Unterhaus-Debatte: Cameron verteidigt Thatchers Erbe

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Thatcher im Unterhaus: "Eine außergewöhnliche Frau"

Was bleibt von Margaret Thatcher nach ihrem Tod? Im britischen Unterhaus wurde heftig über die Würdigung der früheren Regierungschefin diskutiert. "Sie war eine außergewöhnliche Frau", lobte Premier Cameron.

London - Regierung und Opposition haben im Unterhaus über die Lebensleistung der verstorbenen Premierministerin Margaret Thatcher gestritten. David Cameron sagte bei einer eigens während der eigentlichen Osterpause einberufenen Sondersitzung des Parlaments, Thatcher habe Großbritannien aus der Nachkriegskrise geführt. "Sie war eine außergewöhnliche Frau", sagte er. Viele ihrer kontroversen Entscheidungen würden heute parteiübergreifend akzeptiert.

Doch die Opposition stimmte in die Lobeshymnen nicht mit ein. Labour-Chef Ed Miliband erinnerte an die kritische Haltung Thatchers zum späteren Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela in Südafrika. Sie hatte Mandelas ANC als "typische terroristische Vereinigung" bezeichnet. "Ich war nicht einverstanden mit vielem, was sie tat, aber ich respektiere, was ihr Tod für viele, viele Menschen, die sie bewunderten, bedeutet, und ich ehre ihre persönlichen Errungenschaften", sagte Miliband.

Thatcher war am Montag im Alter von 87 Jahren gestorben. Kritisiert werden auch die Kosten der für kommenden Mittwoch geplanten Trauerfeier für die "Eiserne Lady". Thatcher bekommt ähnliche Feierlichkeiten mit militärischen Ehren wie in den vergangenen Jahren Prinzessin Diana oder die Mutter von Queen Elizabeth II. Alleine 700 Soldaten sollen anwesend sein. Andere Premierminister waren bei weitaus bescheideneren Zeremonien zu Grabe getragen worden.

Doch Außenminister William Hague, einer der politischen Ziehsöhne Thatchers, verteidigte die groß angelegte Trauerfeier. Großbritannien könne sich das leisten. Die wohlhabende Familie Thatcher hatte sich außerdem zuvor bereiterklärt, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Thatcher-Kritiker hatten geäußert, sie habe in ihrer Amtszeit mit ihrer Politik des sozialen Kahlschlags das Land gespalten und deshalb keine staatlich finanzierte Trauerfeier mit militärischen Ehren verdient.

als/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. großbritanien kann sich eigentlich
viceman 10.04.2013
Zitat von sysopWas bleibt von Margaret Thatcher nach ihrem Tod? Im britischen Unterhaus wurde heftig über die Würdigung der früheren Regierungschefin diskutiert. "Sie war ein außergewöhnliche Frau", lobte Premier Cameron. Unterhaus-Debatte: Cameron verteidigt Thatchers Erbe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/unterhaus-debatte-cameron-verteidigt-thatchers-erbe-a-893658.html)
gar nichts mehr leisten.ein beweis mehr für die dreistigkeit mit der die oberschicht die unterklassen weiter beraubt und selbst keinerlei sparen kennt! wasser predigen und wein saufen-typisch für die reichen und superreichen sowie deren handlanger in politik und staat!
2. demokratie
miraculixsenior 10.04.2013
Man mag ja Frau Thacher nicht mögen, aber es erscheint schon selbstverständlich, dass eine dreimal gewahlte Premierministerin nicht einfach heimlich in der Erde verscharrt wird. Kaum einer ihrer Vorgänger oder Nachfolger hat das Königreich uber so lange Zeit so nachhaltig verändert... nicht nur zu seinem Vorteil, wie auch ich finde, aber ohne Zweifel mit großer demokratischer Legitimität...
3. Nachhaltigkeit
kosa88 10.04.2013
Mag sein das Margret nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat (s. pro Kopf Steuer). Doch war sie mitunter dafür verantwortlich ein Land nachhaltig zu prägen und positiv zu verändern. Nachhaltigkeit ist leider in vielen Ländern noch ein Fremdwort. Dabei darf nicht vergessen werden, das Margret in den 80er & 90ern als eine der wenigen Frauen auf der Welt regiert hat. Neben vielen Männern aus diversen Ländern und Kulturen sich zu behaupten bedarf sehr viel Mut, Kraft und vor allem Arbeit. Sie war gefürchtet - zurecht. Eine der wenigen Personen, welche wusste was sie tat. Sie war es auch, die vor einem gemeinsamen Europa gewarnt hat. Mag sein, das sie genauso viele Bewunderer wie Verächter hatte. Doch eines muss man sich eingestehen: Sie hat ein Land nachhaltig & positiv vorangetrieben.
4. Nachhaltig & positiv....
freigeist56 11.04.2013
Zitat von kosa88Mag sein das Margret nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat (s. pro Kopf Steuer). Doch war sie mitunter dafür verantwortlich ein Land nachhaltig zu prägen und positiv zu verändern. Nachhaltigkeit ist leider in vielen Ländern noch ein Fremdwort. Dabei darf nicht vergessen werden, ....
Ja, nett ihre Einschätzung...sehr positiv verändert das Land und Europagegnerin und sie hat Krieg geführt um Interessen von Landsleuten zu schützen....Die Balance zwischen Kapital und Arbeitskraft wiederhergestellt...... Im Vergleich zum Kongo England Nachhaltig & positiv vorangetrieben...
5.
winlen-bay 11.04.2013
Zitat von sysopWas bleibt von Margaret Thatcher nach ihrem Tod? Im britischen Unterhaus wurde heftig über die Würdigung der früheren Regierungschefin diskutiert. "Sie war ein außergewöhnliche Frau", lobte Premier Cameron. Unterhaus-Debatte: Cameron verteidigt Thatchers Erbe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/unterhaus-debatte-cameron-verteidigt-thatchers-erbe-a-893658.html)
Der große Verdienst von Margaret Thatcher war die großenteils kriminellen Gewerkschaften dem Gesetz zu unterstellen, was zuvor nicht der Fall war. Dadurch konnte sich Britain modernisieren. Ohne dem wäre das Land ein chaotischer basket case geblieben.
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