Wahlkampf an US-Grenze Trump will 15.000 Soldaten an mexikanische Grenze schicken

US-Präsident Trump nutzt den Flüchtlingskonvoi aus Mittelamerika, um Wahlkampf zu machen. An die Südgrenze der USA will er doppelt so viele Soldaten senden wie vom Pentagon zuletzt angegeben.

Donald Trump
AP

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US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton: Er kündigte an, bis zu 15.000 Soldaten an die südliche US-Grenze zu schicken. Inwiefern Trump das mit dem Pentagon abgestimmt hat, ist unklar. Das Verteidigungsministerium hatte zuvor von mehr als 7000 Soldaten gesprochen, die den Grenzschutz unterstützen sollen. Es geht dabei um den Flüchtlingskonvoi, der von Mittelamerika Richtung US-Grenze unterwegs ist.

Flüchtlinge als Wahlkampfthema

Über die genaue US-Truppengröße gibt es seit Tagen Verwirrung. Am Montag hatten Vertreter des Militärs angekündigt, dass bis zum Ende der Woche 5200 Soldaten entsandt werden sollen. Anfangs waren 800 bis 1000 Soldaten vorgesehen.

Mit einer Truppengröße von 15.000 Mann hätten die USA dort mehr Soldaten als zurzeit in Syrien oder im Irak. Die Nichtregierungsorganisation "American Civil Liberties Union" kritisiert laut "New York Times", Trump nutze das Militär, um damit Wahlkampf für die Kongresswahlen in der nächsten Woche zu betreiben.

Trump hat die Migranten immer wieder zum Thema im Wahlkampf vor den Halbzeitwahlen gemacht und die Lage stark überzeichnet. Er sprach von einem "Angriff auf unser Land". Zuletzt behauptete er außerdem, unter den Migranten seien auch Menschen aus dem Nahen Osten und insinuierte damit unlautere Motive für deren Marsch in Richtung USA. Belege dafür lieferte er nicht.

Zwischen 3500 und 7000 Menschen vor allem aus Honduras und Guatemala sind seit Mitte Oktober auf dem Weg Richtung USA. Die Menschen fliehen vor Armut und Gewalt in ihrer Heimat.

mst/dpa



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