US-Sanktionen Maas warnt vor Chaos in Iran

Mit Sanktionen will US-Präsident Trump Iran bestrafen. Bundesaußenminister Maas befürchtet dadurch eine Verschärfung des Konflikts um Teherans Atomprogramm: "Eine Eskalation wäre extrem gefährlich."

Heiko Maas
CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Heiko Maas


Außenminister Heiko Maas warnt vor einem Chaos in Iran, nachdem US-Präsident Donald Trump Sanktionen in Kraft gesetzt hat. "Wir halten es nach wie vor für einen Fehler, die Nuklearvereinbarung mit Iran aufzugeben", sagte der SPD-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Das Abkommen sei zwar nicht perfekt, aber auf jeden Fall besser als die Alternative, kein Abkommen zu haben.

Die 2015 geschlossene Vereinbarung soll die Entwicklung einer iranischen Atombombe verhindern. Im Gegenzug sollte der Westen Sanktionen aufheben und damit unter anderem Investitionen in Iran ermöglichen.

"Chaos in Iran - so wie wir das im Irak oder in Libyen erlebt haben - würde eine ohnehin schon unruhige Region noch mehr destabilisieren", warnte Maas. "Wir kämpfen für das Abkommen, weil es auch unseren Sicherheitsinteressen dient, indem es in der Region Sicherheit schafft und Transparenz herstellt", stellte er klar.

Schließlich liege Iran in der erweiterten Nachbarschaft Europas. "Jeder, der sich einen 'Regime Change' erhofft, darf nicht vergessen, dass, was immer auch folgt, uns viel größere Probleme bereiten könnte. Eine Isolierung Irans könnte gerade den radikalen und fundamentalistischen Kräften Auftrieb geben."

Trump hatte im Mai den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Abkommen verkündet. Er kritisiert, die Vereinbarung sei untauglich dafür gewesen, den Bau einer Atombombe zu verhindern, und habe die Regierung in Teheran noch dazu mit Geld versorgt. Mit den Strafmaßnahmen will er das Land zwingen, ein neues Abkommen auszuhandeln.

Video: Mein Urlaub im Iran

dbate.de

als/dpa/Reuters

insgesamt 101 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
frankfurtbeat 08.08.2018
1. sieht so aus ...
sieht so aus als fehlt den Politikern die Sicht über den Tellerrand. Maas möge sich doch die Frage stellen warum Trump den Iran mit Sanktionen belegen lässt, warum Palistinänsern jetzt dank Kushner der Flüchtlingsstatus aberkannt werden soll? Das sind Bewegungen welche ihren Ursprung in Israel haben und die USA handeln lassen. Nein ich bin kein Verschwörungstheoretiker - aber ich habe meine Zweifel an den Auslegungen der Politik und sehe das Kapital im Hintergrund als die maßgeblichen Verursacher.
eichenbohle 08.08.2018
2. Trump will nicht bestrafen.
Die Amis wollen einen RegimeChange initiieren. Sie mischen sogar ganz massiv über die sogenannten sozialen Netzwerke ein und wollen die Iraner gegen ihre Regierung/Machthaber aufbringen. Und wenn es kracht, muss man "Freiheit, Demokratie und Menschenrechte herbeibomben? Mal wieder?
rieberger 08.08.2018
3. Eine Eskalation wäre extrem gefährlich.
Genau diesen Eskalations-Zustand will die Trump-Administration mit ihrem Kettenhund Netanjahu erreichen. Der Krieg ist gewollt und die Pläne liegen bereits in den Schubläden. Alles andere sind nur salbungsvolle Worte, die diese Pläne IMO verschleiern sollen. Jedem US-Präsidenten seinen Krieg - und Trump hat sich den Iran herausgepickt! Die NATO, EU und vor allem Deutschland sollen sich ernsthaft gedanken machen, inwieweit sie die amerikanisch-israelischen Pläne unterstützen wollen. Denn der Donald will natürlich Geld und Soldaten, da er ja die hehren freiheitlichen Werte verteidigt!
joes.world 08.08.2018
4. Maas ist auch so ein Traumtänzer
Überhaupt ist es erstaunlich wie ein ehemaliger Justizminister plötzlich Außenpolitik können will. Und sich anmaßt internationale Zusammenhänge zu verstehen. Gut nur, dass kaum einer außerhalb Deutschlands ihn in solchen Fragen ernst nimmt. Maas bleibt ein zahloser Kommentierer vom Rand des Spielfeldes. Das Chaos, das Maas zu erahnen glaubt, richtet der Iran seit Jahren in seinen Nachbarländern an. Weil die Machtelite des Iran lieber viele Milliarden für die Unterstützung von Massenmördern wie dem Diktator Syriens ausgeben, oder um Länder wie den Libanon zu destabilisieren und dem keine ruhigde demokratische Ordnung zu gönnen, oder ihrer UNterstützung der Hamas im Gazasteifen, die noch weniger auf die eigene Bevölkerung schaut, als die Mullahs zu Hause. Unter diesen Umständen wäre es wünschenswert, dass Maas diesmal wenigstens recht hat. Denn ein wenig Chaos im Iran gibt dem weniger Möglichkeiten Choas im gesamten Nahen Osten zu verbreiten.
rantzau 08.08.2018
5. Moment mal
lieber Redakteur. Wofür will Trump "besrafen"? Erbitte Klärung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.