Militärübung: US-Jets bombardieren versehentlich Great-Barrier-Riff

Der Sprit wurde knapp, da warfen die Piloten Ballast ab: US-Soldaten haben vier unscharfe Bomben auf das berühmte Great-Barrier-Riff vor Australien geschmissen. Umweltschützer sind empört, auf Twitter ernten die Unglücksbomber Häme.

Fotostrecke: Bomben im Weltnaturerbe Fotos
DPA/ GBRMPA

Canberra - Bunte Korallen, eine üppige Artenvielfalt: Der Great Barrier Reef Marine Park ist ein Ort, um sich an der Schönheit der Natur zu ergötzen. Vergangene Woche aber wurde der Frieden empfindlich gestört.

Zwei "Harrier"-Jets der US-Marine donnerten plötzlich über das Weltnaturerbe hinweg und warfen vier Bomben ab. Immerhin: Die Bomben explodierten nicht. Und, ein Glück: Sie landeten nicht direkt auf dem Korallenriff, sondern gut 50 Meter daneben.

Nur: Wie konnte es zu dem Zwischenfall kommen?

In der Nähe des Great-Barrier-Riffs halten rund 28.000 US-amerikanische und australische Soldaten gerade eine gemeinsame Militärübung ab. Am zweiten Tag des Trainings - vergangenen Dienstag - starteten zwei "Harrier"-Jets vom Flugzeugträger U.S.S. "Bonhomme". Ursprünglich sollten sie ihre Bomben im Rahmen einer sogenannten Zielübung über der Insel Townsend abwerfen, hieß es in einer Erklärung des US-Militärs. Doch die Piloten bekamen keine Freigabe. Sie kehrten um. Nur durften sie mit den Bomben auch nicht wieder auf dem Flugzeugträger landen.

Was also tun? Der Sprit wurde knapp. Die Bomben mussten weg. So wurde der Great Barrier Reef Marine Park zum Bombenzwischenlager.

Warum solch riskante Flugmanöver überhaupt mitten in einem Naturschutzpark stattfinden, stand nicht in der Erklärung des US-Militärs. Umweltschützer sind empört. Man dürfe dem US-Militär in puncto Naturschutz nicht trauen, sagte Graeme Dunstan, ein Demonstrant, der gegen die War Games vor der australischen Küste protestiert, der Nachrichtenagentur AP. "Wie können die die Umwelt schützen und gleichzeitig das Riff bombardieren? Wacht auf!"

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sorgt das Militär-Malheur für Häme. "Was kommt als nächstes?", fragt sich ein Nutzer namens firstforensic3. "Ein Raketenangriff auf die Pyramiden?"

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insgesamt 64 Beiträge
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1. Eines an der news tröstet:
si tacuisses 21.07.2013
Zitat von sysopDPA/ GBRMPADer Sprit wurde knapp, da warfen die Piloten Ballast ab: US-Soldaten haben vier unscharfe Bomben auf das berühmte Great-Barrier-Riff vor Australien geschmissen. Umweltschützer sind empört, auf Twitter ernten die Unglücksbomber Häme. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-jets-bombardieren-aus-versehen-great-barrier-reef-a-912252.html
Da bei den Amis offenbar wir bei Jeans, Nieten an allen wichtigen Stellen sitzen, wird die NSA in ihrem eigenen Datenmeer ersaufen. Macht so weiter Jungs.
2.
frutsch 21.07.2013
Korrketur: Das Schiff heißt "USS Bonhomme Richard" und ist kein Flugzeugträger, sondern ein Angriffsschiff, das zwar einem Flugzeugträger im Aussehen ähnelt, aber nur Hubschrauber und Senkrechtstarter trägt. Wie Sie im Artikel korrekt schreiben, wurde auch nicht das Riff bombardiert, sondern die nicht geschärften Bomben in der Nähe ins Meer geworfen. Was durchaus üblich ist und auch nicht zu Umweltschäden führt. Was soll also die irreführende Überschrift? Der einzige Skandal ist, dass in einem Naturschutzgebiet solche militärischen Übungen stattfinden.
3.
delta058 21.07.2013
Zitat von sysopDPA/ GBRMPADer Sprit wurde knapp, da warfen die Piloten Ballast ab: US-Soldaten haben vier unscharfe Bomben auf das berühmte Great-Barrier-Riff vor Australien geschmissen. Umweltschützer sind empört, auf Twitter ernten die Unglücksbomber Häme. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-jets-bombardieren-aus-versehen-great-barrier-reef-a-912252.html
Wie kann bei einer Übung denn der Sprit so kanpp werden? Selbst ein Trabi hat ne Tankanzeige die einen rechtzeitig warnt. Aber was soll man bei amerikanischen Piloten anderes erwarten? Sicherheitsregeln in der Alpen sind ja nur was für die europäischen Mindermenschen, die 20 leute in der Seilbahn haben halt Pgh. In AFG werden gerne mal Hochzeiten oder eigene Verbündete bombardiert, in Serbien Zivilisten wenn sie Sonntags zum Markt gehen um sich Vitaminbomben zu beschaffen, eindeutig Terroristen.
4. Nixwisser
heinzjürgenneu 21.07.2013
Da das Great-Barrier-Riff nicht in der Datensammlung der NSA vorkommt, kann man das ja verstehen.
5. Das zeigt uns doch wieder mal,
MeineMeinungist... 21.07.2013
das die USA sich alles leisten dürfen. Es gibt mit Sicherheit keine Strafverfolgung. Hoffentlich sind sie auch bereit, auf ihre Kosten die Bomben wieder zu entfernen Verursacherprinzip).
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