Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Antrag an den Kongress: Obama will 60 Milliarden für Opfer von "Sandy"

Es war einer der teuersten Stürme in der US-Geschichte. Deshalb fordert US-Präsident Barack Obama nun vom Kongress die Freigabe weiterer Finanzhilfen für die Opfer von "Sandy". Mit dem Geld soll auch der Schutz vor künftigen Klimakatastrophen verbessert werden.

Sturmopfer in einem Aufwärmzelt im New Yorker Stadtteil Queens: "Besser und solider" Zur Großansicht
AFP

Sturmopfer in einem Aufwärmzelt im New Yorker Stadtteil Queens: "Besser und solider"

Washington - Gut sechs Wochen nachdem Wirbelsturm "Sandy" Teile der US-Ostküste verwüstete, kämpft das Land noch immer mit den Folgen. Jüngsten Schätzungen zufolge könnte die Summe der Schäden mehr als 80 Milliarden Dollar betragen, gut die Hälfte davon allein in New York. US-Präsident Barack Obama beantragte nun beim Kongress die Freigabe zusätzlicher Gelder in Höhe von 60 Milliarden Dollar zur Unterstützung der von "Sandy" betroffenen Regionen.

Alles in allem werde "Sandy" die zweit- oder drittteuerste Naturkatastrophe in der Geschichte der USA sein, schrieb ein Vertreter der Haushaltsabteilung des Weißen Hauses in einem Brief an den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, John Boehner. Die Regierung meine, dass zusätzliche Bundesgelder zur Finanzierung der Rettungseinsätze und der Wiederherstellung der Schutzmaßnahmen gegen weitere Stürme und gegen die Folgen des Klimawandels nötig seien, hieß es in dem Brief.

Die Regierungen der am stärksten von "Sandy" betroffenen Bundesstaaten New York und New Jersey begrüßten den Antrag. Sollte das Geld bewilligt werden, könne damit eine neue Infrastruktur finanziert werden, die "besser und solider" sei als die durch den Sturm zerstörte, erklärten die Gouverneure von New York und New Jersey, Andrew Cuomo und Chris Christie.

Der Antrag kommt jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Derzeit verhandelt Obama mit den Republikanern, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus haben, über einen Haushaltskompromiss. Gibt es bis Jahresende keine Einigung zwischen Obamas Demokraten und den Republikanern, treten zu Jahresbeginn massive Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Kraft.

Republikanerchef Boehner sagte am Freitagabend (Ortszeit), in den Verhandlungen habe es bislang keine Fortschritte gegeben. Das Weiße Haus habe einen Vorschlag von Republikanern aus dem Repräsentantenhaus nicht aufgegriffen.

dab/AFP/dapd

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Humane Wirtschaftsförderung
BettyB. 08.12.2012
Gute Idee. Wäre aber nicht verwunderlich, wenn die Republikaner nicht begreifen würden, welch Glück die Maßnahme nicht nur für die Betroffenen, sondern auch die Wirtschaft selbst wäre. Denn, dass Staatsausgaben auch zugleich immer Einnahmen sind, begreift ja auch in Deutschland kaum jemand...
2. Niemand hat die Absicht einen Titel einzugeben!
SirTurbo 08.12.2012
Zitat von sysopAFPEs war einer der teuersten Stürme in der US-Geschichte. Deshalb fordert US-Präsident Barack Obama nun vom Kongress die Freigabe weiterer Finanzhilfen für die Opfer von "Sandy". Mit dem Geld soll auch der Schutz vor künftigen Klimakatastrophen verbessert werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesident-obama-will-60-milliarden-fuer-opfer-von-hurrikan-sandy-a-871709.html
Ein Dritte-Welt-Land das nichts von solider Bausubstanz hält. Deren Bewohner mehr auf Gott als Intellekt setzen. Trifft auf hochgradig unfreundliches Wetter. Übel übel - aber wo ist da der Neuigkeitwert wenn es um die Folgen geht?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Was die Hurrikan-Stärken bedeuten
Hurrikans werden nach der sogenannten Saffir-Simpson-Skala je nach Intensität in Kategorien von 1 bis 5 eingestuft. Wichtige Merkmale zur Einordnung sind Windgeschwindigkeit und Zerstörungskraft.
Windgeschwindigkeiten von 119 bis 153 Kilometer pro Stunde - minimale Schäden an Bäumen und schlecht verankerten Gebäuden.
Windgeschwindigkeiten von 154 bis 177 Kilometer pro Stunde - Bäume werden entwurzelt und Schilder umgerissen, auch können Hausdächer, Fenster und Türen beschädigt werden. Küstenstraßen werden überflutet, kleinere ungeschützte Schiffe aus der Verankerung gerissen. Bewohnern an Küstenstreifen wird empfohlen, sich in Sicherheit zu bringen.
Windgeschwindigkeiten von 178 bis 209 Kilometer pro Stunde - mobile Häuser werden zerstört, ebenso leichtere Bauwerke in Küstennähe. Der Wind drückt Fenster ein und deckt Dächer ab. Große Bäume werden entwurzelt oder knicken einfach um. Die Überflutungen werden stärker. Ein Küstenstreifen von etwa 400 Metern Breite sollte geräumt werden.
Windgeschwindigkeiten von 210 bis 249 Kilometer pro Stunde - extreme Schäden an Gebäuden. Wohnwagen werden zerstört oder weggeweht. Bauwerke an der Küste werden durch Wind und Wellen schwer beschädigt oder zerstört, tiefer liegende Gebiete überflutet. Massive Evakuierungen sind notwendig. Menschen können zu Schaden kommen oder getötet werden.
Windgeschwindigkeiten ab 250 Kilometer pro Stunde - die Zerstörungen sind katastrophal. Es gibt schwere Überschwemmungen, Häuser werden zerstört oder fortgeblasen. Es gibt massenweise abgedeckte Dächer, zertrümmerte Türen und Fenster. In Küstengebieten sind manchmal große Evakuierungsaktionen erforderlich. Wer sich nicht in Sicherheit bringt, kann verletzt oder getötet werden.


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: