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US-Präsidentenwahl: Republikaner eröffnen Show-Kampf gegen Obama

Der US-Präsidentschaftswahlkampf nimmt Fahrt auf: In der ersten großen TV-Debatte haben sich sieben Republikaner gegen Barack Obama in Stellung gebracht. Auch Tea-Party-Ikone Michele Bachmann verkündete ihre Kandidatur - sie könnte zur scharfen Konkurrentin für Sarah Palin werden.

Washington - Rund eineinhalb Jahre vor der US-Präsidentenwahl wird der Kampf um das Weiße Haus spannend. In der ersten großen Fernsehdebatte des anstehenden Wahlkampfs haben sich sieben rivalisierende Kandidaten der oppositionellen Republikaner in Stellung gebracht und den Kurs von Präsident Barack Obama scharf angegriffen. Sie attackierten vor allem seine Wirtschaftspolitik, seine Gesundheitsreform und stellten den Afghanistan-Einsatz in Frage.

"Wir brauchen einen neuen Präsidenten, um die Obama-Depression zu beenden", wetterte der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich. Die Kritik an Obama war scharf - die Angriffe auf die parteiinternen Rivalen waren dafür eher zahm. Für eine Überraschung sorgte die republikanische Kongressabgeordnete Michele Bachmann: Sie kündigte während der TV-Debatte an, im November 2012 gegen Obama antreten zu wollen. Sie habe die nötigen Papiere eingereicht, um an den Vorwahlen ihrer Partei teilnehmen zu können. "Wir können es nicht riskieren, Obama weitere vier Jahre zu geben, in denen er unser Land demontiert", heißt es in einem Brief Bachmanns, in dem sie um Spenden bittet und den sie ebenfalls einreichte. Bachmann gilt als charismatisch, kraftvoll - und ist bekannt für ihre bissigen Kommentare.

Die 54-jährige Abgeordnete für Minnesota im US-Repräsentantenhaus ist neben Sarah Palin eine der Galionsfiguren der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung. Sie poltert unter anderem gegen zu hohe Staatsausgaben und die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obamas, gilt aber als "Light-Version" von Palin, weshalb ihr zugetraut wird, breitere Wählerschichten anzusprechen.

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Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur: Republikanische Rivalen
Die TV-Diskussion im Saint Anselm College im US-Staat New Hampshire galt als inoffizieller Auftakt des Vorwahlkampfs, an dessen Ende die Konservativen ihren Gegenkandidaten zu Obama nominieren. Mit Bachmann und Gingrich diskutierten

  • der ehemalige Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty,
  • der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney,
  • der ehemalige Chef einer Pizza-Kette, Herman Cain,
  • der texanische Abgeordnete Ron Paul
  • und der frühere Senator von Pennsylvania, Rick Santorum.

Palin, frühere Gouverneurin von Alaska und im Jahr 2008 Bewerberin für die US-Vizepräsidentschaft, hat ihre Kandidatur noch nicht offiziell erklärt - und nahm auch nicht an der TV-Debatte teil. Beobachter rechnen jedoch fest damit, dass sie antritt.

"Ich kann es nicht abwarten, mit ihm zu diskutieren"

Eindeutiger Favorit im Feld der republikanischen Bewerber ist laut Umfragen der Multimillionär Romney. So stellte sich der 64-Jährige, der bereits zum zweiten Mal nach dem höchsten Amt im Staat strebt, den Zuschauern als klarer Herausforderer von Obama dar: "Ich kann es nicht abwarten, mit ihm zu diskutieren", sagte er. Dem Amtsinhaber warf er erneut Versagen in der Wirtschaftspolitik vor.

Palin steht in vielen Umfragen an zweiter Stelle hinter Romney, obwohl sie noch keine Kandidatur angekündigt hat. Palin ist wie Bachmann eine Favoritin der Tea-Party-Basisbewegung am rechten Rand der Republikaner - weshalb Beobachter ein spannendes Duell zwischen beiden erwarten.

Für Empörung bei Kommentatoren sorgte in der Debatte der Geschäftsmann Cain mit der Aussage, er würde keine Muslime in seiner Regierung haben wollen, "die versuchen, uns umzubringen".

Außenpolitisch ging es um den Kampf gegen den Terrorismus. Kosten für Militäreinsätze im Ausland - auch in Afghanistan - sollten zum Wohle inländischer Investitionen eingeschränkt werden, so der Tenor. Der texanische Abgeordnete Ron Paul verlangte, amerikanische Truppen sofort nach Hause zu holen - auch gegen den Willen von Generälen.

In New Hampshire wird im Februar 2012 die erste Vorwahl der Republikaner stattfinden. Vermutlich werden bei den Republikanern noch weitere Kandidaten antreten.

anr/dpa/AFP/AP

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1. lecker
eastbayray 14.06.2011
"Auch Tea-Party-Ikone Michele Bachmann verkündete ihre Kandidatur - sie könnte zur scharfen Konkurrentin für Sarah Palin werden." Stimmt...echt scharf...auf einschlägigen Seiten, läuft sowas unter MILF...scheiß doch auf die Politik...die sind wenigstens nett anzuschauen.
2.
UnitedEurope 14.06.2011
Wer hat unter allgemeinen Applaus die USA in 2 Kriege geführt ? Die Reps. Wer hat ein Haushaltsplus in ein Minus von über 10 Billionen gedreht ? Die Reps. Wer hat Steuergeschenke der Marke XXL für die Reichen und Superreichen verabschiedet ? Die Reps. Wer wehrt sich seit Jahren dagegen, dass im Wehretat gespart wird ? Die Reps. Wer hat den Kauf weiterer F-22 Raptor Flugzeuge gestrichen, um Geld zu sparen ? Obama. Wer hat eine Gesundheitsreform gestartet, damit wenigstens ein Teil der 50 Millionen unversicherten Amerikaner eine Krankenversicherung haben ? Obama. Wer hat den größten Teil der Soldaten aus dem Irak abgezogen ? Obama. Die sollten sich mal lieber nicht so aufspielen. Obama wollte von vornerein keine Polarisierung und das Land spalten, sondern ein Präsident aller sein. Den Reps hat das nicht gepasst, vielleicht auch weil er schwarz ist, keine Ahnung. Aber was rausgekommen ist, sehen wir alle: eine Tea-Party Bewegeung, die schon teilweise faschistische Züge hat.
3. Wozu Titel?
schleppie 14.06.2011
Wieviele Tea Party Ikonen gibt es eigentlich inzwischen??? Übrigens: Ikonen (von griechisch εικόνα, ikóna, „Bild“, „Abbild“; im Gegensatz zu είδωλο, ídolo, „Trugbild“, „Traumbild“ und είδος, ídos, „Urbild“, „Gestalt“, „Art“) sind Kultus- und Heiligenbilder der Ostkirchen, besonders der orthodoxen Kirchen des byzantinischen Ritus.
4. .
detrius 14.06.2011
Einzug der Gladiatoren.
5. Michele Bachmann
mws, 14.06.2011
Ihre Aussprüche lassen erahnen, wie klein ihr Horizont ist: http://www.huffingtonpost.com/2011/03/25/the-craziest-things-miche_n_840503.html#s257566&title=Enforced_Homosexuality Sogar schon High School Schülerinnen fordern ihren "Intellekt" und Faktenwissen über die US-Verfassung heraus: http://blogs.citypages.com/blotter/2011/05/is_michele_bachmann_smarter_than_a_high_school_sophomore.php Nach ein paar Heissluftausstößen dürfte die Dame wieder Geschichte sein.
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Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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