"Zumwalt"-Klasse US-Navy hat ein neues Kriegsschiff - ohne Kanone

Die U.S. Navy hat ihren neuen Tarnkappen-Zerstörer der "Zumwalt"-Klasse in Dienst gestellt. Kleines Problem: Das Kriegsschiff kann noch nicht schießen. Das ursprünglich vorgesehene System ist zu teuer.

Zerstörer der Klasse "Zumwalt"
AFP/ US Navy

Zerstörer der Klasse "Zumwalt"


Die U.S. Navy hätte eigentlich Grund zur Freude: Im Bundesstaat Maine wurde ihr nun von der Werft der 186 Meter lange Zerstörer USS "Michael Monsoor" der Klasse "Zumwalt" übergeben. Es ist das zweite von drei georderten Schiffen. Aber es gibt ein Problem: Beide Tarnkappenschiffe verfügen bisher noch nicht über ein Waffensystem.

Das hat mit extrem hohen Kosten und damit verbundenen Änderungen an der Ausrüstung zu tun, berichtet das US-Magazin "Defense News". Ursprünglich sollten die Schiffe dazu dienen, mit großer Reichweite Ziele an Land anzugreifen. Dafür sollten mit dem "Advanced Guns System" Geschosse mit hoher Reichweite abgefeuert werden. Ein einziger Schuss des Artilleriegeschützes hätte hier allerdings 800.000 US-Dollar gekostet. Gleichzeitig schaffte das System nicht die erhoffte Reichweite.

Deswegen sollen die Schiffe nun gegen Seeziele eingesetzt werden und sich nicht auf Ziele an Land konzentrieren. Durch die Verzögerung bei der Ausstattung beschloss die Navy, "die Planung des Schiffsbaus finanziell von der Ausrüstung mit dem Waffensystem zu trennen", erklärte Vize-Admiral Bill Merz. Und so wurden die ersten beiden Schiffe zunächst ohne Waffensystem geliefert.

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USS "Zumwalt": Riesen-Zerstörer auf Jungfernfahrt

Aufgrund der hohen Kosten wurde das Projekt immer weiter zurückgeschraubt. Ursprünglich sollten nicht nur drei, sondern 32 Schiffe gebaut werden.

Das erste Schiff war im Mai 2016 an die Navy übergeben worden. Hier soll die Installation des Waffensystems in den kommenden Monaten abgeschlossen sein. Beim Zerstörer "Michael Monsoor" hingegen wird dieser Prozess laut dem Magazin "Defense News" wahrscheinlich noch bis 2020 dauern. Zuvor soll es nach Angaben der Navy im Januar 2019 in Betrieb genommen werden. Sein Heimathafen wird in San Diego in Kalifornien sein. Das dritte Schiff, "Lyndon B. Johnson", befindet sich noch im Bau.

aev

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