Iran und Nordkorea: Obama kämpft gegen das doppelte Atom-Problem
Iran treibt sein Atomprogramm voran, Nordkorea versucht sich an einer Rakete - und Barack Obama hat ein Problem im Wahlkampf: Rivale Mitt Romney wirft dem Präsidenten Schwäche gegenüber den Diktaturen vor. Laut Geheimdiensten soll Teheran ein wichtiges Bauteil für einen Atomsprengkopf getestet haben.
Schon bald nachdem die nordkoreanische Unha-3-Rakete ins Wasser gefallen war, hatte Mitt Romney sein Urteil gefällt: Von "Inkompetenz" sprach er. Doch der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber meinte keineswegs das blamierte Regime in Pjöngjang um Diktator Kim Jong Un. Sondern US-Präsident Barack Obama.
Die "Inkompetenz" der Obama-Regierung habe Nordkorea zu dem Raketenstart "ermutigt und die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten unterminiert", wetterte Romney. Statt eine Position der Stärke einzunehmen, habe Obama auf Beschwichtigungspolitik durch Lebensmittelhilfen gesetzt. Dies sei "naiv".
Das ist eine scharfe Attacke. Nach Monaten des Streits um Schuldendefizit, Steuersenkungen und die Gesundheitsreform wird jetzt die Außenpolitik zum neuen Schlachtfeld im Ringen ums Weiße Haus. Es ist allerdings ein Politikfeld, auf dem Obamas Werte bislang gut sind.
Einer Umfrage der "Washington Post" zufolge befürworten 53 Prozent der Amerikaner die Art, wie Obama internationale Belange behandelt. Romney kommt hier nur auf 36 Prozent Zustimmung. Auch in der Bekämpfung des Terrorismus traut die Bevölkerung Obama mehr zu als seinem designierten republikanischen Herausforderer, im direkten Vergleich steht es 47 zu 40 Prozent. Galt Obama zu Beginn seiner Amtszeit als außenpolitischer Novize, hat sich dieses Image seit der Tötung von Osama Bin Laden im vergangenen Mai gründlich gewandelt.
Dennoch hofft Romney nun, dass seine Kritik an Obamas Außenpolitik verfängt. Der Grund: Obama hat mit Nordkorea und Iran - zu Zeiten von Ex-Präsident George W. Bush auf der ominösen "Achse des Bösen" verortet - gleich das doppelte Atom-Problem. Mit beiden Regimes versuchte der Präsident zu Beginn seiner Amtszeit einen Neuanfang, wollte mehr auf Diplomatie und weniger auf jene verbale Kraftmeierei setzen, die die Bush-Regierung in die Sackgasse geführt hatte. So erklärte er bei Amtsantritt, dass die Autokraten dieser Welt zwar auf der falschen Seite der Geschichte stünden, er ihnen aber mit "ausgestreckter Hand" begegnen werde, wenn sie nur "die Faust öffneten".
Doch diese Taktik hat - jedenfalls kurzfristig - kaum Früchte getragen: Versuchte die internationale Gemeinschaft noch im Jahr 2009, Iran an der Urananreicherung zu hindern, so ist das Regime in Teheran drei Jahre später schon einen Schritt weiter, und hat offenbar mehr als hundert Kilo Uran auf 20 Prozent anreichern können. Bis zur möglichen Atombombe ist es nun wohl kein weiter Weg mehr. "Das ist etwas, für das sich der Präsident der Vereinigten Staaten verantworten muss", sagt Romney-Berater Rich Williamson. Romney selbst warnt: "Wenn Barack Obama wiedergewählt wird, dann bekommt Iran seine Atombombe, und die Welt wird sich verändern."
Gespräche über umstrittenes iranisches Atomprogramm
Was er anders machen würde? Darauf hat Romney bisher keine schlagende Antwort, in Kürze will er eine große Rede zur Außenpolitik halten. Und ganz so trist, wie Romney das gern hätte, sieht es für Obama nicht aus. Schließlich konnte er - anders als Vorgänger Bush - die Weltgemeinschaft dazu bewegen, die Sanktionen gegen Iran massiv zu verschärften. Das Regime in Teheran bekommt die Folgen längst zu spüren, kann weniger Öl verkaufen, die Inflation steigt.
An diesem Samstag sitzen sich Iran und die fünf Veto-Mächte des Uno-Sicherheitsrats plus Deutschland zudem erstmals seit mehr als einem Jahr wieder am Verhandlungstisch gegenüber. Und ausgerechnet jetzt werden neue Details über den Zweck einer Sprengkammer auf dem iranischen Militärstützpunkt Parchin bekannt. Dort soll Iran im Jahr 2003 eine Neutronenquelle getestet haben, ein wichtiges Bauteil für den Zündmechanismus eines Atomsprengkopfs. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" liegen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) entsprechende Erkenntnisse von Geheimdiensten vor. Eine offizielle Bestätigung dafür ist bislang jedoch nicht bekannt.
Eine Delegation der IAEA hatte im Januar und Februar bei Gesprächen in Teheran Zugang zu einem Gebäudekomplex auf dem Militärstützpunkt Parchin verlangt. Bereits im November hatte die Behörde in ihrem vierteljährlichen Bericht verdächtige Experimente aufgelistet, die Iran dort vorgenommen haben soll. Die Regierung in Teheran verweigert den Inspektoren jedoch bislang den Zugang zu der Anlage.
Laut den Geheimdienstinformationen sollen die Physiker Madschid Schahriari und Fereydun Abbasi-Davani die Versuche geleitet haben. Beide wurden gleichzeitig im November 2010 Ziel von Bombenattentaten in Teheran. Während Schahriari bei dem Anschlag umkam, überlebte Abbasi-Davani verletzt. Präsident Mahmud Ahmadinedschad ernannte ihn im Februar 2011 zum Chef der Iranischen Atomenergieorganisation.
Schahriari und Abbasi-Davani sollen laut den Geheimdienstinformationen als eine Art Projektmanager dafür verantwortlich gewesen sein, eine spezielle Anordnung von Neutronen-Detektoren zu entwickeln und um den Testzylinder zu installieren. Damit ließe sich während des Experiments messen, ob die Neutronenquelle funktioniert. Zudem soll dort eine Röntgenblitzkamera installiert worden sein, die es erlauben würde, die Implosion der Testanordnung in dem Metallzylinder in sehr hoher Auflösung aufzunehmen. Die Daten aus beiden Quellen kombiniert erlauben Berechnungen, ob der Zündmechanismus für einen Atomsprengkopf funktionieren würde.
Aggressiver Rivale Romney
Ob sich Iran bei den Gesprächen in Istanbul bewegen wird? Völlig unklar.
Primäres Interesse der US-Regierung ist ein Ende der Produktion hochangereicherten Urans, die Schließung der gerade erst errichteten unterirdischen Atomanlage in Fordo sowie die Verlagerung der 20-Prozent-Bestände ins Ausland. Romney und Co. genügt das nicht, das konservative "Wall Street Journal" (WSJ) kommentiert, Obama wolle mit seinen Forderungen lediglich verhindern, dass Iran in die "Zone der Immunität" eintritt. Darunter versteht Israel jenen Punkt, ab dem die Mullahs nicht mehr zu stoppen wären - weil sie dann über genügend hochangereichertes Uran verfügten und ihre Atomanlagen bombensicher unter der Erde lägen.
Die Kritik im Klartext: Obama will vor allem kurzfristig einen möglicherweise bevorstehenden israelischen Militärschlag abwenden, statt Iran entschiedener zu begegnen. Diese Strategie des Präsidenten aber bedeute "eine implizite Legitimierung von Irans Aktivitäten zur Urananreicherung auf niedrigerem Level", so das "WSJ".
Romneys Wahlkampfteam müht sich, das Bild eines schwachen Präsidenten ohne Führungskraft zu zeichnen. Eines Mannes, der zwar große Reden halten kann, aber keine Taten folgen lässt. Der bisher allzu glatt wirkende Multimillionär Romney dagegen sucht sich als aggressiver Anführer zu inszenieren:
- Russland nannte er jüngst einen "geopolitischen Gegner" der USA,
- China droht er mit Handelskrieg und bezeichnete das Riesenreich als "Währungsmanipulator",
- den Europäern unterstellte er "Sozialismus".
Obamas Leute derweil lästern über den "Kalten Krieger" Romney. Und gegenüber Nordkorea wird Härte demonstriert: Die versprochene Lebensmittelhilfe (240.000 Tonnen Getreide) wird nicht geliefert. Obama rief die internationale Gemeinschaft auf, Nordkorea weiter zu isolieren. Ein wenig lästern wollte der Präsident offenbar auch: "Sie versuchen jetzt seit über zehn Jahren, solche Raketen zu starten - und sie scheinen das nicht wirklich gut zu können."
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- Samstag, 14.04.2012 – 11:07 Uhr
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Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter. 2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.


Buschehr : Atomkraftwerk, im Mai 2011 nach mehrfachen Terminverschiebungen in Betrieb genommen - zunächst zu Testzwecken. Im September 2011 ging der Reaktor in Regelbetrieb, allerdings noch nicht auf voller Leistung
Isfahan : Forschungsreaktor
Jasd: Uranminen
Natans : Anlage zur Urananreicherung, angeblich mit 6000 Zentrifugen in Betrieb. Im Herbst 2009 gab Iran bekannt, nahe der Stadt Ghom eine zweite Anlage zur Urananreicherung zu besitzen.
Teheran : Forschungsreaktor
1979: Nach der Revolution und der Ausrufung der Islamischen Republik wird das Atomprogramm nicht weiter betrieben.
1980-1988: Im Irak-Iran-Krieg wird der Atomreaktor in Buschehr mehrfach bombardiert und dabei schwer beschädigt.
Neunziger Jahre: Deals auf dem Schwarzmarkt mit Abdul Qadir Khan , Pakistans "Vater der Atombombe"
1995: Abkommen mit Russland zum Wiederaufbau des Atomreaktors von Buschehr
2002: Iranische Oppositionelle im Exil berichten über ein geheimes Atomprogramm.
2003: Iran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag (bislang aber nicht vom Parlament ratifiziert).
2006: Der Uno-Sicherheitsrat verlangt in seiner Resolution 1696 erstmals den Stopp der Urananreicherung .
Juli 2008: Iran droht bei einem Angriff auf seine Atomanlagen mit militärischen Gegenschlägen. Das Regime testet Schahab-3-Raketen, die auch Ziele in Israel erreichen könnten.
November 2008: Iran hat nach eigenen Angaben die Zahl seiner für die Urananreicherung benötigten Zentrifugen auf 5000 erhöht.
Juni 2009: Iran hat laut Internationaler Atomenergiebehörde IAEA weitere tausend Gaszentrifugen im Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert.
Mai 2010: Nach Verhandlungen mit dem brasilianischen Präsidenten Lula und dem türkischen Regierungschef Erdogan erklärt sich Iran bereit, schwach angereichertes Uran im Ausland zu tauschen. Wenig später kündigt Teheran an, an der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent festhalten zu wollen.
Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat, die EU und die USA beschließen neue Sanktionen gegen Teheran. US-Präsident Obama spricht von den bisher härtesten Sanktionen überhaupt - doch Beobachter bleiben skeptisch, ob die Strafmaßnahmen Erfolg bringen.


Israelische Politiker, darunter auch Kabinettsmitglieder, sprechen sich für präventive Militärschläge gegen Iran aus.
November 2009: Die IAEA kritisiert in einer Resolution die jahrelang geheim gehaltene iranische Urananreicherungsanlage bei Ghom. Teheran reagiert mit der Ankündigung, zehn neue Uran-Anlagen zu bauen.
Dezember 2009: Iran testet die Mittelstreckenrakete Sedschil 2. Diese habe größere Zielgenauigkeit als das Vorgängermodell Schahab 3.
2. Februar 2010: Ahmadinedschad zeigt sich bereit, auf einen Vorschlag der IAEA einzugehen, der eine Anreicherung iranischen Urans auf 20 Prozent im Ausland vorsieht. Wenige Tage später rudert er wieder zurück.
7. Februar 2010: Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran von 3,5 auf 20 Prozent gebracht und sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern. Damit könnten Atomwaffen hergestellt werden.
11. Februar 2010: US-Präsident Barack Obama kündigt als Reaktion umfangreiche neue Sanktionen gegen Iran an.
1. April 2010: Nach langem Widerstand gegen neue Sanktionen ist China bereit, sich an den Verhandlungen über den Text einer verschärften Uno-Resolution zu beteiligen.
25. April 2010: Zur Abwehr neuer Sanktionen besucht Irans Außenminister Manutschehr Mottaki Österreich. Gespräche mit dem Chef der IAEA, Yukija Amano, und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger bringen jedoch keinen Durchbruch.
17. Mai 2010: Nach Verhandlungen mit Brasilien und der Türkei lenkt Iran ein und will Uran im Ausland anreichern lassen. Doch die internationale Gemeinschaft reagiert skeptisch auf die Ankündigung.
9. Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat beschließt schärfere Sanktionen gegen Iran. Sie beinhalten weitere Hürden für die iranische Finanzbranche und eine Ausweitung des Waffenembargos. Auch die USA und die EU setzen schärfere Maßnahmen gegen Iran in Kraft.
Januar 2011: Die Atomgespräche zwischen Iran und den westlichen Mächten in Istanbul scheitern. Teheran hatte weiterhin "ein Recht auf Urananreicherung" gefordert.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.
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