Burma Aung San Suu Kyi verliert Preis für Menschenrechte

Das US-Holocaust-Museum ist entsetzt über Burmas Vorgehen gegen die Rohinyga - und das lange Schweigen von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Nun wird ihr der Elie-Wiesel-Preis für Menschenrechte aberkannt.

Aung San Suu Kyi
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Aung San Suu Kyi


Die Vereinten Nationen haben ihren Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte am Mittwoch vorgelegt. Ganz weit hinten steht: Burma. Nun hat auch das US-Holocaust-Museum in Washington das brutale Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya scharf kritisiert - mit einem ungewöhnlichen Schritt: Die Einrichtung hat Burmas faktischer Regierungschefin Aung San Suu Kyi den Elie-Wiesel-Preis für Menschenrechte entzogen.

Grund sei Suu Kyis Versagen, die seit Monaten andauernden ethnischen Säuberungen in Burma entschieden zu kritisieren oder gar zu stoppen. Der Preis wird seit 2011 jährlich vergeben und seit 2012 nach dem Museums-Mitgründer und Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel benannt.

"Wir hatten gehofft, dass Sie etwas tun würden"

"Wir hatten gehofft, dass Sie, als jemand den wir und viele andere für Ihr Engagement für globale Menschenrechte gefeiert haben, etwas dafür tun würden, die brutale militärische Kampagne zu verurteilen und zu stoppen und Solidarität mit der betroffenen Rohingya-Bevölkerung zu bekunden", schrieb das Museum am Dienstag an Suu Kyi. Der Brief wurde auf der Internetseite des Museums veröffentlicht.

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Suu Kyi, die sich seit den späten 1980er Jahren für eine friedliche Demokratisierung ihres Heimatlandes einsetzte und dafür lange Zeit unter Hausarrest des mächtigen Militärs stand, erhielt 1991 den Friedensnobelpreis und 2012 den Elie-Wiesel-Preis.

Seit der Flucht Hunderttausender Rohingya vor militärischer Gewalt nach Bangladesch wird die Regierungschefin des mehrheitlich buddhistischen Landes jedoch scharf für ihre Zurückhaltung und ihr - langes - Schweigen kritisiert.

dop/dpa

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