Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

US-Offensive in Bagdad: Irakischer Vizeminister bei Razzia verhaftet

Mit nächtlichen Razzien haben das US-Militär und irakische Einheiten ihre Offensive für mehr Sicherheit in Bagdad gestartet. Auch der Vize-Gesundheitsminister wurde verhaftet. Bei Anschlägen kamen heute über 20 Menschen ums Leben.

Bagdad - Der festgenommene stellvertretende Gesundheitsminister Hakim al-Samili gehört der Bewegung des radikalen schiitischen Predigers Muktada al-Sadr an, die für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich gemacht wird. Einer seiner Leibwächter sagte, Soldaten hätten das Gesundheitsministerium gestürmt und Samili in Handschellen aus seinem Büro abgeführt.

Die sunnitische Islamische Partei forderte die irakische Regierung unterdessen auf, endlich etwas gegen Milizen zu unternehmen, die unter dem Deckmantel der Sicherheitskräfte operierten. Die Angriffe dieser Milizen auf Wohnviertel in Bagdad hätten in den vergangenen zwei Wochen stark zugenommen, erklärte die Partei. Auch die US-Armee lasse die Milizionäre gewähren, da diese bei ihren kriminellen Taten in den Uniformen der staatlichen Sicherheitskräfte aufträten.

Bei einem Doppelanschlag im Süden Bagdads wurden unterdessen sieben Menschen getötet. Weitere zwölf Menschen seien verletzt worden, als am Mittwochabend in Suwaira zwei Bomben explodiert seien, hieß es am Donnerstagmorgen in Sicherheitskreisen. Die Sprengsätze seien im Abstand von wenigen Minuten in die Luft gegangen. Die zweite Bombe explodierte den Angaben zufolge, als sich um die Opfer des ersten Anschlages eine Menge von Menschen gebildet hatte, die helfen wollten. Der Anschlag habe sich in der Innenstadt ereignet.

Durch einen Autobombenanschlag auf einem Fleischmarkt in der überwiegend von Schiiten bewohnten irakischen Stadt Asisija wurden unterdessen mindestens 15 Menschen getötet, 50 weitere wurden verletzt.

Bei einem Hubschrauberabsturz kamen sieben US-Militärangehörige ums Leben. Das Unglück habe sich in der westirakischen Unruheprovinz Anbar ereignet, teilte die US-Armee mit. Die Armee machte keine Angaben, ob der Transporthubschrauber abgeschossen wurde oder wegen technischer Probleme abstürzte. Es war der fünfte Hubschrauberabsturz innerhalb von nur drei Wochen.

als/dpa/AP/Reuters

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: