US-Republikaner in Wyoming Romney siegt im Wildwest-Staat

Erfolg im bevölkerungsärmsten US-Staat: Nach seinen Siegen in Michigan und Arizona schlägt Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney erneut Rivale Rick Santorum und gewinnt die Vorwahl in Wyoming. Die allerdings ist nicht bindend, es handelt sich nur um einen Stimmungstest.

Republikaner Romney: Nur symbolischer Triumph
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Republikaner Romney: Nur symbolischer Triumph


Den ganzen Februar über haben die Republikaner in Wyoming im Caucus-Verfahren abgestimmt. Für Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney hat sich das Warten gelohnt: Nach seinen Siegen bei den Vorwahlen in Michigan und Arizona gewann er die Abstimmung im mit 600.000 Einwohnern bevölkerungsärmsten US-Bundesstaat, der bekannt ist für seine Cowboy-Romantik.

Romney erhielt den Angaben der Republikanischen Partei zufolge rund 39 Prozent der Stimmen und landete damit vor seinem Rivalen Rick Santorum. Der erzkonservative Ex-Senator aus Pennsylvania kam demnach auf 32 Prozent der Stimmen. Der Radikal-Liberale Ron Paul erreichte 21 Prozent, Newt Gingrich landete mit lediglich acht Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz. Nur rund 2000 Republikaner haben sich an der Vorwahl beteiligt.

Nicht mehr als symbolische Bedeutung

Schade für Romney, dass ausgerechnet die Abstimmung in Wyoming nicht bindend ist. Heißt: Die Ergebnisse der Caucuses haben offiziell keinen Einfluss auf die Vergabe der 26 Delegierten dieses Staates für den republikanischen Nominierungsparteitag Ende August. Über die Delegierten nämlich wird erst in der kommenden Woche bei Parteiversammlungen in Wyoming entschieden. Prognosen des US-Fernsehsenders CNN zufolge könnte Romney zehn Delegierte zugesprochen bekommen, Santorum neun.

Der als Favorit geltende Romney hatte am Dienstagabend die Vorwahlen in Arizona erwartet deutlich gewonnen. In seinem Geburtsstaat Michigan dagegen konnte er sich nur mit großer Mühe gegen Santorum durchsetzen und hatte am Ende drei Prozentpunkte Vorsprung. Neuen Schätzungen zufolge dürften die 30 Delegierten des Bundesstaates je zur Hälfte auf Romney und Santorum entfallen.

Das Partei-Establishment der Republikaner steht größtenteils hinter Romney, weil er als aussichtsreichster Herausforderer von Präsident Barack Obama im November gilt. Der Multimillionär verfügt über eine prall gefüllte Wahlkampfkasse und eine schlagkräftige Organisation, allerdings stößt er insbesondere bei der wertkonservativen Basis auf Vorbehalte. Die findet sich wiederum eher bei Santorum wieder, der sich als Verteidiger christlicher Werte präsentiert und bei gesellschaftlichen Reizthemen wie Abtreibung oder Rechte von Homosexuellen eine harte Haltung vertritt.

Eine Vorentscheidung über den republikanischen Herausforderer von Präsident Barack Obama im November könnte beim sogenannten Super-Dienstag am 6. März fallen, wenn zehn Bundesstaaten gleichzeitig abstimmen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den bevölkerungsstarken Bundesstaaten Ohio und Georgia sowie Massachusetts, wo Romney von 2003 bis 2007 Gouverneur war. Zuvor hält noch am Samstag der Bundesstaat Washington eine nicht-bindende Vorwahl ab.

Um zum Kandidaten gekürt zu werden, müssen Bewerber mindestens 1144 Delegierte hinter sich bringen. Weil alle vier Bewerber deutlich machten, bis zum Parteitag im Spätsommer im Rennen bleiben zu wollen, wäre es auch möglich, dass am Ende niemand die erforderliche Mehrheit erreicht. In diesem Fall müsste die Parteiführung die Kandidatenfrage dann hinter den Kulissen aushandeln.

sef/AFP/dpa

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kjartan75 02.03.2012
1.
Zitat von sysopAPErfolg im bevölkerungsärmsten US-Staat: Nach seinen Siegen in Michigan und Arizona schlägt Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney erneut Rivale Rick Santorum und gewinnt die Vorwahl in Wyoming. Die allerdings ist nicht bindend, es handelt sich nur um einen Stimmungstest. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818744,00.html
Und die Paul-Fans werden hieraus wieder einen Sieg ihres Lieblingskandidaten lesen, schon klar. ;) Weil ihre überzeugende Argumentation diese ist: Paul braucht überhaupt keinen Bundesstaat gewinnen, denn die Delegierten entscheiden erst auf dem Parteitag, wo natürlich bei allen dann der Groschen fällt und sagt: Klar, natürlich stellen wir den Kandidaten auf, der bisher bei so gut wie allen Primaries sang- und klanglos untergegangen ist. Ich hoffe, dass die bestechende Logik der Fans nicht mit dem Verstand von Paul selbst korreliert...dann würde sich tatsächlich bewahrheiten, was ihm ja immer vorgehalten wird und die Fans deswegen ja ständig auf die Barrikaden gehen. ;)
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