Peking - Ein dreiviertel Jahr nach Ausbruch blutiger Unruhen in der nordwestchinesischen Region Xinjiang ist der umstrittene Chef der dortigen Kommunistischen Partei abgesetzt worden. Wang Lequan, der den Posten 15 Jahre innehatte, sei für einen Parteiposten nach Peking geschickt worden, meldete die staatliche Agentur Xinhua am Sonntag. Neuer Vorsitzender der KP soll der bisherige Parteichef der Hunan-Provinz, Zhang Chunxian, werden.
Bei den Protesten der muslimischen Uiguren, den folgenden Zusammenstößen mit ethnischen Chinesen und Racheakten waren im Juli nach amtlichen Angaben 197 Menschen ums Leben gekommen. Wang war von Kritikern vorgeworfen worden, den Konflikt mit seiner harten Politik gegenüber den Uiguren angeheizt zu haben. Von Seiten der ethnischen Chinesen war ihm vorgeworfen worden, nicht genügend für ihre Sicherheit getan zu haben.
Zwischen Uiguren und Chinesen herrschen schon länger Spannungen. Das vornehmlich im Nordwesten lebende Turkvolk fühlt sich von den Chinesen unterdrückt. Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 hatten sich die Kommunisten die Region einverleibt, die vorher als Ostturkestanische Republik kurze Zeit unabhängig war. Chinas Führung fürchtet heute weiter Separatismus in der Region.
Die rund acht Millionen Uiguren in Xinjiang fühlen sich von der wirtschaftlichen Entwicklung der Provinz abgekoppelt, viele beklagen zudem eine religiöse und kulturelle Diskriminierung.
hen/dpa/AFP
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