Hunderte Millionen an Revolutionsgarde geflossen US-Finanzministerium sanktioniert iranische Dollarschmuggler

Das US-Finanzministerium hat nach eigenen Angaben ein Netzwerk von illegalem Währungsschmuggel im Iran hochgehen lassen. Finanzminister Mnuchin warnte andere Länder vor Ausbeutungen - und sparte nicht an Rhetorik gegen Iran.

US-Finanzminister Steven Mnuchin
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US-Finanzminister Steven Mnuchin


Das US-Finanzministerium hat Sanktionen gegen fünf Personen und drei Unternehmen verhängt, die hunderte Millionen Dollar an die Iranische Revolutionsgarde (IRGC) weitergeleitet haben sollen. Das Geld soll zur Finanzierung "bösartiger Tätigkeiten" der Quds-Truppe gedient haben, teilte das Ministerium in einer Pressemitteilung mit.

Die Iranische Revolutionsgarde ist eine paramilitärische Organisation, der besonders im Ersten Golfkrieg eine tragende Rolle zugeschrieben wurde. Zuletzt hatte Israel die Gruppe beschuldigt, von Syrien aus Ziele in Israel beschossen zu haben.

Gemeinsam mit den Arabischen Emiraten habe das US-Finanzministerium laut Mitteilung ein Netzwerk von Tauschhändlern und Kurieren hochgehen lassen. Auch die iranische Zentralbank soll geholfen haben, indem sie den Revolutionsgarden Zugang zu US-Dollar in einer ausländischen Bank verschafft hätten.

Mnuchin: "Saudische Entitäten missbraucht"

US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte in einer Ansprache, das "Iranische Regime und seine Zentralbank haben saudische Entitäten missbraucht, um an US-Dollar zu gelangen". Die eigentliche Verwendung der Gelder hätten sie verschleiert.

Die Personen und Unternehmen sollen nach einem US-Gesetz sanktioniert werden, das den Umgang mit als Terroristen eingestuften Einheiten regelt. Mnuchin fügte hinzu, die USA würden beabsichtigen, möglichst alle Einnahmen der Iranischen Revolutionsgarden zu stoppen. Er warnte andere Länder, dass Iran versuchen könnte, auch ihre Finanzinstitutionen auszubeuten, um Währung umzutauschen.

Zwei Tage nach Aufkündigung von Iran-Abkommen

Die Ankündigung kommt zwei Tage nachdem US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen mit Iran aufkündigte. Bevor das Iran-Abkommen 2015 unterzeichnet wurde, existierte ein größeres Netzwerk von Scheinfirmen in Dubai, das Zahlungen nach Iran vereinfachte.

Die Scheinfirmen kauften US-Dollars von Währungshändlern in Dubai und Iraq und schafften sie in den Iran. Dadurch wurde die eigentliche Masse der Käufe verschleiert.

ans/Reuters

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