Jos - Bei dreitägigen, gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen christlichen und muslimischen Banden sind in Nigeria zahlreiche Menschen getötet worden. Um die Lage zu beruhigen und eine Wiederholung von Unruhen wie Ende 2008 zu verhindern, verhängte die Polizei am Dienstag eine 24-stündige Ausgangssperre über Jos, die Hauptstadt des Bundesstaates Plateau.
"Am Sonntagabend haben wir 19 Leichen beerdigt und gestern 52", sagte ein Mitarbeiter der städtischen Hauptmoschee. Weitere 78 Tote müssten noch begraben werden. Außerdem habe es 90 Verletzte gegeben. Der Vorsteher der Moschee, Balarabe Dawud, sprach sogar von insgesamt 192 Leichen. Offizielle Angaben zur Zahl der Getöteten und Verletzten gab es nicht, auch das Rote Kreuz wollte keine Zahlen nennen.
Die Auseinandersetzungen setzten bereits am Wochenende ein. Der Streit entzündete sich am Bau einer Moschee in einem mehrheitlich christlichen Gebiet in Plateau. Ein Krankenhausarzt berichtete am Dienstag, es seien stundenlang Schüsse und Maschinengewehrfeuer zu hören gewesen. Soldaten seien in die Stadt eingerückt, und an vielen Stellen sei Rauch aufgestiegen.
Im November 2008 waren in Jos bei den seit Jahren schwersten Kämpfen zwischen christlichen und muslimischen Banden in Nigeria Hunderte Einwohner getötet worden. Die neue Gewalt entzündete sich an einem Streit zwischen Nachbarn beider Religionen über den Wiederaufbau damals zerstörter Häuser. In Nigeria leben etwa gleich viele Christen und Muslime. Insgesamt hat das Land mehr als 200 Volksgruppen.
phw/Reuters/apn
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