Waffenrecht US-Repräsentantenhaus verlängert Verbot von Plastikpistolen

Seit 1988 sind Plastikpistolen in den USA verboten. Damals galten diese Waffen noch als Science-Fiction, doch mit der Erfindung von 3D-Druckern sind sie Realität geworden. US-Senatoren drängen daher auf eine Verschärfung der Gesetze, doch die Waffenlobby stemmt sich dagegen.

Pistolen aus dem 3D-Drucker: "Wir müssen dieses Schlupfloch schließen"
DPA

Pistolen aus dem 3D-Drucker: "Wir müssen dieses Schlupfloch schließen"


Washington - Schusswaffen aus Plastik, die unbemerkt durch Metalldetektoren und Röntgengeräte gebracht werden können, sollen in den USA auch weiterhin verboten sein. Das US-Repräsentantenhaus stimmte am Dienstag nach kurzer Debatte für die Verlängerung eines entsprechenden Gesetzes um weitere zehn Jahre.

Es war die erste Abstimmung über ein Waffengesetz im Repräsentantenhaus seit dem Massaker an einer Schule in Newtown vor knapp einem Jahr. Damals tötete ein Amokläufer 27 Menschen.

Am kommenden Montag muss der Senat über das Gesetz abstimmen, andernfalls läuft die Regelung einen Tag später aus. Einige Demokraten wollen bis dahin für eine Verschärfung des "Undetectable Firearms Act" werben. Dadurch sollen auch Waffen aus 3D-Druckern bei Sicherheitskontrollen erkennbar werden.

Waffenlobby stemmt sich gegen jede Verschärfung der Gesetze

Bislang dürfen gedruckte Waffen abnehmbare Metallteile enthalten, die sich vor dem Gang durch eine Sicherheitskontrolle entfernen lassen. "Wir müssen unbedingt dieses Schlupfloch schließen, das es jedem ermöglicht, legal eine Waffen herzustellen, die durch Entfernen des Metallteils unsichtbar gemacht werden kann", sagte der demokratische Senator Chuck Schumer. Als das Gesetz 1988 erstmals beschlossen wurde, seien Plastikwaffen noch Science-Fiction gewesen.

Die National Rifle Association (NRA), die wichtigste Gruppe in der US-Waffenlobby, stemmt sich jedoch gegen jede Verschärfung der Gesetze. "Wir werden weiterhin aggressiv gegen jeden Vorschlag kämpfen, der unser Recht auf Waffenbesitz einschränkt", sage NRA-Sprecher Andrew Arulanandam. Da viele demokratische Senatoren um ihre Wiederwahl im kommenden Jahr zittern, gilt ein Erfolg von Schumers Initiative als unwahrscheinlich.

Im Mai hatte der Student Cody Wilson den Bauplan für eine Pistole aus dem 3D-Drucker ins Internet gestellt, die Anleitung auf Anordnung der Regierung aber später wieder gelöscht. Allerdings wurde die Anleitung mehr als 100.000 Mal heruntergeladen und ist nach wie vor auf Filesharing-Seiten abrufbar.

syd/dpa/AP

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Seite 1
jonas4711 04.12.2013
1. Besser wäre es
Zitat von sysopDPASeit 1988 sind Plastikpistolen in den USA verboten. Damals galten diese Waffen noch als Science-Fiction, doch mit der Erfindung von 3D-Druckern sind sie Realität geworden. US-Senatoren drängen daher auf eine Verschärfung der Gesetze, doch die Waffenlobby stemmt sich dagegen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-repraesentantenhaus-verlaengert-verbot-von-plastikwaffen-a-937085.html
die Amis würden echte Waffen verbieten und Wasserpistolen erlauben. Aber das setzt wohl zuviel voraus.....
gog-magog 04.12.2013
2.
Zitat von sysopDPASeit 1988 sind Plastikpistolen in den USA verboten. Damals galten diese Waffen noch als Science-Fiction, doch mit der Erfindung von 3D-Druckern sind sie Realität geworden. US-Senatoren drängen daher auf eine Verschärfung der Gesetze, doch die Waffenlobby stemmt sich dagegen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-repraesentantenhaus-verlaengert-verbot-von-plastikwaffen-a-937085.html
Ein Land, dass Plastikpistolen verbietet, echte Waffen aber quasi uneingeschränkt erlaubt, wird damit leben müssen, dass man dafür nur Hohn und Spott übrig hat. Die freie Menschheit braucht keine Waffen inder Zivilgesellschaft, völlig egal ob aus Plastik oder als Kriegswaffe.
leser47116352 04.12.2013
3.
ehm, da gehts nicht um spielzeugpistolen aus plastik, sondern um plastikwaffen, die in der lage sind scharf zu schiessen, das problem liegt darin, dass kein metalldetektor sie erkennt. allerdings ist die munition nicht aus plastik, die wuerde jemand ja auch mit sich fuehren. zu diesem menschen, der das mit dem 3d drucker gemacht hat, findet man diverse infos. die waffe war schussfaehig, allerdings ist die reichweite gering, zumindest damals, und die bruichgefahr war hoch.
Sam_Dicamillo 04.12.2013
4. Authenticjazzman
Es befinden sich schätzungsweise 300 millionen unregistrierten illegalen waffen in den USA. Wie sollen die dann eingesammelt werden, und sollen nur die "Legalen" Waffen von den unbescholtenen Bürgern konfisiert werden und die Gangster dürfen ihren behalten.
Promethium 04.12.2013
5.
Zitat von Sam_DicamilloEs befinden sich schätzungsweise 300 millionen unregistrierten illegalen waffen in den USA. Wie sollen die dann eingesammelt werden, und sollen nur die "Legalen" Waffen von den unbescholtenen Bürgern konfisiert werden und die Gangster dürfen ihren behalten.
Sie werden lachen, aber das Waffengesetz in New York geht auf einen Gangster und Politiker namens Timothy Sullivan zurück. Das war so um 1910. Der sogenannte "Sullivan Act" gilt bis heute und trägt bis heute den Namen des Gangsters. Manche behaupten der Gangster hätte nur die Sicherheit der Bürger im Sinn gehabt, andere wiederum kamen auf den Gedanken das es für seine Gangsterfreunde wohl sehr viel leichter war unbewaffnete Wähler dazu zu "überreden" ihr Kreuzchen bei Timothy Sullivan zu machen. Es sind solche Geschichten die in den USA zu einer breiten Ablehnung von Waffenrechtsverschärfungen führen und weniger die angeblich mächtige Waffenlobby.
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