US-Armee Freispruch für Leutnant im Prozess um Haditha-Massaker

Ein US-Militärgericht hat einen Marineinfanteristen im Zusammenhang mit dem Massaker im irakischen Haditha freigesprochen. Ihm war Vertuschung zur Last gelegt worden.


Los Angeles - Das Gericht befand Leutnant Andrew Grayson in allen Anklagepunkten für unschuldig. Grayson waren Behinderung der Justiz, Falschaussage und versuchte Fahnenflucht vorgeworfen worden.

Im November 2005 hatten eine Gruppe von US-Soldaten in Haditha in einem mutmaßlichen Vergeltungsakt für den Tod eines Kameraden 24 Iraker getötet, unter ihnen zehn Frauen und Kinder. Das US-Magazin "Time" deckte das Massaker 2006 auf.

Ende 2006 war in dem Fall Anklage gegen acht US-Marineinfanteristen erhoben worden. Vier Soldaten wurde Mord zur Last gelegt; vier weitere - unter ihnen Grayson - wurden wegen der versuchten Vertuschung des Massakers angeklagt.

Das Verfahren gegen fünf Männer wurde bereits eingestellt, Grayson nun freigesprochen. Damit müssen sich nur noch Unteroffizier Frank Wuterich und Oberst Jeffrey Chessani vor Gericht verantworten. Die Anklage gegen Wuterich wurde von Mord auf Totschlag runtergestuft; Chessani wird zur Last gelegt, nicht ausreichend zu dem Blutbad ermittelt beziehungsweise Informationen darüber nicht ordnungsgemäß weitergeleitet zu haben.

Eine Gruppe von US-Soldaten war am 19. November 2005 in Haditha auf Patrouillengang, als ein Sprengsatz explodierte und einen Kameraden tötete. Die Beteiligten sollen danach an den Einwohnern des Ortes Rache genommen haben. Zeugenaussagen zufolge zog die Truppe von Haus zu Haus und schoss wahllos Männer, Frauen und Kinder nieder.

als/AFP

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