Ab 1. Januar US-Militär nimmt erstmals Transgender-Rekruten an

US-Präsident Trump scheint seinen Kampf gegen Transgender im Militär aufgegeben zu haben. Die Regierung will den monatelangen Rechtsstreit offenbar nicht mehr fortsetzen.

Proteste gegen Donald Trump in New York (Archivbild von Juli 2017)
REUTERS

Proteste gegen Donald Trump in New York (Archivbild von Juli 2017)


In den USA dürfen sich ab Neujahr erstmals bekennende Transgender bei den US-Streitkräften bewerben. Das gab ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bekannt.

Aus Kreisen des Justizministeriums verlautete dazu, die Regierung von Präsident Donald Trump werde im seit Monaten anhaltenden Streit über eine Zulassung nicht das Oberste Gericht anrufen. Man wolle einen unabhängigen Bericht zum Thema abwarten, der in den kommenden Wochen veröffentlicht werden dürfte. Damit gilt der von Verteidigungsminister James Mattis gesetzte Stichtag 1. Januar 2018 für die Annahme von Bewerbungen.

Trumps Vorgänger Barack Obama hatte ursprünglich die Zulassung ab dem 1. Juli 2017 angeordnet. Mattis verschob diese Frist um sechs Monate. Ende August ordnete Trump dann ein Verbot des Militärdienstes für Transgender an und begründete dies unter anderem mit hohen medizinischen Kosten. Während konservative Anhänger des Präsidenten den Schritt begrüßten, kritisierten Bürgerrechtler ihn.

Richter in vier Bundesstaaten haben seitdem das Verbot durch einstweilige Verfügungen außer Kraft gesetzt, bis über die Klagen dagegen entschieden wurde. In der vergangenen Woche lehnten dann zwei Bundesberufungsgerichte Anträge der Regierung ab, das Verbot doch zu bestätigen. Ihr wäre damit nur noch die Möglichkeit geblieben, das Oberste Gericht anzurufen.

Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den biologischen Geschlechtsmerkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden. Einer Studie aus dem vergangenen Jahr zufolge dienen in den US-Streitkräften 2500 Transgender, weitere 1500 sind Reservisten.

cte/Reuters



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DJ Doena 30.12.2017
1.
Hier mal ein interessanter Fakt: Menschen, die jemals - selbst als Kinder - Medikamente gegen ADHS bekommen haben, sind in den USA gnadenlos vom Militärdienst ausgeschlossen. Das US-Militär siebt gnadenlos aus, wenn es darum geht "ist eine Menschengruppe im Durchschnitt mehr von Vorteil von uns als zum Nachteil?". Wann immer statistische Wahrscheinlichkeiten sagen, dass es mit einem Menschen, der zu Gruppe X gehört, zukünftig zu erhöhten Problemen oder Kosten kommt, wird die ganze Gruppe ausgesiebt. Das war auch der Grund für den pragmatischen Transgender-Ban. Transgender-Menschen haben von Hause aus schon eine höhere Suicidrate als Cisgender-Menschen. Bei Transgender-Menschen im Militär ist diese Rate nochmal signifikant erhöht, sowohl im Vergleich zu Nicht-Soldaten, aber auch im Vergleich mit ihren Mit-Soldaten. Und so lausig der VA (Veteran's Affairs) auch teilweise ist, zumindest auf dem Papier verpflichtet sich der US-Staat, dass wenn jemand Soldat ist oder war, wird für dessen medizinische Versorgung bis zu dessen Tod gesorgt. Und in dieser streng nüchternen Betrachtung kosten Transgender-Menschen mehr, als sie dem Militär nützen. Und da Resourcen auch im US-Militär nicht unendlich sind, war es praktikabler sie alle auszusortieren, als jeden einzelnen darauf zu untersuchen, wie sich der Militärdienst auf diese Person auswirken könnte. Eins dürfen wir aus europäischer Sicht nicht vergessen: Die Amis betrachten ihre Armee nicht als Folklore-Zeremonien-Veranstaltung, sondern als echte Kriegsmaschine, wo man tötet oder getötet wird. Bei uns in Deutschland ist es egal, wie die Zusammensetzung der Truppe ist, weil sie so oder so nicht schlagkräftig ist. Man braucht sich für dieses Verständnis nur mal "Der Soldat James Ryan" angucken. Wieviele von der Truppe sind am Ende draufgegangen, weil man vorher diesen einzelnen deutschen Gefreiten hat laufen lassen, der dann prompt eine ganze Kampfgruppe auf sie losgelassen hat? Und warum hat man den laufen lassen? Weil der Typ aus der Schreibstube, Marke Weltverbesserer, solange gebettelt hat, bis sie es taten.
hansriedl 30.12.2017
2. Arme Transgender
Nach den verbot, Zulassung für Transgender beim Militär eine Kehrtwendung. Richter in vier Bundesstaaten haben seitdem das Verbot durch einstweilige Verfügungen außer Kraft gesetzt, bis über die Klagen dagegen entschieden wurde. In der vergangenen Woche lehnten dann zwei Bundesberufungsgerichte Anträge der Regierung ab, das Verbot doch zu bestätigen. Ihr wäre damit nur noch die Möglichkeit geblieben, das Oberste Gericht anzurufen. Was erwartet diese Menschen nach der Hetze beim Militär. man wird sie wie Aussätzige behandeln u. als Kanonenfutter verwenden.
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