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29. Dezember 2012, 09:33 Uhr

Zentralafrika

Frankreich und Nachbarländer schicken Soldaten

Rebellen haben in der Zentralafrikanischen Republik mehrere Städte eingenommen, Tausende Menschen sind auf der Flucht. Frankreich hat seine Militärpräsenz aufgestockt, auch Nachbarländer wollen Soldaten entsenden. Doch nun gibt es Hoffnung auf eine diplomatische Lösung.

London/Bangui - Nach wochenlangen Kämpfen haben sich Regierung und Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik offenbar auf Verhandlungen geeinigt. Wie die britische BBC in der Nacht zum Samstag berichtete, sollen die Gespräche ohne Vorbedingungen in Libreville, der Hauptstadt von Gabun, stattfinden. Dies hätten Vertreter regionaler Bündnisse, darunter die Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (ECCAS), nach einer zweitägigen Vermittlungsmission bestätigt. Die Verhandlungen sollten "innerhalb der nächsten Tage" beginnen, hieß es.

Noch am Freitag hätten sich Regierungstruppen und bewaffnete Milizen in der Stadt Bambari Kämpfe geliefert. Die Rebellen hatten die drittgrößte Stadt des Landes am vergangenen Sonntag unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatten sie bereits wichtige Bergbaugebiete im Westen des Landes eingenommen.

Der rasche Vormarsch des Rebellenbündnisses Seleka hatte bei vielen Bewohnern Befürchtungen genährt, dass auch die Hauptstadt Bangui binnen Tagen in ihre Hände fallen könnte. Die Rebellen hatten am 10. Dezember zu den Waffen gegriffen, um die Umsetzung mehrerer Abkommen zu fordern. Die zwischen 2007 und 2011 mit der Regierung getroffenen Verträge sehen Programme zur Entwaffnung, Demobilisierung und Wiedereingliederung vor.

US-Botschaft geschlossen

Die Nachbarländer wollen die Regierung der Zentralafrikanischen Republik mit Soldaten vor den Rebellen schützen. Darauf einigten sich die Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft ECCAS. Allerdings war nicht klar, wie viele Soldaten entsandt werden sollen und wann sie eintreffen werden. "Wir denken nun über die nötigen Vorbereitungen nach, damit diese Mission so schnell wie möglich beginnen kann", sagte der Außenminister von Gabun, Emmanuel Issoze-Ngondet.

Präsident François Bozizé hatte am Donnerstag die ehemalige Kolonialmacht Frankreich sowie die USA um militärische Hilfe gebeten. Er war damit jedoch auf taube Ohren gestoßen. Dennoch schickte Paris am Freitag weitere 150 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme zum "Schutz französischer und europäischer Staatsbürger", teilte das Verteidigungsministerium in Paris in der Nacht zum Samstag mit. Die Fallschirmjägertruppe verstärke die 250 französischen Soldaten, die bereits auf dem Militärstützpunkt Mpoko beim Flughafen der Hauptstadt Bangui stationiert seien.

Angesichts der instabilen Lage haben die USA ihre Botschaft in Bangui vorübergehend geschlossen. Auch die Vereinten Nationen kündigten an, bis auf eine Notbesetzung alle Mitarbeiter aus dem Land abzuziehen.

son/AFP/dapd/dpa

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