USA: Bosse drängen Angestellte zur Romney-Wahl

Große US-Firmen haben ihren Mitarbeitern brisante Post geschickt. Laut "New York Times" geben sie ihren Angestellten die Empfehlung, am 6. November für Mitt Romney zu stimmen. Für den Fall eines Obama-Siegs drohen einige Chefs offen mit Arbeitsplatzabbau.

Obama-Herausforderer Romney: Unterstützung von den Wirtschaftsbossen Zur Großansicht
AP

Obama-Herausforderer Romney: Unterstützung von den Wirtschaftsbossen

New York - Die Chefs mehrerer großer US-Firmen versuchen nach einem Bericht der "New York Times", Einfluss auf die Wahlentscheidung ihrer Angestellten zu nehmen - zugunsten Mitt Romneys. Einige warnen die Beschäftigten in den Schreiben demnach direkt vor möglichen Auswirkungen auf die Sicherheit ihrer eigenen Jobs, sollte US-Präsident Barack Obama für weitere vier Jahre wiedergewählt werden. Die Unternehmenschefs kritisieren in der Post für ihre Angestellten die von Obama durchgesetzte stärkere Regulierung der Wirtschaft, die Gesundheitsreform sowie angekündigte Steuererhöhungen.

Die "New York Times" listet mehrere Beispiele auf. So habe David A. Siegel, Chef des Time-Sharing-Unternehmens Westgate Resorts an seine 7000 Angestellten geschrieben, ein Sieg Obamas werde Folgen für die Zukunft der Firma haben.

"Die wirtschaftliche Lage stellt im Moment keine Gefahr für Ihren Job dar. Aber was Ihren Job gefährdet, sind noch einmal vier Jahre mit der gleichen Regierung", heißt es dem Bericht zufolge in dem Brief Siegels. Wenn neue Steuern erhoben würden, die er oder das Unternehmen zahlen müssten, habe er keine Wahl und müsste Stellen abbauen. In einem Interview bestritt Siegel laut der Zeitung, seinen Angestellten eine bestimmte Wahl angeordnet zu haben. Es gebe keine Möglichkeit, Druck auf irgendwen auszuüben, er sei ja nicht in der Wahlkabine mit ihnen, so der Unternehmer. Er habe aber deutlich machen wollen, wie er vier weitere Jahre mit Obama sehe und welche Auswirkungen das für seine Angestellten haben könnte. Dabei ließ Siegel eine interessante Sicht auf seine Mitarbeiter erkennen. Er erklärte, sein Rat sei nichts anderes "als seinen Kindern zu sagen: Iss deinen Spinat. Er ist gut für dich!"

Eine ähnliche Aktion habe Dave Robertson, Präsident des großen US-Unternehmens Koch Industries gestartet. Auch er versandte demnach ein Paket mit Informationen an mehr als 30.000 Mitarbeiter der Tochterfirma Goergia-Pacific, einem Papier- und Zellstoffhersteller, so die "New York Times".

Angestellte sind irritiert über Anti-Obama-Briefe

In dem Brief prangert Robertson nach dem Bericht die Regierungsfördergelder für einige wenige Unternehmen an und beklagt die Bürden, die durch wirtschaftliche Regulierung entstanden seien. Der Brief soll noch eine Beilage gehabt haben. Auf einem Flugblatt seien mehrere Kandidaten aufgelistet, die von den konservativen Koch-Brüdern unterstützt würden - angefangen mit Mitt Romney. Außerdem hätten die Beschäftigten Meinungsbeiträge der Koch-Brüder zugesandt bekommen, schreibt die Zeitung. Angestellte haben sich bereits irritiert über die Schreiben geäußert. Einer gab an, er traue sich nun nicht mehr, seinen Obama-Anstecker zur Arbeit zu tragen.

Laut "New York Times" sind unter den Firmen, die Anti-Obama-Briefe verschickt haben, noch das in Milwaukee ansässige Unternehmen Rite-Hite sowie ASG Software Solutions mit Sitz in Florida. Mitt Romney dürfte großen Gefallen an den Briefen der Unternehmer finden. Er hatte bereits im Juni Chefs dazu aufgerufen, an ihre Angestellten zu appellieren, ihn zu wählen. Obama hat weniger Fans unter den Wirtschaftsbossen: Wahlexperten haben bislang kein US-Unternehmen gefunden, das seine Angestellten zur Wahl Obamas aufruft, so die Zeitung.

Dass Chefs ihren Mitarbeitern Wahlempfehlungen geben, ist erst nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2010 rechtlich möglich. Zuvor war es nicht erlaubt, Firmengelder zu verwenden, um die politische Kampagne eines Kandidaten zu unterstützen oder Angestellten einen Wahlratschlag zu erteilen. Ob die jüngsten Empfehlungen für Romney rechtlich einwandfrei sind, ist unter Experten dennoch umstritten. Manche meinen, Angestellte würden eingeschüchtert.

anr

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insgesamt 199 Beiträge
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1. Reiche Amerikaner
siliconsidewinder 27.10.2012
nutzen also ihre Finanziellen Mittel und ihren Gesellschaftlichen Einfluss um für einen Bestimmten Kandidaten Stimmung zu machen nein sowas. Deshalb gibt es dort also auch keine Spendenveranstalltungen, keine Presse, keine Hollywoodstars und auch keinen Wahlkampf.
2.
thinkrice 27.10.2012
Zitat von sysopGroße US-Firmen haben ihren Mitarbeitern brisante Post geschickt. Laut "New York Times" geben sie ihren Angestellten die Empfehlung, am 6. November für Mitt Romney zu stimmen. Für den Fall eines Obama-Siegs drohen einige Chefs offen mit Arbeitsplatzabbau. US-Chefs geben Angestellten Wahlempfehlungen für Romney - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-chefs-geben-angestellten-wahlempfehlungen-fuer-romney-a-863767.html)
Mittlerweile gibt es ja kaum noch Gründe zwischen den USA, Russland etc. Zu unterscheiden. Bye Bye Democracy! Amerika nun zeigst du uns deine wahre häßliche Fratze!
3.
TheBlind 27.10.2012
Und zu solchen Verhältnissen wollen wir ja wohl auch hin... am besten man schafft die Pseudodemokratie gleich ab ...
4.
Seraphan 27.10.2012
Zitat von sysopGroße US-Firmen haben ihren Mitarbeitern brisante Post geschickt. Laut "New York Times" geben sie ihren Angestellten die Empfehlung, am 6. November für Mitt Romney zu stimmen. Für den Fall eines Obama-Siegs drohen einige Chefs offen mit Arbeitsplatzabbau. US-Chefs geben Angestellten Wahlempfehlungen für Romney - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-chefs-geben-angestellten-wahlempfehlungen-fuer-romney-a-863767.html)
Das ist dreckig. Es sollte jemand einen Online-Pranger aufstellen, der zum Boykott dieser Unternehmen aufruft, die ihren Mitarbeitern geradezu drohen.
5.
Izmir.Übül 27.10.2012
"Land of the free and the home of the brave" kann man da nur sagen.
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Blog zur US-Wahl 2012
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