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Bürgerkrieg: Uno-Experten werfen syrischen Kriegsparteien Massaker vor

Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo: Experten beschuldigen Rebellen und Regierungstruppen Zur Großansicht
REUTERS

Kämpfer der Freien Syrischen Armee in Aleppo: Experten beschuldigen Rebellen und Regierungstruppen

Im syrischen Bürgerkrieg begehen Regierungstruppen und Rebellen schwerste Verbrechen an Zivilisten. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht an den Uno-Menschenrechtsrat. Auf beiden Seiten gebe es Kriegsverbrecher, die meinten, keine Bestrafung fürchten zu müssen.

Genf - Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen geht davon aus, dass im syrischen Bürgerkrieg beide Seiten Massaker begehen. Rebellen wie Regierungstruppen verüben laut der unabhängigen Experten schwerste Verbrechen an Zivilisten.

Die meisten Angriffe erfolgten zwar mit konventionellen Waffen, jedoch sei die Beendigung des Krieges seit dem wahrscheinlichen Einsatz chemischer Kampfstoffe Mitte August dringender denn je. Das betonte die vom Uno-Menschenrechtsrat berufene Untersuchungskommission für Syrien am Mittwoch in Genf bei der Vorlage ihres jüngsten Lageberichts.

Die von vier Juristen geleitete Untersuchungskommission erklärte, die Regierungstruppen hätten ihre großangelegten Angriffe gegen die Zivilbevölkerung fortgesetzt und sich dabei des Mordes, der Folter, der Vergewaltigung und der Entführung schuldig gemacht, die als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" eingestuft würden. Jedoch hätten auch die Rebellen "Kriegsverbrechen" wie Morde, außergerichtliche Hinrichtungen, Folter und Geiselnahmen begangen, erklärte die Kommission.

"Immer grausamer, immer skrupelloser"

Auf beiden Seiten gebe es Kriegsverbrecher, die offenbar meinten, keine Bestrafung fürchten zu müssen, erklärte die Expertengruppe unter Leitung des brasilianischen Diplomaten Paulo Pinheiro. Die Täter müssten unbedingt strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Der Kommission liegen nach eigenen Angaben umfangreiche Aussagen, Indizien und Beweise vor. Seit März sei es demnach zu neun Massakern gekommen.

Die Experten machten deutlich, dass der Bürgerkrieg mit immer grausameren Mitteln und immer skrupelloser geführt werde. Die Kommission präsentiert ihren Bericht dem Menschenrechtsrat, der ihn anschließend an den Uno-Sicherheitsrat in New York weiterschickt.

Zu dem Giftgasangriff am 21. August nahe Damaskus, der die Diplomaten weltweit beschäftigt, konnte die Kommission keine konkreten Angaben machen. Ihr Bericht umfasst den Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte Juli. Die von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon mit der Untersuchung des Giftgaseinsatzes beauftragten Uno-Inspektoren können ihren Bericht nach Einschätzung von Diplomaten Anfang der kommenden Woche vorlegen.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sagte, die Untersuchungsergebnisse dieses Angriffs sollten kommenden Montag veröffentlicht werden.

fab/dpa/Reuters

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insgesamt 61 Beiträge
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1. Die Bevölkerung
Streitaxt 11.09.2013
muss den Irrsinn ausbaden. Auf der einen Seite ein Diktator, der nicht merkt, dass seine Zeit vorbei ist. Auf der anderen fanatrische Gotteskrieger, die das Volk ebenso unterjochen wollen, wenn nicht shclimmer.
2. echt. wow. so schnell
tabernakelmenetekel 11.09.2013
Kommt die uno drauf. Wirklich erstaunlich. aber ist ja halb so wild da es ja keine chemiekeule ist
3. Artikel reloaded?
tschautsen 11.09.2013
Zitat von sysopREUTERSIm syrischen Bürgerkrieg begehen Rebellen ebenso wie Regierungstruppen schwerste Verbrechen an Zivilisten. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht des Uno-Menschenrechtsrats. Die Experten zählten allein in den vergangenen Monaten neun Massaker. http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-wirft-beiden-kriegsparteien-in-syrien-massaker-vor-a-921613.html
Kommt mir irgendwie bekannt vor? Werden Statements der UNO einfach mit einem neuen Datum versehen und dann nochmal rausgehauen? Die gleiche Meldung kam doch auch schon auf SPON mindestens einmal, vielleicht hat die ja noch jemand im Archiv.
4.
m.schrader 11.09.2013
na das ist doch den Pazifisten im Spiegelforum schnurzpiepegal wenn da tausende Menschen abgeschlachtet werden. Bloß nicht intervenieren, der Ölpreis könnte ja steigen!
5.
pauschaltourist 11.09.2013
Man benötigt keinen UN-Bericht, um zu diesem Schluss zu kommen. Ein Internetanschluss und Kenntnis einschlägiger Video-Webseiten hilft. Dort kann man sehen, wie mit Assad verbündete Truppen Gefangene zu Tode prügeln und Assads Gegner wiederum staatliche Postangestellte vom Dach ihres Dienstgebäudes stoßen und andere Gefangenen bei lebendigem Leib den Kopf abschneiden. Insbesondere bleiben Filme haften, in denen Kinder (Zwang, Überredung, Überzeugung?) bei diesen Taten das Messer führen.
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