Syrische Nusra-Front Gotteskrieger kündigen Vergeltung für Luftangriffe an

Die Nusra-Front hat Vergeltung für die Luftschläge der Amerikaner und ihrer Verbündeten in Syrien angekündigt: Die an den Angriffen beteiligten Staaten seien nun Ziel für Gotteskrieger in aller Welt.

Anhänger der Nusra-Front: Radikale wollen Krieg in die westliche Welt tragen
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Anhänger der Nusra-Front: Radikale wollen Krieg in die westliche Welt tragen


Beirut - Die radikalislamische Nusra-Front hat Vergeltung für die US-geführten Luftangriffe auf ihre Stellungen in Syrien geschworen. Die beteiligten Staaten seien damit zum Ziel für Gotteskrieger in aller Welt geworden, erklärte ein Sprecher in einer am Samstag im Internet veröffentlichten Audiobotschaft. Es werde nicht Krieg gegen die Nusra-Front geführt, sondern gegen den Islam als Ganzes. "Dieser Krieg könnte Jahrzehnte dauern", hieß es weiter.

Es war die erste Reaktion der mit al-Qaida verbündeten Gruppe seit dem Beginn der Luftangriffe am Dienstag. Am Samstag hatten Flugzeuge des von den USA geführten Anti-IS-Bündnisses erstmals Stellungen der Dschihadisten in Dörfern nahe Ain al-Arab angeriffen, bestätigte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida). Aufhalten konnten die Bombardements, an denen auch Kampfflugzeuge aus Saudi-Arabien, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt waren, den IS bisher allerdings nicht.

Stattdessen sollen Raketen der IS-Terrormiliz am Samstag die Kurdenstadt Ain al-Arab getroffen haben. Es seien die ersten Raketentreffer seit dem Beginn der IS-Angriffe am 16. September gewesen, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Dabei seien ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden.

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Luftangriffe: Bomben auf den "Islamischen Staat"
Die kurdische Enklave an der syrisch-türkischen Grenze war vor über einer Woche von IS-Kämpfern umzingelt worden. Bei ihrem Vormarsch hatten die Dschihadisten mehr als sechzig Dörfer im Umland eingenommen. Zehntausende Menschen waren nach Norden in die Türkei geflohen. Die IS-Kämpfer stehen nach Angaben von Augenzeugen bis zu zehn Kilometer vor Ain al-Arab.

Bei den Kämpfen um die syrische Grenzstadt, die von den Kurden Kobani genannt wird, haben IS-Milizen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle in den vergangenen fünf Tagen vierzig kurdische Kämpfer getötet. Darunter seien auch zahlreiche Opfer eines Selbstmordanschlags, der sich in einem westlichen Vorort von Kobani ereignet habe. Der Attentäter sei dabei ein Fahrzeug gefahren, das als Teil eines Hilfskonvois getarnt gewesen sei. Es blieb unklar, wann genau sich der Anschlag ereignet hatte.

Die in Großbritannien ansässige Beobachterstelle steht den gemäßigten Rebellen in Syrien nahe. Bei ihren Angaben stützt sich die Organisation auf ein Netzwerk von Informanten in dem Bürgerkriegsland.

Britische Kampfjets sammeln Aufklärungsmaterial

Bei Angriffen der von den USA geführten Allianz im Irak waren am Samstag erstmals britische Jets im Kampf gegen den IS im Einsatz. Einen Tag nach dem Beschluss des Unterhauses waren zwei "Tornado"-Kampfjets von Zypern aus gestartet und etwa sieben Stunden in der Luft, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag mit. Die Piloten hätten Aufklärungsmaterial mitgebracht, das nun an die irakischen Bodentruppen weitergereicht werden soll.

Die britischen Flugzeuge waren nach offiziellen Angaben ausgerüstet, um Angriffe zu fliegen, "sobald ein geeignetes Ziel identifiziert" sei. Dies sei am ersten Tag aber noch nicht der Fall gewesen.

mik/cst/AFP/dpa

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insgesamt 163 Beiträge
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Seite 1
lkm67 28.09.2014
1.
Gotteskrieger . . .wenn das nicht so krank & gefährlich wäre, dann könnte man sich über euch Clowns krank lachen. Es gibt keinen Gott!!! Kapiert ihr das? Das ist eure kranke Phantasie!! Ihr seid einfach nur böse, chauvinistische Versager und Egoisten.
e_d_f 28.09.2014
2. nur Geduld! Die Luftangriffe...
... werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Es hat in Bosnien, Kosovo und Libyen auch Wochen und Monate gedauert, um die Lage am Boden zu wenden. Das hat einen einfachen Grund. Statt wahlloser Flächenbombardements wie im 2. Weltkrieg setzt man auf die punktuelle Bekämpfung möglichst sicher identifizierter Ziele, um zivile Opfer nach Möglichkeit zu vermeiden. Im Zweifelsfall werden Operationen sogar abgebrochen. Daher dauert diese Art des Luftkrieges nun mal viel länger. Aber er ist rücksichtsvoller in Bezug auf die Zivilbevölkerung und führt auch zum Ziel. Nur eben nicht so schnell. Nur Geduld!
gesell7890 28.09.2014
3. es wird ja
bei all den Milliarden, die jährlich in die rüstungsetats aller länder fließen, möglich sein, die gruppe irrer zeitnah auszuräuchern. so nicht, hat die gesamte militärpolitik des westens plus ihre Aufklärung (nsa und so) kläglichst versagt.
zompel 28.09.2014
4. Na, da haben wir aber Glück
das unsere BW so marode ist, eine schöne Ausrede daran nicht teilzunehmen und damit die neuen Fachkräfte ruhig zu halten.
Allessio 28.09.2014
5. Was...
Was ist bloß mit unserer Welt. 3. Weltkrieg ist nun da wegen einem Haufen Idioten.
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