Urananreicherung Nordkorea brüstet sich mit Fortschritten im Atomprogramm

Nordkorea steht nach eigenen Angaben kurz vor Vollendung der Urananreicherung, Plutoniumbestände würden waffenfähig gemacht, gab das Regime von Kim Jong Il bekannt. Die USA und Südkorea reagieren beunruhigt.

Kim Jong Il (l.): Nordkorea steht nach eigenen Angaben kurz vor der Urananreicherung
AFP

Kim Jong Il (l.): Nordkorea steht nach eigenen Angaben kurz vor der Urananreicherung


Seoul- Ungeachtet der jüngsten versöhnlichen Gesten Richtung Südkorea heizt Nordkorea die Spannungen im Streit um sein Atomwaffenprogramm weiter an: Nordkoreanischen Wissenschaftlern ist es nach Angaben der Regierung in Pjöngjang gelungen, die Endphase der Urananreicherung zu erreichen. Dies habe die Führung des kommunistischen Landes in einem Schreiben an die Vereinten Nationen in New York mitgeteilt, berichtete am Freitag die Staatsagentur KCNA nach Angaben südkoreanischer Medien. Zugleich habe Nordkorea den Bau weiterer Atomwaffen angekündigt. In der kurzen Meldung von KCNA heißt es, Plutonium werde waffenfähig gemacht und die Urananreicherung nähere sich ihrer Vollendung.

Mit dem Schreiben habe Pjöngjang auf Fragen des Uno-Sanktionsausschusses reagiert, die dieser im Zusammenhang mit einer aufgedeckten Waffenlieferung Nordkoreas an Iran gestellt habe. Die Waffen, darunter Panzerfäuste und Munition für Granatwerfer, waren vor etwa einem Monat von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf einem australischen Schiff beschlagnahmt worden. Der Weltsicherheitsrat will den Fall untersuchen.

"Wir sind bereit für beides, Dialog und Sanktionen", zitierte KCNA weiter aus dem Schreiben aus Pjöngjang. "Wenn einige ständige Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats vor einem Dialog lieber Sanktionen verhängen, antworten wir darauf mit einem Ausbau unserer atomaren Abschreckung, bevor wir uns auf einen Dialog einlassen."

Nordkorea hatte Mitte Juni als Antwort auf verschärfte Sanktionen des höchsten Uno-Gremiums wegen seines zweiten Atomtests am 25. Mai den Bau weiterer Kernwaffen angekündigt. Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem das Land im April erneut alle internationalen Inspekteure des Landes verwiesen hat. Die USA verdächtigen das Land bereits seit Jahren, ein Anreicherungsprogramm zum Bau von Atombomben zu verfolgen. Die USA, China, Japan, Russland und Südkorea versuchen in Gesprächen, Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Sie haben dem Land dafür Wirtschaftshilfe und andere Vergünstigungen angeboten.

Südkorea kritisierte die jüngste Erklärung aus Nordkorea. Dessen Verhalten könne nicht toleriert werden. "Die Regierung wird energisch und stetig mit Nordkoreas Drohungen und Provokationen umgehen", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Moon Tae Young, in Seoul. Die Position Pjöngjangs im Atomstreit habe sich nicht geändert. Die USA reagierten beunruhigt auf die Erklärungen aus Nordkorea: Der US-Gesandte für Nordkorea, Stephen Bosworth, erklärte, die Meldungen seien besorgniserregend.

Nach Spannungen in den vergangenen Monaten war Nordkorea zuletzt wieder auf Südkorea zugegangen. Beide Länder normalisierten den Pendelverkehr über die Grenze zum gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Stadt Kaesong und einigten sich auf neue Treffen von durch die Teilung Koreas getrennten Familien. Auch gegenüber den USA hatte Nordkorea seine Bereitschaft zu Gesprächen im Atomstreit signalisiert.

anr/dpa/Reuters/AP/AFP

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Forum - Verschärfte Sanktionen gegen Nordkorea- der richtige Weg?
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Seite 1
syramon 12.06.2009
1.
Zitat von sysopDie nordkoreanische Regierung provoziert die Welt mit Atomversuchen. Der Weltsicherheitsrat hat nun die Sanktionen verschärft. Der richtige Weg, um das Regime an den Verhandlungstisch zurückzubringen? Diskutieren Sie mit!
Nö,was man hat,das hat man,da ist mit Sanktionen nichts zu machen, denk ich. Das wäre zudem das erste mal,das wegen Atomwaffen Sanktionen gibt.
Frosty127 12.06.2009
2.
Zitat von syramonNö,was man hat,das hat man,da ist mit Sanktionen nichts zu machen, denk ich. Das wäre zudem das erste mal,das wegen Atomwaffen Sanktionen gibt.
Richtig. Am Kernproblem wird sich nichts mehr ändern lassen. Die Atomwaffen Nordkoreas werden wohl früher oder später als fait accompli anerkannt. Leider werden die Südkoreaner und Japaner danach ihre Rüstungsantstrengungen rasch erhöhen.
syramon 12.06.2009
3.
Zitat von Frosty127Richtig. Am Kernproblem wird sich nichts mehr ändern lassen. Die Atomwaffen Nordkoreas werden wohl früher oder später als fait accompli anerkannt. Leider werden die Südkoreaner und Japaner danach ihre Rüstungsantstrengungen rasch erhöhen.
Jo,aber war das nicht damals auch so,als Russland und China nachzogen?
SaT 12.06.2009
4. Nein
Nordkoreas Fuehrung hat bereits bewiesen, dass sie sich von Sanktionen nicht von ihrem Weg abbringen lassen - darunter wird also wieder nur das Volk leiden. Den richtigen Weg mit Nordkorea umnzugehen kenn ich allerdings auch nicht :-(
zaphod1965 12.06.2009
5.
Kim hat es geschafft. Militärisch ist ihm nicht mehr zu drohen und das weiß er auch. Jede militärische Aktion gegen Nordkorea würde ihm sofort die Rechtfertigung für einen Atomschlag liefern. Umgekehrt kann Kim darauf vertrauen, dass alle anderen Nationen davor zurückschrecken, präventiv Atomwaffen gegen Nordkorea einzusetzen. Wirklich beunruhigend ist die Möglichkeit, das Kim als Machtdemonstration eine Atombombe gegen die amerikanische Flotte einsetzen könnte. Minimale zivile Opfer bei maximalem Abschreckungseffekt. Hoffentlich ist diese Option nicht allzu verlockend für den Diktator. Wenn die Sanktionen nicht weider gelockert werden und er sich in die Ecke gedrängt fühlt, wird er immer gefährlicher werden. Und mit einem Nachfolger wird das Spiel unverändert fortdauern.
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