Russische Trolle im US-Wahlkampf US-Senat befragt Facebook, Twitter und Google

Welche Rolle spielten Facebook, Twitter und Co. im US-Wahlkampf 2016? Vor dem Senat haben Juristen der Firmen über eine mögliche russische Einflussnahme auf ihren Plattformen gesprochen - und Probleme eingeräumt.

Colin Stretch (Facebook), Sean Edgett (Twitter) und Richard Salgado (Google)
AP

Colin Stretch (Facebook), Sean Edgett (Twitter) und Richard Salgado (Google)


Vertreter sozialer Netzwerke haben sich erstmals vor dem US-Senat zu einer mutmaßlich russischen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl 2016 über ihre Plattformen geäußert. "Die ausländische Einflussnahme, die wir gesehen haben, war verwerflich", sagte laut "New York Times" der Chef der Rechtsabteilung von Facebook, Colin Stretch.

Es sei schwierig, die Internetdienste vor Missbrauch zu schützen, monierte demnach der amtierende Chef der Rechtsabteilung von Twitter, Sean Edgett. Der Versuch einer "staatlich geförderten Manipulation von Wahlen" stelle eine neue Herausforderung für soziale Medien dar. Twitter identifizierte laut Sender CNN Tausende Accounts, die Verbindungen zur russischen Troll-Farm Internet Research Agency hatten.

Mehrere Senatoren zeigten sich frustriert über den schleppenden Fortschritt interner Untersuchungen. "Warum hat Facebook elf Monate gebraucht, sich zu melden und uns beim Verstehen des Ausmaßes dieses Problems zu helfen?", fragte der Demokrat Chris Coons laut "Times". Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kritisierte laut CNN, russische Trolle würden mit Anzeigen "Uneinigkeit säen und rassistische und soziale Konflikte unter amerikanischen Wählern verstärken".

Neben Facebook und Twitter hatte auch Google Hinweise auf den Missbrauch seiner Internet-Plattform für politische Zwecke eingeräumt. Am Mittwoch sollen die Spitzenanwälte der drei Unternehmen vor den Geheimdienstausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus erscheinen, die eigene Ermittlungen zur russischen Einflussnahme auf die Präsidentenwahl führen.

apr/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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j-db 01.11.2017
1. Waffenschein für Twitter & Co ?
Die Möglichkeiten der Einflussnahme über die Sozialen Medien wird für die Demokratien zu einer ernst zunehmenden Gefahr. Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Politiker dieser Gefahr bewusst sind. Twitter und Co sind brandgefährliche Instrumente, wenn sie in falsche Hände gelangen. Im Vergleich zu dem was damit noch möglich ist, ist Twitter-Trump vermutlich noch ziemlich harmloses Problem.
diorder 01.11.2017
2. Die wissen mehr als sie zugeben
Wichtiger ist, dass sie überhaupt mehr wissen als sie zugeben. Selbst Als die Geheimdienste. Die Politik hat die Macht über die Großkonzerne kampflos aufgegeben. Es bleibt nur Kumpanei.
skr72 01.11.2017
3. Übrigens der meiste rechte Troll-Schrott in D kommt aus den USA
Das hatten Untersuchungen ergeben. Dort scheinen reiche Rechte Demokratieverächter diesen Mist zu finanzieren und zu lenken. D.h. diese Leute gefährden aktiv unsere Freiheitsrechte. Es wird endlich Zeit, dass wir uns dagegen wehren. Der Trollschrott ist doch teilweise unerträglich!
teaki 01.11.2017
4. Bedenklich
Finde nur ich das bedenklich, dass die Demokratische Partei Einfluss auf den Inhalt von Berichterstattung in den Medien nehmen will? Natürlich ist Propaganda fremder Staaten ein Problem aber das lässt sich doch nicht damit bekämpfen, dass man den Medien vorschreibt was sie zu berichten haben! Ein Schelm wer böses dabei denkt...
rainerheinrich 01.11.2017
5. Ich stimme Ihnen zu,
Zitat von skr72Das hatten Untersuchungen ergeben. Dort scheinen reiche Rechte Demokratieverächter diesen Mist zu finanzieren und zu lenken. D.h. diese Leute gefährden aktiv unsere Freiheitsrechte. Es wird endlich Zeit, dass wir uns dagegen wehren. Der Trollschrott ist doch teilweise unerträglich!
andererseits müssen wir uns die Frage stellen warum der Troll Schrottvon den "Adressaten" ohne nachzudenken konsumiert wird. Ist es allein eine Bildungsfrage? Ich denke nicht. Wir müssen uns einfacheingestehen, dass viele Bürger ob LINKS oder RECHTS manipulierbar sind,wenn der Schrott annähernd ihrer Gesinnung entspricht.
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