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Schwedischen Luftraum verletzt: US-Aufklärer flieht vor russischem Kampfjet

Ein US-Spionageflugzeug ist auf der Flucht vor einem russischen Kampfjet in den schwedischen Luftraum eingedrungen - ohne Erlaubnis der Behörden. Der Vorfall ereignete sich einen Tag nach dem Absturz von Flug MH17.

Washington - Den US-Nachrichtensender CNN erinnert es an Szenen aus dem Film "Top Gun": Ein Aufklärungsflugzeug der US-Luftwaffe ist auf der Flucht vor einem russischen Abfangjäger in den Luftraum Schwedens eingedrungen - ohne eine Genehmigung dafür zu haben, berichtet CNN unter Berufung auf einen Beamten des US-Militärs. Dieser bestätigte demnach einen Bericht der schwedischen Zeitung "Svenska Dagbladet".

Der Vorfall ereignete sich dem Bericht zufolge bereits vor rund zwei Wochen, in einer ohnehin angespannten Situation. Genauer am 18. Juli, einen Tag nach dem Absturz von Flug MH17 der Malaysia Airlines über der Ostukraine, mutmaßlich abgeschossen von prorussischen Separatisten mittels einer Boden-Luft-Rakete.

Das US-Spionageflugzeug des Typs Boeing RC-135 "Rivet Joint" flog demnach für einen Lauschangriff auf das russische Militär in internationalen Luftraum, der von dem US-Beamten nicht näher beschrieben wurde. Das russische Militär hätten dann begonnen, den US-Flieger mit landgestütztem Radar zu verfolgen. Zudem habe die russische Seite mindestens einen Abfangjäger aufsteigen lassen, um das US-Flugzeug abzudrängen.

Das habe die Besatzung der RC-135 derart beunruhigt, dass sie die Gegend so schnell wie möglich verlassen wollte. Auf dem kürzesten Weg, um den russischen Abfangjägern zu entkommen, sei sie dann in den schwedischen Luftraum eingedrungen, obwohl sie keine Zustimmung des schwedischen Militärs dafür gehabt habe. Mehr noch: Der Vertreter des US-Militärs konnte nicht ausschließen, dass das Spionageflugzeug auf seiner Flucht auch den Luftraum weiterer Staaten verletzt hat.

Zweiter Vorfall binnen Kurzem

Offenbar hat der Vorfall zu Irritationen zwischen Schweden und den USA geführt. CNN berichtet, die Vereinigten Staaten würden derzeit über das Thema mit den schwedischen Behörden sprechen - auch weil es durchaus möglich sei, dass amerikanische Flugzeuge auch in Zukunft derart schnell in schwedischen Luftraum eindringen müssten, dass sie keine Zeit hätten, auf eine Erlaubnis zu warten.

Das US-Außenministerium bestätigte den Vorfall offiziell - und teilte mit, "Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass wir vorab angemessen mit den schwedischen Behörden sprechen, um derartige Probleme von vorneherein zu vermeiden". Die russischen Behörden hätten bislang nicht auf Anfragen zu dem Vorfall reagiert, berichtet CNN.

Der Zwischenfall ist bereits die zweite riskante Begegnung von US-amerikanischer und russischer Luftwaffe binnen Kurzem. Ende April hatte ein russischer Kampfjet eine RC-135U bei einem Aufklärungsflug über dem Ochotskischen Meer zwischen Russland und Japan bedrängt und war bis auf 30 Meter herangerückt.

fdi

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 166 Beiträge
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1.
xatarinsc2 03.08.2014
jetzt hat der US Aufklärer, jedenfalls klarheit
2. stellen wir uns vor, die russen
mal so mal so 03.08.2014
wären in den schwedischen Luftraum eingedrungen. ich geh davon aus, dass die NATO nun die kriegsmobilmachung ausgerufen hätte! Sanktionen gegen die USA? Fehlanzeige!
3. Es
Jaerven 03.08.2014
sind auch schon mehrere russische Flugzeuge in den schwedischen Luftraum eingedrungen. Gut dass die Schweden nicht gleich losschiessen...
4. wie viel mehr kommt noch raus?
f-rust 03.08.2014
welche flugzeuge hatten die NSUSA sonst noch über der ukraine fliegen ... vor, während und nach dem absturz/abschuss der malaysia-maschine ???
5. Luft -Boden Rakete?
lavender 03.08.2014
hab ich was verpasst? Ansonsten,gut so ,sie haben in Ru nichts zu lauschen die Feiglinge.
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