Von Raniah Salloum, Beirut
Es hat nicht lange gedauert, bis die guten Wünsche aus Nahost eintrafen für den wiedergewählten US-Präsidenten Barack Obama. Der Tenor: Herzlichen Glückwunsch, aber nun an die Arbeit.
"Wir hoffen, dass innerhalb Obamas nächster Amtszeit ein palästinensischer Staat geschaffen wird", sagte Mahmud Abbas, Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm, um unsere Ziele von Frieden und Sicherheit voranzubringen" - eine dezente Erinnerung an seine Sorge über das iranische Atomprogramm.
Sogar der britische Verbündete David Cameron meldete sich mit Nahost-Wünschen zu Wort. Er twitterte: "Ich bin gerade in Jordanien und höre die entsetzlichen Geschichten darüber, was in Syrien passiert. Ich will mit Barack darüber reden, dass wir mehr tun müssen, um diese Krise zu lösen."
Der Nahe Osten gleicht einer riesigen Baustelle. Die Umbrüche des Arabischen Frühlings haben Altes hinweggefegt. Das Neue ist noch im Werden. Seine erste Amtszeit hatte Barack Obama mit einer Vision für den Nahen Osten verknüpft. "Ich komme hierher, um einen Neuanfang zwischen den USA und den Muslimen in der ganzen Welt anzustreben", erklärte er in einer viel beachteten Rede in Kairo im Juni 2009.
Seine Hoffnungen für die zweite Amtszeit fallen bescheidener aus. "Ein Jahrzehnt der Kriege geht zu Ende", sagte er in seiner Siegesrede noch in der Wahlnacht. Soll heißen: Bloß keine neuen Konflikte, in denen US-Soldaten mitmischen! Priorität sind Arbeitsplätze und die Wirtschaft zu Hause, keine außenpolitischen Abenteuer. Obamas Devise für die Nahost-Politik der nächsten vier Jahre lautet: irgendwie heil durchkommen.
Es stehen viele Problemfälle an:
Darüber hinaus wartet auf Präsident Barack Obama auch eine regionale Herausforderung, für die er einen kohärenten Ansatz finden muss:
US-Präsident Barack Obama hat im Nahen Osten genug Probleme für eine gesamte Amtszeit. Und die Region ist nicht gerade für ihre Vorhersehbarkeit bekannt, daher könnten noch ein paar hinzukommen. Beim heimischen Publikum kann Obama mit dieser Region kaum punkten. Verlieren könnte er viel.
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