US-Presse CIA soll keine Beweise für Irans Atomwaffenprogramm haben

Der US-Enthüllungsjournalist Hersh erhebt schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung: Die CIA habe keine Beweise dafür gefunden, dass Iran heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen arbeite. Doch das Weiße Haus verheimliche das - um eine militärische Option offen zu halten.


Washington - Der Starjournalist Hersh beruft sich in seinem Bericht auf ein geheimes Dokument der CIA. In seinem Artikel, der kommende Woche im "New Yorker" erscheinen soll, schreibt er: "Die CIA hat bislang keine abschließenden Beweise für ein geheimes iranisches Atomwaffenprogramm gefunden, das parallel zu den zivilen Operationen läuft, die Iran der Internationalen Atomenergiebehörde gemeldet hat."

Iranische Atomanlage Arak: Keine Beweise für geheimes Atomprogramm
AFP

Iranische Atomanlage Arak: Keine Beweise für geheimes Atomprogramm

Laut Hersh spielt die US-Regierung die Geheimdienst-Erkenntnisse herunter, um an ihrer harten Politik gegen Teheran festhalten zu können - und sich die Möglichkeit eines militärischen Vorgehens offen zu halten.

Dem Journalisten zufolge konzentrierte sich die US-Regierung vor den Kongresswahlen am 7. November auf die Frage, wie sie bei einem Sieg der Demokraten ihre harte Iran-Politik verteidigen könnte.

Vize-Präsident Dick Cheney habe vor den Wahlen gesagt, ein Sieg der Demokraten werde die Regierung nicht daran hindern, sich weiterhin die Option eines Militärangriffs gegen Iran offen zu halten, berichtete Hersh unter Berufung auf einen in die Diskussion Eingeweihten. Das Weiße Haus werde den Kongress daran hindern, das Vorgehen der Regierung einzuschränken, habe Cheney gesagt.

Laut Hersh wollte die CIA zu seinem Artikel nicht Stellung beziehen. Ein ranghoher Vertreter des Geheimdienstes habe jedoch die Existenz der CIA-Analyse bestätigt und gesagt, das Weiße Haus lehne das Geheimdienstpapier ab. "Sie suchen nicht nach einem handfesten Beweis", wurde der Beamte zitiert. Die US-Regierung suche vielmehr nach einer Bestätigung ihrer Politik.

Die USA und andere Staaten werfen Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernkraft Atomwaffen zu entwickeln. Daher fordern sie Teheran auf, die Anreicherung von Uran einzustellen. Iran besteht auf seinem Recht zur Urananreicherung und gibt an, diese lediglich für seine zivil genutzten Kernkraftwerke anzuwenden. Die fünf Vetomächte des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland diskutieren derzeit über einen Resolutionsentwurf, mit dem Iran zur Aufgabe der Urananreicherung bewegt werden soll.

ler/AFP



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