US-Republikaner: Herman Cain steigt aus Präsidentschaftsrennen aus

Die jüngsten Enthüllungen um sein Privatleben kosten Herman Cain nun wohl seine politische Karriere: Der republikanische Kandidat um die US-Präsidentschaft gab bekannt, dass er seine Wahlkampfkampagne ruhen lässt. Es ist kaum damit zu rechnen, dass er zurück kommen wird.

Herman Cain: Schmerzhafte Erfahrungen "für mich und meine Familie" Zur Großansicht
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Herman Cain: Schmerzhafte Erfahrungen "für mich und meine Familie"

Hamburg - Als Begründung für seinen Schritt sagte Cain, die "Ablenkungen" der jüngsten Zeit hätten dazu geführt, dass er sich nicht mehr auf den Wahlkampf habe konzentrieren können. Die Enthüllungen über sein Privatleben seien für ihn und seine Familie mit "schmerzhaften Erfahrungen" verbunden gewesen.

Von einer "fortgesetzten Kränkung meiner Person und meiner Familie" sprach der 65-Jährige, als er am Samstag vor Anhängern in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia seinen vorläufigen Rückzug bekanntgab. Statt wie angestrebt im nächsten Jahr gegen Präsident Barack Obama anzutreten, wolle er jetzt zum "Plan B" greifen, sagte Cain. Er wolle Washington "von außen her verändern". Er werde in Kürze bekanntgeben, welchen Präsidentschaftsbewerber er unterstützen werde.

Cain reagierte damit auf anhaltende Schlagzeilen über seine Person. Vor wenigen Tagen hatte die 46-jährige Geschäftsfrau Ginger White im Lokalfernsehen erklärt, eine 13 Jahre währende Liason mit dem Politiker gehabt zu haben. Cain stritt die Anschuldigungen ab. Er habe "nichts falsch gemacht", sagte der verheiratete Kandidat dem Fernsehsender CNN. Es habe sich lediglich um eine "Bekanntschaft" gehandelt. Außerdem hatten ihm mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Erneut wies er am Samstag alle Vorwürfe zurück.

Cain war zeitweise Favorit der Republikaner im Rennen um die Kandidatur bei den Wahlen gegen Präsident Obama gewesen. In Umfragen hatte der frühere Chef einer Pizza-Kette im Oktober noch Spitzenwerte unter den republikanischen Bewerbern erzielt; infolge der Vorwürfe zu seinem Privatleben und einigen Patzern war seine Zustimmung aber deutlich gesunken.

Jetzt werden dem ehemaligen Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, sowie Ex-Gouverneur Mitt Romney die besten Chancen eingeräumt. Die Vorwahlen der Republikaner zur Kandidatenwahl beginnen Anfang Januar, die Präsidentenwahlen sind am 6. November 2012.

pad/can/Reuters/dpa/dapd/AFP

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stefan1904 03.12.2011
"So today, I suspend my campaign for the presidency of the united states" (Herman Cain, 2011). Hätte er mal lieber bei John McCain nachgefragt, der hat ja 2008 auch mal gesagt: "So today, I suspend my campaign for the presidency of the united states"...was sich im nachhinein ja als ziemliche Schnapsidee herausstellte.
2. Und nun?
KonsulOtto 03.12.2011
Ist noch irgendein Kandidat übrig? Oder waren das jetzt alle? Am Ende wird doch noch unser Arnie Präsident :) Ihr werdet sehen.
3. Der kann nicht Präsident werden,
Zenzai 03.12.2011
Zitat von KonsulOttoIst noch irgendein Kandidat übrig? Oder waren das jetzt alle? Am Ende wird doch noch unser Arnie Präsident :) Ihr werdet sehen.
da er ein ZUgewanderter ist. Präsident kann nur werden, wer auch in den USA geboren wurde.
4. Vorsicht vor den Pappnasen
heinobern 03.12.2011
Zitat von sysopDie letzten Enthüllungen um sein Privatleben kosten Herman Cain nun wohl seine politische Karriere: Der republikanische Kandidat um die US-Präsidentschaft gab bekannt, dass er seine Wahlkampfkampagne ruhen lässt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,801549,00.html
Wir mögen uns derzeit noch amüsieren darüber, welche Pappnasen sich um die amerikanische Präsidentschaft bewerben. Man könnte den Eindruck haben, dass das Präsidentenamt ein Job ist, den eigenlich jeder kann, weil die Administration dahinter schon einiges auffängt. Das kann sich aber als gefährlicher Irrtum erweisen. Schließlich glaubten wir auch, dass der Job des Bundesaußenministers von jeder beliebigen Person ausgefüllt werden kann. Bis Guido Westerwelle kam. Insofern kann es uns in Europa nicht gleichgültig sein, welcher Tanzbär jetzt in den Vorwahlkampb-Ring geführt wird. Schließlich war es der gelernte Hemdenverkäufer Harry Truman, der die erste A-Bombe der Welt zünden ließ.
5. Tanzbär
autocrator 03.12.2011
Zitat von heinobernWir mögen uns derzeit noch amüsieren darüber, welche Pappnasen sich um die amerikanische Präsidentschaft bewerben. Man könnte den Eindruck haben, dass das Präsidentenamt ein Job ist, den eigenlich jeder kann, weil die Administration dahinter schon einiges auffängt. Das kann sich aber als gefährlicher Irrtum erweisen. Schließlich glaubten wir auch, dass der Job des Bundesaußenministers von jeder beliebigen Person ausgefüllt werden kann. Bis Guido Westerwelle kam. Insofern kann es uns in Europa nicht gleichgültig sein, welcher Tanzbär jetzt in den Vorwahlkampb-Ring geführt wird. Schließlich war es der gelernte Hemdenverkäufer Harry Truman, der die erste A-Bombe der Welt zünden ließ.
jepp: das sind Tanzbären. Die Texte-Aufsager, die einer sache ihr gesicht leihen. Hinter den Tanzbären steht immer ein Dompteur. Wie das in den USA ist, weiss ich nicht, da kenne ich mich nicht aus. Hier in Europa sind es die Bilderberger. Einen ähnlichen Club wird's wohl dort auch geben. Aber: Es fällt kein sack reis auf der welt um, ohne dass die dasnicht genau so gewollt haben. Undes war auch nicht truman, der die A-Bombe zünden liess: Er drückte nur auf den Knpof einer maschinerie, die ganz andere leute konstruiert haben für ihre interessen, und ihn genau für diese funktion in sein amt hievten. Daher sind die interessanten fragen: Wer sind die Geldgeber? Wer von denen hat sich wann & wo getroffen, um dabei was zu planen? Wer von diesen hat welche schlüsselpositionen im MIMIK, dem militärisch-industriellen-monetären-informationellen Komplex? Was haben die beschlossen, wo die reinse in den nächsten X jahren hingehen soll?
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