US-Demokraten Clinton siegt in Nevada

Erfolg für Hillary Clinton: Laut den Prognosen hat die demokratische Bewerberin die Vorwahlen im US-Bundesstaat Nevada gewonnen. Ihr ärgster Konkurrent, Barack Obama, liegt demnach nur auf dem zweiten Platz.


Hillary Clinton: Zweiter Sieg in Folge
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Hillary Clinton: Zweiter Sieg in Folge

Jetzt steht es 2:1! Hillary Clinton hat laut Prognosen die Vorwahlen in Nevada gewonnen. Sie setzte sich damit das zweite Mal in Folge gegen ihren härtesten Konkurrenten Barack Obama durch. Obama hatte überraschend die erste Vorwahl in Iowa gewonnen, New Hampshire konnte Clinton dann für sich entscheiden - und nun Nevada.

Nach Auszählung von 90 Prozent der Wahlversammlungen, sogenannten Caucuses, entfielen 51 Prozent auf Clinton, 45 Prozent auf Obama, den Senator aus Illinois. John Edwards folgte mit 4 Prozent weit abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Clinton dankte mit heiserer Stimme ihren Anhängern, und sagte, noch mehr Menschen sollten sich ihrer Kampagne anschließen, um gemeinsam "im November das Weiße Haus zurückzuerobern". Auf die Frage, was in Nevada den Unterschied gemacht habe, sagte Clinton dem Fernsehsender CNN: "Ich war sehr konkret was die Lösung der Probleme in Nevada anging."

Obama und Clinton hatten in Nevada mit Themen wie Steuererleichterungen, Krankenversicherung und Bildung um die Stimmen der Wählerschaft geworben, die durch starke gewerkschaftliche Bindungen und einen hohen Anteil von Einwanderern aus Lateinamerika geprägt ist.

Ein Interview von Obama mit der Zeitung "Reno Gazette" löste einen neuen Schlagabtausch mit Clinton aus. Obama sagte darin, der rechtskonservative US-Präsident Ronald Reagan habe in seiner Amtszeit (1981-89) "den Weg Amerikas in einer Weise verändert", wie es Richard Nixon (1969-74) und Bill Clinton (1993-2001) nicht vermocht hätten. Clinton sagte darauf, sie habe nicht den Eindruck, dass die Republikaner in den vergangenen 10 bis 15 Jahren "bessere Ideen" gehabt hätten.

Bei den Republikanern siegte heute in Nevada Mitt Romney. Für den früheren Gouverneur von Massachusetts ist es schon der dritte Sieg im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Am vergangenen Dienstag hatte er bereits die Vorwahl der Republikaner in Michigan und zuvor die Entscheidung in Wyoming gewonnen. Nun geht er gestärkt in die Vorwahlen des "Super Tuesday" am 5. Februar, wenn fast die Hälfte der US-Staaten ihre Kandidaten für die Präsidentschaft wählt.

Romneys Hauptkonkurrenten bei den Republikanern, Senator John McCain und Ex-Gouverneur Mike Huckabee, kamen bisher auf jeweils einen Sieg. Im Staat South Carolina, wo heute ebenfalls Vorwahlen der Partei stattfanden, liegen beide in Umfragen vor Romney.

Teilnehmer der Wahlversammlungen in Nevada sagten, dass für sie die Themen Wirtschaft und illegale Einwanderung entscheidend gewesen seien. In beiden Punkten trauen die Anhänger der Republikaner offenbar Romney am meisten zu. Außerdem dürfte ihm genützt haben, dass 20 Prozent der Vorwähler in Nevada Mormonen sind - Romney selbst gehört der Glaubensrichtung ebenfalls an.

Romney war der einzige republikanische Präsidentschaftsanwärter, der in Nevada Wahlkampf machte. Die übrigen Bewerber konzentrierten sich auf South Carolina, da dem Ergebnis besondere Bedeutung zugemessen wird: Seit 1980 wurde jeder dort siegreiche Republikaner schließlich zum Spitzenkandidaten für die Präsidentschaft gekürt.

jul/tno/Reuters/AP/AFP/dpa



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