Prognose zur US-Präsidentschaftswahl So wählen die Männer - und so die Frauen

In wenigen Wochen wählt Amerika. Datenjournalist Nate Silver hat analysiert, wie die Wahl ausginge, wenn nur Männer oder nur Frauen abstimmen dürften - das Ergebnis ist verblüffend eindeutig.


Donald Trump und die Frauen - das schwierige Verhältnis könnte die US-Präsidentschaftswahl entscheiden. Vier Wochen vor der Entscheidung zwischen dem Republikaner und der Demokratin Hillary Clinton hat der Datenanalyst Nate Silver auf seiner Seite Fivethirtyeight.com eine Prognose veröffentlicht, wie die Wahl ausgehen würde, wenn nur Frauen oder Männer abstimmen dürften.

Das Ergebnis ist eindeutig: Bei den Männern gewinnt Trump, bei den Frauen Clinton. Angesichts von Trumps Sexismus, der bekanntgewordenen Übergriffe auf Frauen und seines Machogehabes, kommt das nicht überraschend. Auffällig ist jedoch der Vorsprung, den Clinton gegenüber Trump bei den Frauen hätte: Die Demokratin erhielte 458 Wahlmänner, auf den Republikaner entfielen 80.

Wenn nur Frauen wählen
Prognose Wahlmänner (270 für Mehrheit)
Prognose für einzelne Staaten

Stimmten ausschließlich Männer ab, wäre der Unterschied geringer - 350 Wahlmänner würden Trump den Einzug ins Weiße Haus sichern, Clinton käme auf 188 Wahlmänner. Für seine Prognose hat Silver die aktuellen Umfragen gemittelt und damit Clintons Vorsprung unter Frauen geschätzt.

Traditionell ist der Kandidat der Demokraten bei Frauen beliebter, Männer stimmten auch in den Vergangenheit eher für die Republikaner. Auch der scheidende US-Präsident Barack Obama genoss bei der Wahl vor vier Jahren bei den Frauen mehr Rückhalt als sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney. Allerdings ist Trumps Rückstand bei den Frauen in diesem Jahr deutlich größer als es Romneys Rückstand 2012 war.

Wenn nur Männer wählen
Prognose Wahlmänner (270 für Mehrheit)
Prognose für einzelne Staaten

"Man kann wohl sagen: Wenn Trump die Wahl verliert, dann weil die Frauen gegen ihn gestimmt haben", schreibt Silver. Er spezialisiert sich seit Jahren darauf, den Ausgang von Wahlen vorherzusagen, indem er die Umfragen aggregiert und gewichtet. Der Name seines Internetportals, "538", entspricht der Gesamtzahl der Wahlmänner in den USA; wer mehr als die Hälfte ihrer Stimmen erhält, wird zum mächtigsten Politiker der Welt. (Lesen Sie hier mehr über die Schlacht um die Zahlen im US-Wahlkampf)

brk/sep



insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
quapselchen 12.10.2016
1. Entsetzlich!
US-Männer würden diesem unterirdisch schlechten, gefährlichen, ungeeigneten Trampel und Lügner zum Präsidenten wählen? Ich fasse es nicht! Womöglich muss die Zukunft weiblich werden, weil die XY-Träger wohl immer wieder schrecklich Mist bauen. Sage ich hier mit meiner XY-Ausstattung und Entsetzen bei solchen Meldungen.
letitbe 12.10.2016
2. Hervorragend
Warum sind Männer manchmal so doof? Es kann doch nicht sein, dass mein Geschlecht so einen Irrläufer wie Trump wählen kann? Ich hoffe die amerikanischen Frauen geben diesem Wahnsinnigen den Laufpass!
danenffm 12.10.2016
3. Wo bleibt die kritische Distanz?
Man fragt sich so langsam, wo die kritische, journalistische Distanz zu den Ereignissen in einem anderen Land bleibt? Dieser Tage wurden jede Menge Wikileaks-Informationen über Hillary Clinton enthüllt (Walltstreet Reden, Verbindungen zum Department of Justice etc.) und die deutschen Medien haben sich 3 Tage lang lieber mit einem 11 Jahre alten "Sex"- Video beschäftigt, in dem Trump nichts anderes macht, als im Grunde genommen seine widerliche Vorteilnahme bei Groupies schildert. Ich frage mich auch, was die vielen Frauen bei den Trump Veranstaltungen machen? Wurden sie dorthin von ihren bösen, weissen Ehemännern hingeprügelt?? Auf jeden Fall sind nach wie vor bei allen Wahlveranstaltungen Massen von jubelnden Frauen zu sehen.....
testuser2 12.10.2016
4. Das Geschlecht spielt bei dieser Wahl die entscheidende Rolle - zugegebenermaßen zu Recht
Nun, es ist tatsächlich gerecht, dass nach einem Menschen mit dunkler Hautfarbe eine Frau das Präsidentenamt in den USA besetzt. Dass das Geschlecht bei dieser Wahl keine Rolle spielt, sagen allerdings nur Leute, die das aus ideologischen Gründen tun. Dass Sexismusvorwürfe gegen Trump als Waffe im Wahlkampf eingesetzt werden, finde ich abscheulicher als die Ansichten Trumps selbst. Frauen wählen bei dieser Wahl selbst sexistisch. Das Ergebnis der Wahl kann daher nicht anders ausgehen, als dass Hillary Clinton gewinnt. Erst wenn auch Frauen erkennen, dass Frauen an der Spitze eines Staates Kriege führen, wofür Hillary Clinton besser geeignet ist als Donald Trump, dem ich mehr Ausgleich und Zusammenarbeit mit Russland zutraue, werden auch Frauen wieder Männer wählen.
Bocuse_AK 12.10.2016
5. Aus Sicht eines Y-Chomosomen ...
drängt sich mir die Frage auf: Was geht bei (uns) Männern eigentlich bei der geschlechtsspezifischen Sozialisation schief, dass es tatsächlich Typen gibt, die einen lügnerischen, heuchlerischen, bigotten, gewaltverherrlichenden und unkontrollierten Dünnbrettbohrer wie Trump ins Weiße Haus wünschen (Aufzählung keineswegs vollständig)? Sascha Lobo hat heute einen großartigen und ins Schwarze treffenden Kommentar publiziert (danke dem Autor und SPON dafür); ein Auszug über die deutschen (und männlichen) Pendants der Trumpisten: "Es geht ihnen nicht darum, ob Sätze nach objektiven Kriterien wahr sind, sondern ob sie ihr Weltempfinden stützen und sie damit zeigen können, wie sie sich selbst sehen." Realität wird nach Gusto passend gemacht, Unpassendes als Lüge diffamiert, Hass und Verachtung sind die Leuchtfeuer, Gebrüll und Geblöke ist der Ersatz für Meinungsäußerung und gesellschaftliches Engagement. Eine lautstarke Minderheit von 10-15% der Wählerschaft (nicht der Gesellschaft) treibt die Mehrheit vor sich her. Letztlich ein erbärmliches Zeugnis für unser Gemeinwesen, wenn es einer gesellschaftlichen Splittergruppe gelingt, den politischen Diskurs zu vereinnahmen.
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