Attacke in Wasiristan Zehn Menschen sterben bei Beschuss durch US-Drohne

Die USA erhöhen die Frequenz ihrer Angriffe auf mutmaßliche Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan. Bei einem Drohnen-Beschuss wurden zehn Menschen getötet. Die häufigen Attacken aus der Luft belasten das Verhältnis zu Pakistan erheblich.


Pakistan - Im Nordwesten Pakistans sind bei einem US-Drohnen-Angriff nach Angaben von Geheimdiensten am Donnerstag zehn Menschen getötet worden. Der Angriff habe sich gegen mutmaßliche Islamisten in einem Dorf in Nord-Wasiristan gerichtet, das an der Grenze zu Afghanistan liegt, sagten die pakistanischen Mitarbeiter.

Es ist die zweite Attacke binnen kurzer Zeit. Bereits am Mittwoch waren bei einem Drohnen-Angriff vier Verdächtige getötet worden. Dieser Angriff hatte sich in der Stadt Datta Khel im Stammesgebiet Nord-Waziristan ereignet, hieß es. Die Stadt gilt als Hochburg des extremistischen Haqqani-Netzwerks. Über die Identität der Toten war zunächst nichts bekannt.

Die von Pakistan heftig kritisierten Angriffe mit den unbemannten Flugzeugen sind eine Belastung für die Beziehungen zwischen den Nato-Truppen und der Regierung in Islamabad.

Pakistan blockiert derzeit wichtige Nachschub- und Abzugsrouten aus dem benachbarten Afghanistan und hat zuletzt am Rande des Nato-Gipfels in Chicago seinem Ärger Luft gemacht. Auch die USA sind unzufrieden mit der Zusammenarbeit.

Am Mittwoch hatte ein pakistanisches Gericht einen Arzt zu 33 Jahren Haft verurteilt, weil er dem US-Geheimdienst CIA dabei geholfen hat, vor mehr als einem Jahr Qaida-Chef Osama bin Laden aufzuspüren. Die USA haben den Anführer der radikal-islamischen Organisation in Pakistan getötet, ohne den Militäreinsatz mit der Regierung abzusprechen.

Die Verurteilung zeigt, wie verhärtet die Fronten zwischen den Anti-Terror-Partnern USA und Pakistan sind. Die Tötung zweier Pakistaner durch einen CIA-Söldner im Januar 2011, der Schlag gegen Bin Laden, ohne Pakistan vorher darüber zu informieren, sowie der Luftangriff von US-Kampfhubschraubern auf einen pakistanischen Grenzposten im November, bei dem 24 Soldaten getötet wurden, haben das Verhältnis auf einen Tiefpunkt gebracht.

jok/Reuters



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ewspapst 24.05.2012
1.
Zitat von sysopDie USA erhöhen die Frequenz ihrer Angriffe auf mutmaßliche Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan. Bei einem Drohnen-Beschuss wurden zehn Menschen getötet. Die häufigen Attacken aus der Luft belasten das Verhältnis zu Pakistan erheblich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,834859,00.html
Als absoluter Laie habe ich mal eine Frage an die Experten: Warum ist man nicht dazu in der Lage, diese fliegenden Mörder einfach abzuschiessen?
blaudistel 24.05.2012
2. Wie ich es gestern schon schrieb
Diese willkürlichten Tötungen - bei denen man nicht einmal weiss ob es auch Zivilisten getroffen hat oder "nur Terroristen" sind völlig unakzeptabel und unwürdig eines demokratischen Staates. Und damit hat sich die Frage erledigt ob die USA ein demokratischer Staat ist! Wer dieselben Mittel wie seine Gegner anwendet steht auf derselben moralischen Stufe wie sein Gegner. Punkt. Aus!
privado 24.05.2012
3. Einfach unsäglich...
Zitat von sysopDie USA erhöhen die Frequenz ihrer Angriffe auf mutmaßliche Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan. Bei einem Drohnen-Beschuss wurden zehn Menschen getötet. Die häufigen Attacken aus der Luft belasten das Verhältnis zu Pakistan erheblich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,834859,00.html
... wie die USA internationales Recht brechen und möglicherweise völlig unschuldige Menschen auf irgendeinen abstrusen Verdacht hin liquidieren. Und die Welt sieht dabei zu. Ein Skandal.
frubi 24.05.2012
4. .
Zitat von sysopDie USA erhöhen die Frequenz ihrer Angriffe auf mutmaßliche Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan. Bei einem Drohnen-Beschuss wurden zehn Menschen getötet. Die häufigen Attacken aus der Luft belasten das Verhältnis zu Pakistan erheblich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,834859,00.html
"Die häufigen Attacken aus der Luft belasten das Verhältnis zu Pakistan erheblich." Und natürlich belastet es die Zivilbevölkerung kein bisschen. Nur das Verhälltniss zwischen Amerika und Pakisten wird belastet. Die Menschen dort halten den Terror schon aus. Sind ja nur blöde, in mittelalterlichen Verhältnissen lebende Wilde und zudem sind es ja Muslime und erst vor kurzem haben wir ja erfahren, was das amerikanische Militär seinen Rekruten über Muslime in dieser Region beibringt. Das was Amerika dort unten veranstaltet, schadet der inneren Sicherheit Amerikas wesentlich mehr als es nützt. Durch jeden toten Zivilisten entsteht mindestens ein Terrorist. Das müsste auch jeder Falke in der amerikanischen Regierung wissen. Es ist eine Schande, dass die jeminitsche und pakistanische Regierung solche Tötungen per Drohne zulässt. In den Medien werden Sprengstoffattacken und Hinterhalte der Taliban in Afghanistan als "feige" bezeichnet. Und was bitte sind Drohnenangriffe?
derweltbuerger 24.05.2012
5. optional
Bei so einer Meldung läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Man stelle sich vor, China würde in Deutschland am laufenden Band "mutmaßliche Terroristen" aus der Luft abknallen. Was ein Aufschrei! Und zurecht! Wenn die USA das in Pakistan tun, ist es eine Standard-Meldung der Nachrichtenagenturen wert. Man liest noch nicht mal einen empörten Kommentar. Dabei müsste eine solche Meldung zu einem riesigen Aufschrei führen, quer durch alle Medien. Der einzige Unterschied zur standrechtlichen Erschiessung ist, dass hier gleich mehrere Menschen einfach so abgeknallt werden. Wo sind wir gelandet?
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