Unruheprovinz Xinjiang: China tauscht Parteichef aus

Der umstrittene Chef der Kommunistischen Partei in der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang hat seinen Posten verloren: Der staatlichen Agentur Xinhua zufolge soll er künftig in Peking arbeiten - in Xinjiang war es vergangenen Juli zu blutigen Unruhen mit vielen Toten gekommen.

Peking - Ein dreiviertel Jahr nach Ausbruch blutiger Unruhen in der nordwestchinesischen Region Xinjiang ist der umstrittene Chef der dortigen Kommunistischen Partei abgesetzt worden. Wang Lequan, der den Posten 15 Jahre innehatte, sei für einen Parteiposten nach Peking geschickt worden, meldete die staatliche Agentur Xinhua am Sonntag. Neuer Vorsitzender der KP soll der bisherige Parteichef der Hunan-Provinz, Zhang Chunxian, werden.

Bei den Protesten der muslimischen Uiguren, den folgenden Zusammenstößen mit ethnischen Chinesen und Racheakten waren im Juli nach amtlichen Angaben 197 Menschen ums Leben gekommen. Wang war von Kritikern vorgeworfen worden, den Konflikt mit seiner harten Politik gegenüber den Uiguren angeheizt zu haben. Von Seiten der ethnischen Chinesen war ihm vorgeworfen worden, nicht genügend für ihre Sicherheit getan zu haben.

Zwischen Uiguren und Chinesen herrschen schon länger Spannungen. Das vornehmlich im Nordwesten lebende Turkvolk fühlt sich von den Chinesen unterdrückt. Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 hatten sich die Kommunisten die Region einverleibt, die vorher als Ostturkestanische Republik kurze Zeit unabhängig war. Chinas Führung fürchtet heute weiter Separatismus in der Region.

Die rund acht Millionen Uiguren in Xinjiang fühlen sich von der wirtschaftlichen Entwicklung der Provinz abgekoppelt, viele beklagen zudem eine religiöse und kulturelle Diskriminierung.

hen/dpa/AFP

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1. KPCH = Korrupte Partei China's
SchneiderG 24.04.2010
Zitat von sysopDer umstrittene Chef der Kommunistischen Partei in der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang hat seinen Posten verloren: Der staatlichen Agentur Xinhua zufolge soll er künftig in Peking arbeiten - ...
So was nennt man nicht "Posten verloren" sondern Promotion. Die gleiche Ehre hat der Provinzgoverneur von Henan für seinen Blutspende-Aids-Skandal mit grandiosen Profiten für die KP-Mitglieder und der bis 1995 zuständige Provinzgoverneur von Fujian der bereits seine Promotion vor dem aufdecken des größten bisher bekannten Schmuggel- und Korruptionsskandal (2000) erhalten hatte, wo sein Frau beteiligt gewesen sein soll von dem er als Ehemann angeblich nichts wußte und auch nicht profitierte. Auch alles KP-Mitglieder. Die Nummer 2 in der Hirachie mußte dran glauben. So kontrolliert man Politik in Beijing, indem man diese führenden kriminellen KP-Mitglieder deckt und sie somit zu loyalen Lakaien degradiert. Hu hat von Jiang gelernt wie man das macht.
2. Promotion?
G. Whittome 25.04.2010
Zitat von SchneiderGSo was nennt man nicht "Posten verloren" sondern Promotion. Die gleiche Ehre hat der Provinzgoverneur von Henan für seinen Blutspende-Aids-Skandal mit grandiosen Profiten für die KP-Mitglieder und der bis 1995 zuständige Provinzgoverneur von Fujian der bereits seine Promotion vor dem aufdecken des größten bisher bekannten Schmuggel- und Korruptionsskandal (2000) erhalten hatte, wo sein Frau beteiligt gewesen sein soll von dem er als Ehemann angeblich nichts wußte und auch nicht profitierte. Auch alles KP-Mitglieder. Die Nummer 2 in der Hirachie mußte dran glauben. So kontrolliert man Politik in Beijing, indem man diese führenden kriminellen KP-Mitglieder deckt und sie somit zu loyalen Lakaien degradiert. Hu hat von Jiang gelernt wie man das macht.
Sie meinen wohl "Beförderung" oder hat der Provinzparteichef bei der Gelegenheit auch noch gleich "promoviert" (das bedeutet übrigens auf Deutsch "den Doktor machen")? Kann aber durchaus sein, dass Peking gemerkt hat, dass die Dinge in Xinjiang nicht optimal laufen und ihn daher abberufen hat. Seine "Leistungen" in Xinjiang kann man z.B. gut in "Chinas Staatsfeindin Nr.1", der Biographie von Rebiyah Kadeer, nachlesen.
3. "promotion"
SchneiderG 27.04.2010
Zitat von G. WhittomeSie meinen wohl "Beförderung" oder hat der Provinzparteichef bei der Gelegenheit auch noch gleich "promoviert" (das bedeutet übrigens auf Deutsch "den Doktor machen")? Kann aber durchaus sein, dass Peking gemerkt hat, dass die Dinge in Xinjiang nicht optimal laufen und ihn daher abberufen hat. Seine "Leistungen" in Xinjiang kann man z.B. gut in "Chinas Staatsfeindin Nr.1", der Biographie von Rebiyah Kadeer, nachlesen.
Danke für den Hinweis, hätte vielleicht das Wort in "promotion" (Gänsefüßchen verpacken) setzen sollen, damit es paßt. promotion = Förderung {f} Beförderung {f} Unterstützung {f} Berufsförderung {f}
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