Sexuelle Belästigung: US-Militär feuert Anti-Sexismus-Beauftragten

Jeff K. leitete ein Programm der US-Luftwaffe zur Prävention sexueller Übergriffe. Nun ist er seinen Job los - nach einem angeblichen sexuellen Übergriff. Verteidigungsminister Hagel nannte den Vorfall auf einem Parkplatz in Virginia eine "abscheuliche Tat".

Arlington - Das US-Militär fährt derzeit ein umfangreiches Programm zur Prävention von sexueller Gewalt in seinen Reihen. Zu oft hatte es in der Vergangenheit Schlagzeilen wegen Übergriffen von Soldaten auf Zivilisten oder auch untereinander gegeben. Da kommt der jüngste Vorfall aus dem Bundesstaat Virginia denkbar ungelegen. Dort wurde ein für die Prävention sexueller Gewalt in der Luftwaffe zuständiger Leutnant unter dem Vorwurf der sexuellen Nötigung festgenommen.

Jeff K., Chef des Air-Force-Programms zur Verhinderung sexueller Gewalt, habe in betrunkenem Zustand eine Frau auf einem Parkplatz bedrängt und an Brust und Hinterteil betatscht. Dies geht aus einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht der Polizei von Arlington nahe Washington hervor. Das Opfer habe sich gewehrt und die Polizei verständigt. Auf einem Polizeifoto ist K. mit deutlichen Kratzspuren im Gesicht zu sehen.

Der 41-Jährige ist seines Postens enthoben, so lange die Untersuchung des Vorfalls läuft. "Er wurde suspendiert", zitiert der US-Sender NBC einen Kameraden. Jeff K. hatte die Position demnach erst vor knapp zwei Monaten übernommen.

Seine Chancen auf eine Rückkehr an die Spitze des Programms stehen noch schlechter, seitdem sein Fall auch in höchsten Militärkreisen die Runde macht. Am Montag äußerte sich Verteidigungsminister Chuck Hagel mit deutlichen Worten. Er sei "außer sich über die abscheuliche Tat", so der Minister laut NBC. Man werde "schnell und eindeutig" reagieren.

Die US-Luftwaffe war in der Vergangenheit wegen zahlreicher Vorfälle sexueller Übergriffe in ihren Reihen in die Kritik geraten. In ihrem größten Ausbildungszentrum in Texas waren laut einem Bericht zahlreiche junge Rekrutinnen von mindestens 23 Ausbildern sexuell belästigt worden.

jok/AFP

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Das ist die Definition
matthias_b. 07.05.2013
von Ironie.
2. Ohne wenn und aber.....
World_watcher 07.05.2013
....ist der Vorfall ein(e) Straftat/Vergehen, der in keinster Weise zu beschönigen wäre. Allerdings in dem Zusammenhang von "abscheulicher Tat" zu reden, wenn ein Präsident oder militärische Obere den gleichen Begriff bei terroristischen Anschlägen nutzen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Beides ist sicherlich nicht gleichzusetzen. Das nach außen aufgesetzte Entsetzen liegt wohl mehr daran, dass ausgerechnet der Beauftragte "versagt" hat. Wer in der U.S.-Armee oder anderen Armeen gedient hat, in denen auch Frauen ihren Dienst verrichten, kann sich die tatsächliche Reaktion (hinter verschlossenen Türen) gut vorstellen. Wenn Vorgesetzte (geschlechtsfrei) ohne Wenn und Aber solchen Übergriffen und/oder verbalen Attacken einen klaren Riegel vorschieben würden, wäre das Thema schon längst abgehakt. Viele Männer haben einfach keinen Respekt vor (fremden) Frauen, und genau da liegt das Problem. Btw, ich bin selbst ein Mann und würde mir ein solches Verhalten niemals erlauben. Witze - auch anzügliche - werde ich nur bei Menschen los, die ich gut kenne und damit umzugehen wissen. As always
3. Alles Quatsch -
Badischer Revoluzzer 07.05.2013
er wollte nur demonstrieren, wie man es nicht macht.
4. optional
chiefseattle 07.05.2013
Sexismus lässt sich nicht wegpräventionieren. Das weiss auch die katholische Kirche!
5. Wenn man jemand ...
derregelmäßiggelöschte 07.05.2013
Zitat von sysopJeff K. leitete ein Programm der US-Luftwaffe zur Prävention sexueller Übergriffe. Nun ist er seinen Job los - nach einem angeblichen sexuellen Übergriff. Verteidigungsminister Hagel nannte den Vorfall auf einem Parkplatz in Virginia eine "abscheuliche Tat". US-Militär: Anti-Sexismus-Beauftragter entlassen - wegen Belästigung - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-militaer-anti-sexismus-beauftragter-entlassen-wegen-belaestigung-a-898451.html)
... politisch abschießen will, liegt nichts näher, als ihn dessen zu verdächtigen, wogegen er eingesetzt ist. Sex besonders. Eine Nicht-Meldung mit einem Nicht-Foto garniert. Ein journalistisches Highlight!
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