Hunderte ermordete Zivilisten Uno wirft Armee im Südsudan Gräueltaten vor

Die Vereinten Nationen prangern "grausame Gewalt" der Regierungstruppen im Südsudan an. In Hunderten Fällen sei es zu Hinrichtungen und Vergewaltigungen gekommen.

Nationalarmee des Südsudan (SPLA), Mai 2017
AFP

Nationalarmee des Südsudan (SPLA), Mai 2017


Im Südsudan komme es zu "grausamer Gewalt" durch die Regierungstruppen, teilte das Menschenrechtsbüro der Uno mit. Die dokumentierten Angriffe auf Frauen und Kinder seien "vorsätzlich, skrupellos und brutal".

Allein zwischen dem 15. April und dem 24. Mai hätten die Armee von Präsident Salva Kiir und regierungsnahe Kämpfer mehr als 230 Zivilisten getötet. Mindestens 120 Kinder und Frauen seien außerdem vergewaltigt worden - unter ihnen auch Kleinkinder. Zudem seien mehr als 130 Frauen und Mädchen entführt worden. 30.000 Menschen sind demnach jüngst vor der Gewalt geflohen.

Menschen bei lebendigem Leib verbrannt

Bei einige der Taten könne es sich um Kriegsverbrechen handeln. Auch Senioren und Menschen mit Behinderung seien auf grausame Weise getötet worden. Die Uno berichtete von Menschen, die an Bäumen aufgehängt, und anderen, die in ihren Häusern bei lebendigem Leib verbrannt wurden.

Salva Kiir (Mi.), Präsident des Südsudan
DPA

Salva Kiir (Mi.), Präsident des Südsudan

Uno-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein rief die südsudanesische Regierung dazu auf, die Angriffe auf Zivilisten zu beenden und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Seit 2013 wurden vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben

Der Südsudan hatte im Sommer 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Im Dezember 2013 begannen bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und seines Rivalen Riek Machar. Seitdem wurden Zehntausende Menschen getötet und vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Auch die Rebellen gehen äußerst brutal gegen Zivilisten vor. Mehrere Anläufe zur Beendigung des Konflikts sind bislang gescheitert.

Auch ein am Wochenende im benachbarten Uganda ausgehandelter Waffenstillstand wurde am Dienstag von den Rebellen Machars abgelehnt. Die Übereinkunft sah vor, dass Machar - wie bereits nach der Unabhängigkeit und für eine kurze Phase im Jahr 2013 - Vizepräsident unter Staatschef Kiir werden sollte.

höh/dpa



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