Zivile Nutzung: US-Luftfahrtbehörde plant Testgebiete für Drohnen

Zivile Drohne mit Kamera in Kalifornien: Sechs Testgebiete ausgewiesen Zur Großansicht
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Zivile Drohne mit Kamera in Kalifornien: Sechs Testgebiete ausgewiesen

Tausende zivile Drohnen sollen ab 2015 am Himmel über den USA fliegen. Um die umstrittene Maßnahme zu ermöglichen, will die Luftfahrtbehörde FAA nun sechs Übungsgebiete ausweisen. Die Tests sollen zeigen, wie sich die unbemannten Geräte in den Luftverkehr integrieren lassen.

Washington - In den USA sollen sechs Testgebiete für Drohnen eingerichtet werden. Die US-Luftfahrtbehörde (FAA) stellte auch einen Entwurf zu Plänen ins Internet, wie die Privatsphäre der Menschen geschützt werden soll. Kritiker befürchten einen Überwachungsstaat, in dem die Bewegungen der Amerikaner routinemäßig überwacht, aufgezeichnet und überprüft werden.

Die FAA wurde im vergangenen Jahr per Gesetz angewiesen, Gebiete auszuweisen, wo die zivilen und militärischen Drohnen getestet werden können, um dann später in den Luftraum über den USA integriert zu werden. Dieser ist bislang bemannten Fluggeräten vorbehalten.

Ab 2015 sollen Drohnen in den USA fliegen dürfen. Dass der Zeitplan noch eingehalten werden kann, ist aber fraglich. Wenn die Nutzung erst einmal erlaubt ist, könnten nach Schätzungen der FAA binnen fünf Jahren rund 10.000 zivile Drohnen im Einsatz sein.

Die Testgebiete sollen nun erst einmal zeigen, wie sich Kollisionen mit Flugzeugen verhindern lassen. Zudem soll sichergestellt werden, dass weder Menschen noch Besitztümer am Boden in Mitleidenschaft gezogen werden. Laut FAA haben sich bereits rund zwei Dutzend Bewerber für die Standorte der Testgebiete gemeldet. Grund sei vor allem die Hoffnung auf wirtschaftliche Vorteile für die Gastkommunen.

Die US-Streitkräfte setzen Drohnen schon in großem Umfang im Ausland ein. Aber auch in den USA ist die Nachfrage groß. Dabei geht es um alle Aufgaben, die zu gefährlich oder auch zu ermüdend für Menschen sind. Zudem sind Drohnen meist kostengünstiger als bemannte Fluggeräte. Der größte Bedarf dürfte bei den Polizeibehörden zur Überwachung und zur Verfolgung von Straftätern bestehen, doch auch für folgende Zwecke sind die Drohnen denkbar:

  • Stromkonzerne könnten mit Drohnen ihre Leitungen überprüfen.
  • Landwirte hoffen, aus der Luft erkennen zu können, welche Felder bewässert werden müssen.
  • Viehzüchter könnten so ihre Tiere zählen.
  • Die Filmindustrie möchte damit Luftaufnahmen machen.
  • Journalisten prüfen, ob sich Drohnen zur Berichterstattung einsetzen lassen.

Kritiker warnen - neben generellen Bedenken zu Überwachung und Datenschutz - allerdings davor, die Verbindung zwischen den Drohnen und der Steuerung am Boden könne gehackt werden oder aus technischen Gründen abbrechen. Der Pilot könne dann die Kontrolle über die Fernsteuerung verlieren. Militärische Drohnen nutzen ein verschlüsseltes GPS-Signal zur Navigation, aber zivile Drohnen verfügen nicht über diesen Schutz.

Verkehrsminister Ray LaHood ist dennoch zuversichtlich. "Das Wichtigste ist, dass wir Sicherheit und Effizienz des weltgrößten Luftfahrtsystems aufrechterhalten und verbessern", sagte er in einem Statement. Die Tests würden wichtige Informationen darüber liefern, wie sich die Drohnen am besten integrieren ließen.

ffr/AP

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Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS