US-Raketenabwehr Putin warnt vor Nuklear-Konflikt

Heftige Kritik an den US-Plänen für ein Raketenschild in Osteuropa: Russlands Präsident Wladimir Putin warnt im SPIEGEL-Interview, die "strategische Balance in der Welt" werde gestört. Moskau sei "gezwungen zu reagieren".


Hamburg - „Hier soll ein Schutzwall geschaffen werden gegen etwas, das gar nicht existiert“, sagt der Staatschef in einem Interview mit dem SPIEGEL. Durch die Pläne der US-Regierung werde Moskau „gezwungen zu reagieren“. Mit Amerikas Vorgehen werde „die Möglichkeit zur Entfesselung eines nuklearen Konflikts sogar größer“, warnt Putin, „die strategische Balance in der Welt wird gestört“.

Russlands Präsident Putin: "In Amerika wird gefoltert"
AFP

Russlands Präsident Putin: "In Amerika wird gefoltert"

Sich selbst versteht der russische Staatspräsident als „echten Demokrat“. Kritik an seinem Vorgehen gegenüber Oppositionellen beantwortet er mit harscher Gegenkritik: „In Amerika wird gefoltert, zum Beispiel in Guantanamo, in Europa geht die Polizei mit Gas gegen Demonstranten vor.“

Als Nachfolger in seinem Amt im März nächsten Jahres denkt Putin an einen „ehrlichen, anständigen, hochprofessionellen Politiker mit großer Erfahrung, dem die meisten Wähler ihr Vertrauen schenken können“. Mit dem Ende seiner Amtszeit wolle er aber nicht in den Ruhestand, sagt der 54-jährige Putin. Für die Rente „bin ich noch zu jung“.



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.