US-Delegation für Winterspiele Obama schickt lesbische Tennislegende nach Sotschi

Russland steht wegen schwulenfeindlicher Gesetze massiv in der Kritik. Deshalb haben hochrangige Politiker bereits für Olympia in Sotschi abgesagt. Auch die USA werden keine Kabinettsmitglieder schicken. Dafür reist die homosexuelle Tennislegende Billie Jean King an.

Billie Jean King: Die US-Tennislegende gehört Obamas Delegation in Sotschi an
AP/dpa

Billie Jean King: Die US-Tennislegende gehört Obamas Delegation in Sotschi an


Hamburg - Bundespräsident Joachim Gauck fährt nicht zu Olympia nach Sotschi, der französische Staatschef François Hollande bleibt den Spielen ebenfalls fern. Und jetzt haben die USA erklärt, dass sie keine Kabinettsmitglieder nach Russland schicken werden.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 51/2013
Wie Putin die Demokratie und den Westen attackiert

Stattdessen sendet US-Präsident Barack Obama eine Delegation zur Eröffnung der Winterspiele. Mitglieder sind prominente Sportler, unter ihnen homosexuelle Athleten wie die frühere Top-Tennisspielerin Billie Jean King oder die Medaillengewinnerin im Eishockey, Caitlin Cahow.

Geleitet werde die Gruppe von der früheren Heimatschutzministerin und heutigen Chefin der Universität von Kalifornien, Janet Napolitano, erklärte das Weiße Haus am Dienstag. Bei der Abschlussfeier übernimmt der stellvertretende US-Außenminister William Burns diese Funktion.

Die US-Delegation ist damit im Vergleich zu früheren Jahren nicht besonders ranghoch besetzt. Für die Sommerspiele 2012 in London hatte das Weiße Haus noch First Lady Michelle Obama als Delegationsleiterin ernannt. Bei den Winterspielen im kanadischen Vancouver 2010 etwa wurden die Vereinigten Staaten von Vizepräsident Joe Biden vertreten.

Die Regierung in Moskau steht derzeit insbesondere wegen schwulenfeindlicher Gesetze in der Kritik. Homosexuellengruppen fordern daher einen Boykott der Spiele in Sotschi.

Der SPIEGEL hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass Bundespräsident Gauck nicht nach Sotschi fahren wolle. Eine offizielle Begründung gab es nicht. Das Präsidialamt hatte aber Meldungen, die Absage habe mit der Menschenrechtssituation in Russland zu tun, nicht dementiert.

Auch EU-Kommissarin Viviane Reding erklärte ihren Verzicht auf eine Reise zu den Olympischen Winterspielen.

heb/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 79 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
moe.dahool 18.12.2013
1. Provokant
aber cool. Chapeau!
imlattig 18.12.2013
2. die schwulen sind...
obama egal. es geht hier vielmehr um snowden.
staubtuch 18.12.2013
3. Boykott hin und her
Das eigentliche Ziel dieser politisch motivierten Maßnahmen sollte nicht nur Russland sein. Die Entscheidung zu den Orten, an denen die olympischen Spiele stattfinden, werden woanders getroffen. Proteste sollten sich daher nicht nur auf die Gastgeberländer richten, wenn sie in ihrer gesellschaftlichen Ausrichtung immer wieder diskriminierend auftreten, sondern eben auch an den IOC, der immer wieder zugunsten solcher Staaten entschieden hat.
Fritze_1955 18.12.2013
4. Die Zeit kommt noch
Auch Putin wird noch merken, dass man ganz alleine irgendwann mal mit dem Rücken an der Wand steht.
zaunreiter35 18.12.2013
5. Die US-Administration
Zitat von sysopAP/dpaRussland steht wegen schwulenfeindlicher Gesetze massiv in der Kritik. Deshalb haben hochrangige Politiker bereits für Olympia in Sotschi abgesagt. Auch die USA werden keine hochrangigen Staatsvertreter schicken. Dafür reist die homosexuelle Tennislegende Billie Jean King an. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-delegation-fuer-sotschi-obama-schickt-lesbische-tennislegende-a-939719.html
beordert also Billie Jean King nach Sotschi. Nunja... Ich stelle mir gerade vor, Angela Merkel fragt bei Corny Littmann, Steffi Jones, Imke Duplitzer und Uschi Holl nach, ob sie einer deutschen Delegation angehören wollen. Frankreich schickt dann Amelie Mauresmo, oder wie? So sehr ich als heterosexueller Mensch die genannten ehemaligen und aktuellen SportlerInnen auch schätze, aber ich empfinde das Verhalten der US-Regierung sowie unseres Gauklers als bizarr. Während man glaubt, gegen Putin ein Zeichen zu setzen, wird doch im eigenen Land durch Evangelikale und den Teebeuteln gegen Homos gehetzt, ebenso auf unseren Fußball-Bundesliga-Tribünen. Da sollte man erstmal vor der eigenen Haustüre kehren, bevor man mit dem Zeigefinger auf Putin zeigt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.