbeispiel in der Flüchtlingshilfe (lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zur Situation in Uganda). Die Regierung versucht, die Menschen möglichst in Dörfern zu integrieren, statt sie in Flüchtlingslagern unterzubringen.

Nur ein Fünftel der finanziellen Hilfe ging bisher ein

Der Südsudan ist erst 2011 vom Sudan unabhängig geworden. Dann eskalierte ein seit Langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Die politische Rivalität zwischen ihnen wird allerdings noch dadurch verschärft, dass sie unterschiedlichen Volksgruppen angehören. Ende 2013 brachen Kämpfe aus, Befriedungsversuche scheiterten.

Neben den Flüchtlingen gibt es auch im Land bereits zwei Millionen Vertriebene. Rund sechs Millionen Südsudanesen haben nicht genug zu essen - etwa die Hälfte der Bevölkerung

Um die vielen Flüchtlinge aus dem Südsudan aufzunehmen, seien laut Vereinten Nationen in diesem Jahr allein in Uganda 674 Millionen Dollar (gut 570 Millionen Euro) nötig. Bislang sei aber erst ein Fünftel davon eingegangen.

Im Juni hätten die Essensrationen für Flüchtlinge gekürzt werden müssen. Es gebe nicht genügend medizinisches Personal und in den Schulen müssten Lehrerinnen teils Klassen von 200 Schülern unterrichten.

mho/dpa



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