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US-Bericht: Iran steht offenbar kurz vor Bau einer Atombombe

Der Iran steht laut einem amerikanischen Medienbericht offenbar kurz vor dem Bau einer Atombombe. Die Bombe soll mit Hilfe von Wissenschaftlern aus Russland, China und Nordkorea entwickelt worden sein. Der CIA soll einen Angriff in Erwägung ziehen.

Würde in iranischer Fertigung wohl etwas anders aussehen: Nachbau der Hiroshima-Atombombe
AP

Würde in iranischer Fertigung wohl etwas anders aussehen: Nachbau der Hiroshima-Atombombe

Los Angeles - Unter Berufung auf ausländische Geheimdienstquellen berichtete die "Los Angeles Times", der US-Geheimdienst habe einen Eventualplan aufgestellt, der Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen als eine Option für den Umgang mit den iranischen Atomplänen vorsehe.

Die US-Zeitung berichtete als Ergebnis dreimonatiger Recherchen ihres Wiener Büros, der Redaktion lägen handfeste Anhaltspunkte vor, dass der Islamischen Republik ihr ziviles Atomprogramm nur als Fassade für nukleare Ambitionen diene. Der Iran sei dem Herstellen einer Bombe sehr viel näher, als es der Irak jemals gewesen sei.

Das Blatt berief sich bei seinen Informationen unter anderem auf einen vertraulichen Bericht der französischen Regierung vom Mai. Darin heiße es, dass Iran überraschend dicht davor stehe, über angereichertes Uran oder Plutonium für eine Bombe zu verfügen. Wann Iran über eine Atomwaffe verfügen könne, ließ die Zeitung allerdings offen. Manchen Experten gingen von drei bis vier Jahren aus, während andere Fachleute der Meinung seien, dass die Führung des Landes noch nicht abschließend über den Bau einer Bombe entschieden habe. Die USA haben dem Iran wiederholt vorgeworfen, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran hat dies zurückgewiesen.

Zu den genannten Eventualplänen der CIA für eine Bombardierung von Atomanlagen in Iran zitierte die Zeitung eine Geheimdienstquelle mit den Worten: "Es wäre töricht, dem Oberkommandierenden nicht alle Optionen vorzulegen, einschließlich dieser (Angriffsoption)." Die CIA lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Der Iran hatte im vergangenen Monat Berichte über einen Nachweis von angereichertem Uran durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) als fragwürdig zurückgewiesen. Nach dem Atomwaffensperrvertrag, den auch der Iran unterzeichnet hat, darf Uran zwar für zivile Zwecke angereichert werden. Jedoch muss dies der Uno mitgeteilt werden. Die IAEA will am 9. September einen Bericht über ihre Arbeit im Iran vorlegen.

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