London - Großbritannien darf den radikalen Imam Abu Hamza und vier weitere Terrorverdächtige an die USA ausliefern. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Montag entschieden. Die Große Kammer bestätigte damit ein Urteil vom 10. April, wie das Straßburger Gericht mitteilte. Damals hatte die Kleine Kammer des Gerichts geurteilt, dass eine mögliche Strafe gegen Hamza und vier weitere mutmaßliche Terroristen in den USA "nicht grob unverhältnismäßig" ausfallen würde. Hamza legte Berufung gegen dieses Urteil ein und rief die Große Kammer als letztmögliche Instanz an.
Das Innenministerium in London begrüßte die Entscheidung der Großen Kammer. Hamza und die vier weiteren Verdächtigen würden nun "so schnell wie möglich" an die USA ausgeliefert, sagte die britische Innenministerin Theresa May. Der aus Ägypten stammende einäugige Imam, bei dem ein Haken eine fehlende Hand ersetzt, hatte in der Moschee von Finsbury Park im Norden von London gepredigt. In Großbritannien wurde er bereits im Februar 2006 wegen Aufrufs zu Rassenhass und Mordanschlägen zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Die USA werfen Hamza vor, im Jahr 1998 an einer Geiselnahme im Jemen beteiligt gewesen zu sein. Außerdem werden ihm die Einrichtung eines Terrorcamps im US-Bundesstaat Oregon in den Jahren 1999 und 2000 sowie die Unterstützung terroristischer Anschläge in Afghanistan in den Jahren 1999 bis 2001 zur Last gelegt. Insgesamt liegen in den USA elf Anklagen gegen Hamza vor. Bei einer Verurteilung muss er mit lebenslanger Haft rechnen.
aar/AFP/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Krieg gegen den Terror | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH