Ukraine-Konflikt Uno-Vollversammlung verurteilt Annexion der Krim

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat die Angliederung der Krim an Russland verurteilt. Für die Resolution, in der die Annexion der Halbinsel als ungültig bezeichnet wird, stimmten 100 Staaten. Elf votierten dagegen, unter ihnen Syrien, Nordkorea und Kuba.

Wer stimmte für das Uno-Referendum? Wer dagegen? Eine Anzeige liefert Antworten
AP/dpa

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New York - Mit großer Mehrheit hat die Uno-Vollversammlung die Annexion der Krim durch Russland für ungültig erklärt. Eine entsprechende Resolution fand am Donnerstag in New York die Zustimmung von 100 Staaten, unter ihnen Deutschland. Nur elf Mitglieder der Vereinten Nationen - unter ihnen Syrien, Nordkorea und Kuba - stimmten dagegen, 58 enthielten sich. Das Papier appelliert an die internationale Gemeinschaft, keine Veränderung der ukrainischen Grenzen anzuerkennen und eine diplomatische Lösung der Krise zu finden.

Russland wird in der Resolution nicht namentlich genannt. Ein Veto-Recht gibt es in der Vollversammlung nicht, die Resolutionen sind allerdings nicht bindend.

Zuvor hatte der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschitsja die Uno-Länder vor der Abstimmung aufgerufen, den von seinem Land eingebrachten Entwurf mitzutragen. Die Weltgemeinschaft müsse die "essenzielle Botschaft" senden, dass die Übernahme der Krim durch Russland keinen Präzedenzfall schaffe - etwa für "weitere Herausforderungen" für die internationale Rechtsordnung. (Lesen Sie hier die Ereignisse des Tages im Live-Ticker.)

Unterstützung erhielt Kiew dabei etwa von den Vereinigten Staaten: "Es ist gerechtfertigt, dass die Ukraine beim Schutz seiner Grenzen um unsere Stimmen bittet", sagte die US-Botschafterin bei der Uno, Samantha Power.

Russland bekräftigte dagegen, dass die Bevölkerung der Krim das Recht habe, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden. Über Jahrhunderte sei die Halbinsel ein "integraler Bestandteil unseres Landes" gewesen, sagte der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin. "Nur eine willkürliche Entscheidung der UdSSR, sie an die Ukraine zu übergeben, hat diesen natürlichen Stand der Dinge durcheinander gebracht." Die Sowjetunion hatte die Krim unter Nikita Chruschtschow im Jahr 1954 der ukrainischen Sowjetrepublik zugeschlagen.

vek/dpa/Reuters

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insgesamt 23 Beiträge
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steffen_schmidt 27.03.2014
1. Ok, und nun zurück zur Tagesordnung!
Es reicht, Obama soll zurück in sein tolles Land der unbegrenzten Möglichkeiten (vorher noch kurz in Oslo seinen Nobelpreis zurückgeben wär i.O.). Sein "umweltfreundliches" Schiefergas soll er in der Erde lassen und uns hier in Europa nicht erzählen, was wir zu tun und zu lassen haben.
Verändert 27.03.2014
2. Da wächst zusammen, was zusammen gehört
Russland in trauter Gemeinsamkeit mit den Friedensfürsten aus Nordkorea, Zimbabwe, Weißrussland und Syrien. Insgesamt kriegen Russland und seine Freunde immerhin noch eine Fußballmannschaft zusammen. Das interessante dabei ist, dass nicht einmal China gegen die Resolution gestimmt hat. Was für eine Klatsche für den russischen Imperialismus.
Frühling 27.03.2014
3. Uno Vollversammlung
Wieviele Resolutionen hat die UNO gegen Israel ausgesprochen, keine davon brachte irgeneine Konsequenz. Das gilt auch für diese gegen Russland.
braveman 27.03.2014
4. Das ist ein wichtiges Statement
Die Weltgemeinschaft stärkt der Ukraine klar den Rücken und erklärt das Vorgehen Russlands für völkerrechtswidrig. Nordkorea, Syrien, Weißrussland und Kuba auf der Seite Russlands, das ist schon sehr bezeichnend! Es ist zu hoffen, dass der Druck auf Russland weiter steigt!
syracusa 27.03.2014
5.
---Zitat von Artikelzitat--- Russland bekräftigte dagegen, dass die Bevölkerung der Krim das Recht habe, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden. ---Zitatende--- Das ist völlig richtig. Warum aber hat dann Russland bzw die Putin-Diktatur darüber entschieden? Wie man ein faires, demokratisches und in Einklang mit dem Völkerrecht stehendes Referendum durchführt, hätte Putin doch in Schottland abkupfern können. Aber er verlässt sich halt lieber auf sein Militär als auf Demokratie.
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