US-Marine: Amerikanisches Atom-U-Boot kollidiert mit Kriegsschiff

Dramatischer Zwischenfall in der Straße von Hormus: Zwei Schiffe der US-Marine sind miteinander kollidiert - das Atom-U-Boot "USS Hartford" rammte den Truppentransporter "USS New Orleans". Mehr als ein Dutzend Soldaten wurden verletzt, rund 95.000 Liter Schiffsdiesel flossen aus.

Manama - Zusammenstoß auf hoher See: In der Straße von Hormus sind am Freitagmorgen nach Angaben der US-Marine zwei Schiffe ihrer Fünften Flotte zusammengestoßen. 15 Soldaten an Bord der "Hartford" seien leicht verletzt worden, hätten aber ihren Dienst fortsetzen können. An Bord der "New Orleans" sei niemand verletzt worden.

U-Boot USS Hartford: 15 Menschen wurden verletzt, 95.000 Liter Schiffsdiesel flossen ins Meer
AP/ US Navy

U-Boot USS Hartford: 15 Menschen wurden verletzt, 95.000 Liter Schiffsdiesel flossen ins Meer

Durch den Zusammenstoß entstand an der "New Orleans" ein Leck auf Höhe der Treibstofftanks, durch das rund 95.000 Liter Schiffsdiesel ins Meer flossen. Der nukleare Antriebsreaktor des U-Bootes sei nicht beschädigt worden. Die Schiffe hätten sich nach dem Vorfall aus eigener Kraft fortbewegen können. Das ganze Ausmaß der Schäden durch den ausgelaufenen Treibstoff werde überprüft, so ein Sprecher der US-Marine.

Der Marine-Experte Loren Thompson vom amerikanischen Lexington-Institut geht von menschlichem Versagen als Unfallursache aus. Der Vorfall werde mit Sicherheit zur Suspendierung von Offizieren führen. "Diese Art Unfälle ist so ungewöhnlich, dass man sicher sein kann, dass einer der Kapitäne einen größeren Fehler gemacht hat", sagte er.

Die atomgetriebene "Hartford" ist 110 Meter lang und rund 6900 Tonnen schwer, an Bord sind zwölf Offiziere und 116 Matrosen. Die gut 208 Meter lange "New Orleans" hat 361 Mann an Bord, 28 davon Offiziere. Beide Schiffe waren nach Marine-Angaben auf dem Weg zu ihren Stützpunkten, als sich der Unfall ereignete. Die Straße von Hormus, die zwischen Oman auf der Arabischen Halbinsel und dem Iran liegt, ist eine strategisch wichtige Schifffahrtsroute. Rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion werden auf diesem Weg verschifft.

Nach Bekanntwerden des Zusammenstoßes zog der Ölpreis an, angesichts der Rezession allerdings lediglich um 50 Cent auf 51,17 Dollar in London und um 39 Cent auf 52 Dollar in New York. Vor ein paar Monaten hätte ein solcher Zwischenfall den Ölpreis noch nach oben katapultiert, sagten Händler.

Bereits im Februar war es zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen. Damals kollidierten zwei mit Atom-Raketen bestückte U-Boote der französischen und der britischen Marine. Die französische "Le Triomphant" und die britische "HMS Vanguard" stießen im Atlantik zusammen und wurden dabei beschädigt.

can/beb/AP/AFP/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite